Kurze Einführung und Baltikum I

Posted By leon / July, 2, 2015 / 0 comments

habe ein bisschen herumüberlegt ob ich dieses mal wieder blog schreiben soll, weiss nicht so ganz ob es sich bei einer baltikum-skandinavien-tour um eine reise oder einen urlaub handelt, und ob man demnach einen “reiseblog” dazu schreiben sollte…
aber naja, es gibt ja auch frühstücks/haustier/wetter/einkaufs-blogs, also weshalb nicht auch ein “urlaubs-blog”.
daher mal als kurze einführung in den plan:
das reiseteam sind diesmal der ferdinand und ich, unterwegs natürlich wieder im braven yak.
wie schon erwähnt handelt es sich diesmal (vermutlich) nicht um das große, sondern das kleine abenteuer, wir sind unterwegs nach norwegen, über tschechien und polen (erledigt), durchs baltikum (aktuell), dann finnland rauf, norwegen, schweden runter. so mal die überlegung, wenn sichs anders entwickelt auch ok. zeitraum ca 2 monate mit bissl spielraum hinten raus.

oiso, erster bericht:

losgegangen ist es mit 10 tagen verspätung, unerwartete mehrausgaben und mehrarbeit haben mich noch etwas aufgehalten, da gebe ich zu dass ich schon ein bissl grantig war nicht wegzukommen. und reisevorbereitungen hab ich dadurch eigentlich auch keine treffen können, wollte eigentlich statt finnland durch russland in den norden, die mehrkosten von ca 400,- (visa, einladung, autoversicherung, amtstierärztliches gesundheitszeugnis,…) und die fehlende organisationszeit haben da aber einen strich durch die rechnung gemacht.
und der riesen vorteil an dieser inner-eu-reise: es bedarf keiner vorbereitung. viell bissl tierarzt, aber das wars dann auch schon, keine aufregenden autopapiere, visas, einaldungen, carnets,…, einfach ins auto setzen (ok, 1 tag packen) und los.

bin letzten donnerstag nachmittag aus wien raus, nachdem meine arbeiten fast aber eben noch nicht ganz abgeschlossen waren und ich noch internet gebraucht habe, bin ich mal an die österreichisch-tschechische grenze, nach klein-schweinbarth, gefahren. da waren wir mal vor urzeiten mit den pfadfindern, gibt da so einen lagerplatz an einem steinbruch. hätte gedacht dass ja in dem ansonsten komplett flachen weinviertel ein solcher gleich zu finden ist, bin dann aber erstaunlicherweise an einem anderen hügel, dem kreuzberg, gestanden, auch ok. war sicher 50 meter hoch. waren sofort in urlaubsstimmung

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dann durch tschechien durchgedüst, soweit man beim yak halt von düsen sprechen kann, und in polen ein picknikplatzerl gesucht

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um da hinzukommen bin ich durch einen offenen schranken, der war dann aber beim rausfahren plötzlich zu. zum glück aber mit ein bissl gezangel recht leicht wieder zu öffnen, so musste ich nicht einen teil davon ausbuddeln wie das anscheinend der ralf schon mal gemacht hat…
und dafür wars sonst ganz schön da

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bei der schlafplatzssuche weiss man dann immer warum man einen syncro hat

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da wars allerdings recht mühsam, absolute zecken-, spinnen-, und moskitoinvasion. aber egal, habens auch überlebt.
generell war die polendurchfahrt ganz ok, nur die lkw-fahren spinnen komplett.

littauen hab ich auch schon hinter mir, nachdem ich in polen das gefühl hatte dass ich allen wurscht war, haben mich da die leute entweder angewider angeschaut oder angst gehabt wenn ich gefragt hab ob ich da parken oder schlafen kann, war bissl komisch. bin dann recht schnell zur kurischen nehrung gefahren, das ist ein sandstreifen der sich über 100km erstreckt, der südliche teil im russenableger kalinigrad, der nördliche in litauen. war da am anfang ziemlich entsetzt und überrumpelt von preisen und verboten, die 2-minütige überfahr zur nehrung kostet 30,-, der nationalparkeintritt 20,-, der campingplatz 17,-. normalerweise darf man ausserhalb der städte frei stehen, nachdem das nationalpark ist aber nicht.
ja und der hund verboten am strand, am campingplatz, bei jedem sehenswürdigkeitsplatzerl,… hab mich mal sehr geärgert was ich da mach, der berni hatte mir schon abgeraten gehabt, irgendwie wars dann aber doch ganz ok, wegen dem hund hat eh keiner was gesagt, hat auch einige wegerl ohne touris gegeben

