jordan, sweet nothing and culture

Posted By leon / June, 21, 2010 / 4 comments

aqaba, im sueden, ist nicht der perfekte platz um wild zu campen, die meisten strandabschnitte sind von hotels belegt, hab mich aber im lonely planet schlau gemacht und rausgefunden dass es einen kleinen complex gibt bei dem ich um 2 dinar (ca 2,7€) stehen kann, als ich in der nacht da angekommen bin warens allerdings 8 dinar, und das war schon ein freundschaftspreis. hab mir gedacht egal, will in der nacht nix anderes suchen und bin sowieso fertig von saudi arabien, kann mir ja am naechsten tag was anderes suchen. hat sich dann aber herausgestellt dass es da ziemlich gemuetlich war, aus einer geplanten nacht sind daher 8 geworden, die tage hab ich tauchend oder schnorchelnd oder, groesstenteils, mit gar nichts verbracht. gesellschaft hat mir dabei stephan geleistet, ein franzose der 3 monate in jordanien, syrien und im libanon unterwegs ist. vom hotel selbst hab ich gar keine fotos aber das ist der blick vom hotel bzw von meinem auto auf den strand

img_2476

neben mir hat sich dann robert einquartiert, ein holllaender der gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten kann, er ist daher seit 2 jahen mit seinem motorrad unterwegs, das kommt ihn billiger als in holland zu wohnen und nichts zu tun

img_2474

nach einer woche voller gar nichts ist caroline aus belgien eingetrudelt, sind dann noch 2 tage in aqaba geblieben und waren auch gleich alle miteinander tauchen, ist sehr genial hier, besser als im oman. neben mir sind das youri, unser guide, caroline und stephan

img_2556

caroline hat mir auch ein ersatzteil fuers yak mitgebracht, der tausch hat dann 2 tage gedauert weil die mechaniker wieder mal super nett waren, dafuer, ganz was neues, vorschlaghammer und brecheisen als werkzeuge bevorzugen, ist einiges in die brueche gegangen und musste dann provisorisch nachgebildet werden

img_2482

haben uns von einer touragentur einreden lassen dass man im wadi rum nicht mit eigenem fahrzeug fahren kann und daher eine tour mit bedouinenjeep gebucht

img_2496

noetig waers nicht gewesen, zumindest nicht wenn ich den allrad wieder in gang bekomme der dem achstausch zum opfer gefallen ist. und fuer alle die wissen wo sich der zuschaltbare allrad befindet ist es jetzt eine denkaufgabe herauszufinden wie der beim tausch eines gelenks der hinterachse in die brueche gehen kann. wie auch immer, schoen wars im wadi allemal

img_2502

unter anderem 2 steinbruecken, die groesste und beeindruckenste hat unsere tolle jeeptour leider ausgelassen

jordan-181

alle brav am fotografieren

img_0579-518-x-691

und am abend haben wir in einem “beduinencamp” uebernachtet, spitze, beduinenessen war spaghetti bolognese, dazu ohrenbetaubender pop aus komplett ueberlasteten boxen, irgendwann gabs zum glueck stromausfall und dann war ruhe. aja und die moebel, sowohl tische als auch sessel, sind im beduinenstyle aus beton gegossen oder zusammengepappt

img_2541

sind dann wieder nach aqaba zurueckgebracht worden und haben das yak abgeholt, dann ueber den king highway nach petra getuckert, wunderschoene landschaft

img_2558

und am nachsten tag nach petra, durch den “siq” kommt man in die stadt

img_2575-518-x-691

die nabadaeer haben da, anstatt sie wie jeder normal denkende mensch einfach zu bauen, ihre bauwerke aus dem fels ausgemeisselt, durchaus beeindruckend

img_2580

durch einen wadi gehts rauf zur monastry

img_2630

und dahinter gibts ziemlich geniale aussichtspunkte, haben ausserdem klingende namen wie ‘end of the world’, ‘sacrifice- viewpoint’ und sonstiges

img_2646

wieder brav fotos machen

img_0679

und ueberraschenderweise waren in der frueh wenig leute da, ab mittag dann fast ueberhaupt niemand mehr. haben uns einen extrem schoenen weg zum ‘high point’ raufgeschleppt, niemanden am weg getroffen und alle touristaende waren bestueckt aber verlassen

img_2672

haben natuerlich nur geschaut. und sonst halt wieder alles wunderschoen

img_2675

nach petra hat stephan dann beschlossen wieder zurueck nach aqaba zu fahren, wollte da einen monat bleiben und den divemaster-kurs machen. also mit caroline weiter richtung amman, weiter ueberr den kingshighway, zwischenstopp in dana, einem eigentlich verlassenen dorf in dem jetzt nur noch 3 bedouinenfamilien wohnen

img_2689

waer wunderschoen zum wandern aber wir waren zu fertig von petra am vortag, deshalb nur gefuttert und weiter

und uns ein nettes platzerl gesucht, kleines plateau mit blick aufs tote meer und israel

img_2700

gestern auch gleich im toten meer herumgeplanscht, lustig, ausserdem find ichs lustig dass ich nach dem everest-basecamp jetzt am niedrigsten punkt der erde war, das tote meer liegt 412m unter dem meeresspiegel

und dann weiter nach amman, haben gleich mal ziemlich lang gebraucht um in die altstadt zu finden, da ists dann ziemlich nett mit kultur in der mitte am huegel und rundherum stadt

img_2713

bin dann gleich am parkplatz am huegel zum schlafen geblieben, hat die touristenpolizei zwar nicht gern gesehn aber akzeptiert, caroline hat sich in der altstadt einquartiert. wollten dann zwar heut schon wieder weiter aber ich brauch noch ein empfehlungsschreiben von der oesterreichischen botschaft fuer das syrien-visa und hab die botschaftszeiten heut versaeumt, nur bis 11 offen, frechheit. mit dem empfehlungsschreiben ists dann auch noch nicht fix mit dem visum, offiziell gibts an der grenze keines aber ich hoffe natuerlich auf eine ausnahme, ansonsten wuerds muehsam werden. und stephan hat sich grad gemeldet, gab einige unstimmigkeiten mit der tauchschule, also kein divemaster und er setzt sich in den bus und kommt her, sind also ab morgen wieder zu dritt unterwegs und, inshalla, in syrien.