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und ich bin sowieso viel zu viel gefahren die tage davor, zwischendurch mal campingplatz mit wasser und dusche war auch ok, im endeffekt bin ich sogar 2 nächte dort geblieben

dann gleich weiter der küste rauf nach lettland, die “kilometerlangen menschenleeren strände der ostsee” haben mich gelockt, stimmt auch, nur kommt man da schwer hin weil die küstenstraße meist so 2km im landesinneren verläuft, die stichstrassen ans meer führen zu privatgrundstücken. macht nix, hab zwar auf einem schiefen parkplatz dann 8,- fürs übernachten bezahlt, aber schön wars da trotzdem an der steilküste

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das ding…

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…hat wohl mal ein flakgeschütz oder leuchtturm drauf gehabt…

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was mir hier wirklich sehr, sehr zusagt ist das konzept des langen tages. um 21:30 abendessen mit sonnenbrille

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nachdem ich ja bekanntlich nicht koche kann ich portionen nicht einschätzen, an dem griechischen salat hätten 5 leute essen können, dabei hab ich eh die hälfte der geplanten zudaten weggelassen

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und dann um 22:30 abendstrandspaziergang mit sonnenbrille

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leider werden die tage ja schon wieder kürzer hier, werde diese negative entwicklung aber mit weiter rauffahren überlisten

ja und heut hat uns dann beim morgenspaziergang dieser kerl begrüßt

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also wenn die körpersprache von hunden und seehunden ähnlich ist, dann würd ich sagen er hat den ferdl zum spielen aufgefordert, der hat sich auch gefreut das viecherl zu sehen. nachdem ich aber kein biologe bin und das gleichgewicht der natur nicht auseinanderbringen will haben wir uns 10m daneben gesetzt und dem kerl 1h beim genüßlich-in-der-sonne-räckeln und, herzhaft gähnen und mit steinen blödsinn machen zugesehen

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dann weiter nach norden, kurz mitten im wald das größte radiotelekop nordeueropas angesehen

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das haben die russen dahingestellt, jetzt gibts dort nur noch ein paar forscher, früher haben in dieser verlassenen wohnsiedlung alle techniker geheim gehaust und spionage betrieben

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daher gleich mal das yak durchs gestrüpp auf den hof gestellt

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und die wohnblöcke inspiziert, durchaus renovierungsbedürftig

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habe mich aufgrund des zustandes der zwischendecken auf die erdgeschosse konzentriert

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dann weiter raufgetuckert, nette strassen, schöne wälder, kaum autos

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und jetzt bin ich grad bei, die landspitze wo die “raue” ostsee mit dem ruhigen wasser der rigaer bucht zusammentrifft. das macht sie direkt am spitz wirklich sehr plakativ, links ostsee, dann landspitze, rechts rigaer bucht

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laut reiseführer ein menschenauflauf, ich war alleine da, komisch, denke dass zur zeit hauptsaison ist? naja, soll mich nicht stören…

ansonsten hier wieder pinienwälder

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durch die ein durchaus lebensgefährlicher 1,2km langer pfad führt, dessen infrastruktur zum problem werden kann

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ja und ich war da zu faul wegzufahren und steh daher auf einem parkplatz von dem ich glaube dass er eine rechtliche grauzone ist, einerseits öffentlicher parklatz, andererseits naturschutzgebiet. ich lass mich überraschen. und morgen fahr ich dann wohl mal nach riga und trau mich auch mal kurz in eine stad hinein.

riga, saaremaa

Posted By leon / July, 8, 2015 / 0 comments

war dann in lettland bei kolkasrags noch ein bisserl stand up paddeln, für diejenigen die sich nichts darunter vorstellen können versuch ich das nächste mal ein foto zu machen. dann weiter richtung riga, zwischendurch fahr ich immer wieder irgendwo in die wälder zwecks kaffeepause und hunderunde

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allerdings ist es da bisher fast immer dermaßen verseucht von extrem aggressiven gelsen, pferdebremsen, hornissen,… dass ich sowieso gleich wieder abhauen muss, da hilft auch das beste insektenschutzmittel gar nichts

aber in riga gabs da natürlcih keine probleme

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war 2 tage da, hat mir extrem getaugt, endlich auch mal offene leute mit denen mal normal quatschen kann. im normalfall ingnoriert man sich hier nämlich, auch wenn man sich irgendwo in der pampa begegnet. und selbst wenn ich mal hundebsitzer, windsurfer oder sonst wen treff mit denen man normlerweise immer eine gesprächsbabsis hat, ist man hier bemüht fragen maximal mit ja oder nein zu beantworten und dann schnell wegzuschauen, das geht mir nach 2 wochen schon etwas auf die nerven.

aber zurück zu riga, wie gesagt, da ist alles anders und sehr schön, insbesondere eine gegend in die ich musste um einen schuster zu bitten meine neuen wanderschuhe (nicht sehr erfolgreich) auf weniger schmerzhaft umzubauen. ist da bissl heruntergekommen aber stylish, so bobo-mäßig

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riga hat auch seine kleine iiinsl, da gibts auch eine kleine bühne drauf und ab 17:00 dudeln schon ein paar blues-musiker herum, hab ich gut gefunden

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nachdem das wetter sonst bisher mäßig ist wars da drei tage extrem heiß, zwischen 11:00 und 17:00 daher immer ausgedehntes mittagsschlaferl

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und dann wieder die stadt hundebedingt von den unzählichen parks aus erkundet

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jugendstilviertel, davon gibts hier noch weit mehr als bei uns

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ja und dann wieder weiter in den norden nach estland, war gut viel verkehr aus riga raus, habe für 150km 6 stunden gebraucht. dafür wars nochmal richtig heiß. und hier in estland gibts jetzt gleich viel weniger menschen, dafür mehr moore

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und moorseen

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der hund ist natürlich begeistert

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und hat auch schon gelernt, nachdem er zu beginn vollgas in jedes moor gerannt ist aber selbständig nicht mehr rausgekommen ist, dass selbst er die stege benutzen muss wenns zu feucht wird

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und ich hab gelernt dass man sein auto in dern nähe von mooren zur gänze auf der strasse parken sollte, als ichs eine halbe stunde früher da abgestellt hab ists noch gerade gestanden

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bin aber noch ohne probleme rausgekommen und pass jetzt besser auf

hab mir telefonsich von michi ein paar tips zu estland geholt und dann beschlossen dass ich mir nur eine gegend aussuch und die genauer anschau, die wahl ist auf die insel saaremaa im westen gefallen. da gehts zuerst mit einer kurzen fähre auf die insel muhu, von dort auf einem 4km-damm nach saaremaa

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und da sind noch weniger leute, wenn man die pisten fährt fast niemand

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da wärs gleich mal wunderschön gewesen

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aber, und das hab ich jetzt schon an einigen küstenabschnitten erlebt, ein widerlich stinkender algenteppich

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muss mich mal erkundigen was es damit auf sich hat. aber egal, dennoch einen schönen schlafplatz gefunden

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der fischer, der zu dem boot gehört, hat den ferdl und mich nachher fast niedergeführt, und das nicht weil er uns nicht gesehen hat. hat dann auf mein nachfragen obs ihn stört wenn ich da steh sinngemäß gemeint “mir doch egal was du da machst”. wie erwähnt, der positive interkulturelle austausch findet hier nicht so statt…

na wie auch immer, schön wars da trotzdem, im meer haben einen durchsichtige krebserl gezwickt

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der hund glücklich

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und die insekten wieder massiv debil, etliche libellen die mir immer wieder vollgas an den kopf oder direkt ins gesicht geknallt sind. oder diese hier die 20min lang ständig mit anlauf im österreich-pickerl detoniert ist

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und die ganze nacht gelsenattacke am fliegengitter

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sonst halt wieder wald- und moorwandern

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was mir hier extrem taugt ist, dass, nachdem ja genug holz vorhanden ist, auch alles aus massivholz gefertig ist. wenn man zb eine bank braucht, weshal einen bauen, kann man doch auch ein 40x40cm holztrum hinlegen

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hier hats auch schön ausgesehen

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da war dann aber das soeben angesprochene holz plötzlich aus und statt dessen ists auf scharfkantigen, rostigen “sandlaufblechen” weitergegangen

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mit den löchern perfekt dimensioniert für eine hundepfote, bei sich bewegendem untergrund also nur eine frage der zeit bis da ein hundehaxen gebrochen oder zumindest aufgeschnitten ist. hab mir gedacht das wird wahrscheinlich nur ein stückerl so gehen und den 30kg-hund mal ein bisschen getragen. irgendwann hab ich mir gedacht das hört nie auf, aber zurücktragen schaff ich auch nicht mehr, natürlcih wärs da auch noch viel kürzer gewesen umzudrehen

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naja, und drei stunden, 1000 insektenstiche und etliche neue formen einen sich bewegendes 30kg-ding zu tragen später war das dann auch überstanden

ansonsten hats hier sehr, sehr viel geregnet

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schwäne im meer

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irgendwie ist mir die ostsee sowieso suspekt, schmeckt kaum salzig, voll mit schilf, seerosen, libellen, schwänen, wären ja alles süßwasseranzeichen denke ich, naja muss ich mal googeln

bockwindmühle

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heiß so weil das auf einem bock gebaut wird, ein fettes kreuz unten beschwert mit steinen, die mühle konnte dann einfach immer als ganzes in den wind gedreht werden

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ganz im süde von saaremaa, da war ich jetzt 2 nächte, schönes platzl und gestern wind ohne ende

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am südlichsten spitzerl kommt von rechts der wind und die kabbelwelle, dreht sich da und von links kommt eine wunderschöne geordnete welle

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perfekte windsurfbedingungen direkt vor meiner haustür und ich hab das windsurfzeug nicht mit, naja, wie ma’s macht is falsch

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ansonsten hab ich den gesamten tag mit dem versuch verbracht, meinen wasserhahn zu reparieren, aufgrund von mangelndem geschick und dichtmaterial is das aber nix geworden, hab jetzt einen kippschalter und einen gartenschlauch wo das wasser mit vollem druck rausschießt

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hoffe dass ich da in helsinki ersatz finde. und heut regnets schon wieder durch, werde daher jetzt wohl mal in die inselhauptstadt fahren und das online stellen, dann vielleicht schon wieder aufs festland und mal richtung tallin, von dort solls ja dann mit der fähre nach helsinki gehen

Ansichtsache

Posted By leon / July, 13, 2015 / 0 comments

unglück: der ferdinand macht es autos mit geringer bodenfreiheit schwer die ohnehin sehr runden straßen auf saaremaa mit sauberem unterboden zu überstehen

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glück im unglück: für mich kein problem

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unglück: ein gefängnis. seitdem ich mal wen aus dem gefängnis auslösen musste bekomm ich gänsehaut wenn ich dran denk welche stimmung da drin herrscht

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glück im unglück: das hier ist kaputt, der gute see hat sich einen teil davon geholt

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ist beim ort rumma am weg nach tallin, ein geheimtip von der michi. war sehr schön dort, ganz am abend sogar die sonne durchgekommen

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wollt am nächsten tag da paddeln aber da hats wieder geregnet

unglück: dieser 12km-boardwalk war wegen verrottung gesperrt

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glück im unglück: dadurch war sonst niemand da und gehen konnte man ihn trotzdem

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unglück: mit hund in die stadt (tallin) müssen
glück im unglück: gemütlichen tag im park verbracht, genau 1 foto zustande gebracht

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unglück: fähre nach helsinki mit dem verhaltensauffälligen hund
glück im unglück: einfahrt nach helsinki sehr schön, haben ausschließlich der ferdinand und ich bei sturm und regen vom außendeck aus “genossen”

unglück: ziemlich angeschlagen von der überfahrt, einziger camping in helsinki voll
glück im unglück: draußen am parkplatz vom camping geschlafen, häßlich aber abgeschirmt und daher entspannt

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und beim spazierengehen in den kurzen regenpausen auch gar nicht mehr so häßlich

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unglück: das yak saftelt, die einspritzpumpe mag mehr aus- als einspritzen

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glück im unglück: es ist samstag, ich brauch mir darüber 2 tage keine gedanken machen, hat eh kein mechaniker offen. dann find ich im internet den einen bosch-dienst in helsinki und schlage da gleich mal in freudiger erwartung mein nachtlager auf

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unglück: die können nix machen
glück im unglück: verweisen mich an eine werkstatt die das kann

unglück: die 2. werkstatt kann nix reparieren, nur die pumpe tauschen, allein materialkosten an die 1.200,-
glück im unglück: der geniale franz, mein perchtoldsdorfer busflüsterer, gibt eine stunde später ein packerl mit einer überholten gebrauchten pumpe in wien bei der post auf, sollte in 2 tagen hier sein

unglück: der einbau alleine wird mich knapp 500,- kosten
glück im unglück: es ist nur geld und bis jetzt hats heut noch nicht geregnet

abgesehen davon gehts eigentlich ganz gut, klar ists hier grad mühsam und ich will schnell wieder ins grüne, da wirds dann aber denke ich sehr genial. hab mich mal mit kartenmaterial, regenjacke, kleinem zelt und guidebook ausgestattet und mag sehr was ich da lese. außerdem sind alle finnen, denen man ja eigentl ein sehr verschlossenes wesen nachsagt, bisher super nett und ich komm mit jedem gleich ins quatschen, egal ob ich was fürs auto brauch, was einkaufe oder nach dem weg frage.

und jetzt steh ich zum schlafen in der nähe von der werkstatt, da ists nicht schön und auch nicht eben aber war nur kurz zu fahren und wie gesagt verlier ich ja grad einiges an treibstoff. außerdem ist da ein großer park daneben, da ist sonst eigentlich niemand. und nachdems wie erwähnt ausnahmsweise mal nicht regnet, verbringen der ferdinand und ich heute und wohl auch morgen den tag auf einem felsen mit kaffee trinken, bobby hören, blog schreiben, lesen und schlafen. is (zumindest eine kurze zeit lang) ja auch nicht schlecht

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nach 11 tagen..

Posted By leon / July, 23, 2015 / 0 comments

…die ich unter tags, weils meist geregnet hat, im park unter diesem romantischen wasserturm sitzend verbracht habe…

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…um dann ab 17:00 meine abende in diesem wunderbaren ambiente im hinterhof der werkstatt zu verbringen…

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…hats dann doch geklappt mit der neuen einspritzpumpe, auf weitere details dieser odysee will ich gar nichr eingehen. nur so viel weil das positiv war, viel zu spät aber doch hab ich mich an das hiesige t3-forum gewandt, hab gleich extrem viel feedback bekommen, jarke ist mit seinem roten bus gleich bei der werkstatt aufgetaucht und hat geschaut ob eh alles passt

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und hat mit mir dann auch noch eine probefahrt gemacht, hätte sich ums auto gekümmert falls es dann noch immer nicht gepasst hätte, war dann aber zum glück nicht nötig. und jetzt hab ich gleich den forums-support für ganz finnland, angenehm zu wissen dass ich mir sowas wie in helsinki nicht mehr antun werde müssen, inshallah.

dann gleich am abend aus der stadt rausgedüst in richtung norden, am weg auf einem riesen felsen, der die kuppe von einem größeren hügel dargestellt hat, einen schönen schlafplatz gefunden und bis 22:00 die sonne genossen

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war durchaus etwas tricky da hinzukommen, hab aber immer lkw-spuren gesehen und mir gedacht wo der hinkommt muss ich ja wohl auch hinkommen. hab beim morgenspaziergang am nächsten tag allerdings den “lkw” gefunden, das war dann doch ein traktor, hat einiges erkärt.

dann sehr, sehr gemütlich über möglichst kleine und unbefestigte straßen weiter in den norden

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die gegend heißt nicht umsonst lakeland, ein see nach dem anderen , war viel paddeln

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wenns mal nicht für eine brücke oder einen damm zwischen den seen reicht werden die kurzen stücke mit einer kleinen fähre überbrückt, das kostet nix und gehört zum straßennetz

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die schilder seh ich schon seit littauen, die dazugehörigen viecherln bsher noch nicht

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war dann im kolovesi-nationalpark, da kann man bissl wandern und sehr viel paddeln, gibt etliche inseln mit lagerplätzen, die leute kommen da her um 3 tage oder so mit kanu und zelt herumzugondeln, ich bin nur eine 8km-runde gefahren

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hat leider permanent geregnet, also mit neopren unterwegs und den etwas verkühlten hund im auto gelassen.

gestern in koli angekommen, da gibts auch einen kleinen nationalpark, außerdem gibts hier sehr viel gute infos zu den ganzen wandermöglichkeiten in karelia, so heißt dieser teil finnlands. nachdem ich auch dringend wieder mal wäsche waschen musste und bei dem wetter an draußen trocknen lassen nicht zu denken ist bin ich wieder mal auf einen campingplatz gefahren. der liegt sehr schön am see, allerdings ein bissl was los hier

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allerdings nur auf der rechten seite, auf der linken schauts so aus

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womo-fahrer sind schon ein komisches völkchen, die müssen sich aus irgendeinem grund immer in gruppen zusammenrotten. auf “meiner” seite vom camping haben sich dann noch hedi und odso aus helsinki mit ihrem zelt hingestellt und wir hatten einen sehr lustigen und langen abend, im endeffekt sind wir nicht alle heut früh wieder losgefahren, sie sind bis am späten nachmittag geblieben und ich bin immer noch hier. bissl paddeln, bissl spazieren, haare schneiden, wäsche waschen, auto neu sortieren, internetzen und was sonst noch so anfällt. und jetzt hat sich grad jesse, ein finnischer motorradfahrer aus turku, zu mir und dem ferdl gesellt und lagerfeuer gemacht, nachdems aber grad wieder regnet hab ich ihm einen schirm in die hand gedrückt und mich in den bus verzogen, viell klarts ja in 1h wieder auf.

also alles wieder besser, jeder einzelne finne den ich treffe betont zwar dass das der schlechteste sommer ever ist aber mal schaun, viell wirds ja noch.

the great outdoors

Posted By leon / July, 29, 2015 / 0 comments

jetzt war ich endlich mal mit rucksack unterwegs und was soll ich sagen, ich liebe dieses land.

erst noch eine kleine tagestour bei koli gemcht, war nicht sehr aufregend, das ist angeblich die “view of finland” und hat etliche dichter und sänger inspiriert:

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aber dann in den patvinsuon-nationalpark gefahren, wollte da eine nette 40km 3-tages-tour machen, ein tag um einen see, die nächsten beiden um/durch ein moor. bin erst am nachmittag weggekommen, dauert ja immer alles bissl länger bei mir, mit hundezeug, kochzeug, zelt,… brauch ich einiges am rücken

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praktischerweise ist das mein pfadfinder-jugend-rucksack, habe ich schätzungsweise mit 12 oder 13 bekommen, dementsprechend sitzt der hüftgurt über dem bauchnabel, da funktioniert er dann natürlich nicht sehr gut

erster tag wie gesagt gemütlich um einen see, 15km

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bin aber nur 8km gegangen weil dann hats mit da gleich ganz gut gefallen

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das zelt hab ich eh auch das erste mal aufgebaut. das ist halt wirklich ein 1-mann-zelt und kein 1-mann-mit-hund-zelt

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die nächte da drinnen sind für den hund und mich eine ziemlich anstengende beziehungsprobe muss ich sagen. zusätzlich zum platzproblem hat er in der ersten nacht auch noch blähungen gehabt, wer ihn kennt weiss was das bedeutet, aber niemand der das nicht selbst erlebt hat weiss was das in einem geschlossenen raum mit 1/2m³ luft bedeutet…

na aber jedenfalls sehr schön da

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bei den lagerfeuerstellen hier gibts immer eine hütte mit brennholz

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und fast immer auch gleich kochgeschirr

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und da kommt NIX weg! das werkzeug ist fas immer ein sehr gutes und hochwertiges, das kochgeschirr auch, und die leute benutzen das, waschen es danach ab, hacken bissl brennholz für den nächsten nach und nehemn ihren sämtlichen müll mit! überall anders als in skandinavien unvorstellbar

wir haben das angebot genossen, waren ausserdem gemütlich baden, nachdems tatsächlich mal einen tag schön war. dann strandposing

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ja und dann halt eine schwierige nacht im viel zu kleinen zelt, aber auch überstanden. am nächsten tag beim morgenkaffee mal alles wieder auseinanderdividiert, keine ahnung wie das funktionieren soll wenns regnet

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und wieder weiter mit schmerzendem rucksack und schmerzenden schuhen, dafür ist meine 19€-lidl-hose super

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mit “easy dry”, das bedingt allerdings auch “easy-wet”, 2 sek nach regenbeginn ist die patschnass. aber das schaffen meine teueren gore-tex schuhe auch, insofern war die hose sicher der bessere kauf

ja und dann halt viel moor-gehatsche, von oben schaut das so aus

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steile treppen beim aussichtsturm

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große pilze, verwende jetzt immer den hund als größentabelle, darf man überall mitnehmen aber ich kenn mich ja nicht aus mit den dingern deshalb lass ich alle stehen

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heidelbeeren wachsen auch überall, auf die sind die finnen ganz geil

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flußquerung, da kann man sich das floß zu sich rüberziehen

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sein klumpat draufhauen

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und sich dann selbst ans andre ufer ziehen

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der nationalpark liegt recht nah an der russischen grenze, deshalb gibts da einiges zu ballern

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aber nicht in der hauptwandersaison. wobei ich am vortag 4 leute, an dem tag überhaupt niemanden getroffen habe, hauptwandersaison ist also als begriff viell etwas irreführend

naja und die nette dame bei der nationalparkinfo, die kein wort englisch gesprochen hat, hat mir auf der karte eingezeichnet wo ich überall wasser bekomme, allerdings waren das dann immer so sumpfrinnsale

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und das wasser war auch nach dem abkochen noch eine rotbraune suppe mit viel zeugs drinnen, ich war da sehr skeptisch und daher gezwungen wohl oder über die beiden tagesetappen, plus dem rest der ersten, an einem tag durchzulatschen, bin also brav 32km gegangen, muss aber nicht nochmal sein mit vollbeladung.

am nächsten tag bin ich dann gemütlich in den nächsten nationalpark, ruunaa-nationalpark, weitergezogen, da gibts eine schöne 33km 2-tages-tour um einen “reissenden” fluss, ein flussufer runter, das andre rauf. ist sehr schön da, nehm an in kanada schauts auch ungefähr so aus

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wölfe und bären wie in kanada gibts da auch, hab ich aber keine gesehen

flussrafting mit außenborder

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hab mir zuerst gedacht die sind ja bescheuert, aber ein raftingfluss hat hier halt trotzdem kaum gefälle, mit normalem rafting-schlauchboot bräuchte man wahrscheinlich 5h von einer stromschnelle zur nächsten

ja da gibts dann halt auch viel farngemüse

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moore, wälder

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und einiges an zu überbrückendem wasser, teilweise über kleine brücken

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größere und fast gerade brücken

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dämme

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und so einem ruderbootsystem

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man fährt mit einem boot rüber

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hängt das andere theoretisch hinten an, mit beiden zurück, lässt eins an ufer 1 und dann das andere an ufer 2. prinzipiell sinnvoll, nur haben die boote keine abschleppösen am heck gehabt, auch nix wo ich das seil anbinden konnte, ist wohl gedacht dass einer rudert und ein zweiter die leine vom zweiten boot hält. war dann durchaus eine herausvordernde aufgabe das alleine und mit einem vor freudiger aufregung durchdrehenden hund zu erledigen

ja und so was hier ist das absolut genialste:

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lean-to-shelter, nehm an auf deutsch sagt man biwak dazu, da kann man nach einem regentag (und klar regnets jetzt wieder ständig) ein feuer machen und sich in den trockenen verschlag setzen, die nassen sachen zum trocknen aufhängen (trocknen nicht, aber trotzdem nett) und den abend im warmen genießen. und das innenzelt in dem verschlag aufbauen, weil moskitos gibts hier ohne ende

und von innen schaut das so aus, füße am feuer wärmen und den bachviechern zuhören, absolut genial

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und hier natürlich auch wieder alles vorhanden, sogar mehr als sonst, wer etwas nicht mehr braucht das ein andrer noch brauchen könnte lässt es einfach dort

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finds also hervorragend hier, die rucksackproblematik muss ich noch irgendwie lösen wenn ich in lappland längere touren machen will aber da wird sich auch was finden. morgen geh ich wieder paddeln falls das wetter mitspielt, git da in der nähe anscheinend eine sehr schöne 11km-kanurunde, und jetzt geh ich mal meine sachen vom wandern auswinden, seh gerade dass es eine kurze regenpause geben dürfte

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