viele alte steine

Posted By leon / June, 30, 2010 / 1 comments

gleich mal als info vorweg: facebook ist in syrien und der tuerkei gesperrt, bekomm die nachrichten zwar als mail aber kann dann nicht antworten. und falls wer versucht haben sollte mir ein sms oder so zu schreiben, mein telefon (bzw die sim-karte) hat schon vor 3 monaten den geist aufgegeben. so aber jetzt:

hab mir in amman ein referenzschreiben fuer das syrische visum geholt, ausserdem noch einen tag auf stephan gewartet und dann auf nach syrien. grenzuebergang war mittelmaessig muehsam, viel buerokratie und viel zu zahlen wenn man mit dem auto rein will, dafuer war das visum kein problem, zumindest das fuer 15 tage.
sind dann gleich mal in den suedosten nach bosra gefahren, gibt da ein fettes amphitheater

img_2730

und noch ein paar weitere ruinen

img_2736

waren jetzt generell recht schnell unterwegs weil caroline nur noch wenig zeit fuer syrien gehabt hat, also viel anschauen und viel im auto

img_2751

krak des chevaliers, laut guidebook DIE kreuzritter-burg ueberhaupt

img_2752

schoen auf jeden fall, ausserdem spitze dass es mal ein bissl kaelter war, ausserdem hats zwischendurch immer wieder geregnet, willkommene abwechslung. und das ganze in nettem huegel-setting, fast wie daham

img_2770

die stadt tartus

img_2785

war eine sehr seltsame erfahrung, sind da ein bisserl durchspaziert und alle leute haben uns angeschaut als wollten sie uns auffressen, oder zumindest sonst irgendwie ums eck bringen. sogar kinder und alte mutterln. haben uns dann schnell von da verabschiedet

img_2788

der platz schaut wunderschoen aus, in wirklichkeit ist rund um den huegel ein industriegebiet, war trotzdem nett

dann in den osten nach palmyra und wiedermal viele alte steine

img_2797

und graeber und burgen

img_2854

und wieder waren alle leute ganz seltsam und ziemlich ungut, haben uns gar nicht mehr ausgekannt, schliesslich schwaermt jeder der mal hier war von der freundlichkeit hier. also auch nicht lang in palmyra geblieben und weiter nach damaskus gezogen. stephan hat sich wieder mal selbststaendig gemacht und ist richtung norden, ich treffe ihn vielleicht in ein paar tagen wieder.

und damaskus hat uns dann, eigentlich schon voellig unerwartet, komplett umgehauen was die leute betrifft, fuers erste essen wollt der nette wirt nix nehmen egal wie sehr ich insistiert hab, beim zweiten essen hab ich mit einem iraker gequatscht und der hat mir dann auch keine chance zu zahlen gelassen. die taxifahrer sind (fast alle) nett und mit den besitzern der ganzen shops im souk (bazar) kann man auch super plaudern ohne dass sie muehsam oder zu aufdringlich waeren. und zusaetzlich gibts auch noch schoene moscheen

img_2866

den letzten geschichtenerzaehler von damaskus, erzaehlt zwar in arabisch aber ist trotzdem unterhaltsam

img_2875

und am abend tausend leute in den strassen, in den muslimischen vierteln bei tee, im christlichen viertel bei bier und wein

img_2879

und gestern abend hat sich dann caroline auch schon wieder verabschiedet, vielen dank nach belgien fuer die nette reisebegleitung!

bin jetzt noch in damaskus, bzw ein kleines stueck ausserhalb auf einem campingplatz, wahrscheinlich noch bis morgen. und bin immer wieder ueberrascht wer sonst noch mit auto hierherkommt, war schon in jordanien seltsam. ich bins gewohnt jeden auto- und motorrad-overlander zu gruessen und ein bissl zu plaudern, hab mich natuerlich auch gefreut in jordanien nach monaten ohne anderen overlandern wieder ebensolche zu treffen. die freude war aber immer nur auf meiner seite, anscheinend reist man hier fuer sich und braucht keine zwischenmenschlichen interaktionen.

aber die besitzer der 2 autos die hier mit mir stehen sind nett, allerdings auch wieder ganz anders als ich unterwegs. was braucht man wenn man 4 wochen zu zweit mit dem auto auf urlaub faehrt?

img_2882

nazumindest einen fetten man-lkw mit ausfahrbarer wohnkabine, 2 motorraedern hinten drauf, 3 angetriebenen achsen und ueberrollbuegel. koennt ja mal eine schotterstrasse kommen
;)

und meine italienischen nachbarn sind auch nett, glaub ich zumindest, ausserdem sehr sauber

img_2883

heut war bei beiden autos waschtag, nachdem sie schon vorher sauber waren nehm ich an dass das nur aus spass am waschen passiert. werd vielleicht mal fragen ob sie das yak auch waschen wollen, muesst dann ja noch mehr spass machen als saubere autos zu waschen. wie auch immer, nette leute und immer wieder interessant und lustig zu sehen welche unterschiedlichen charaktere beschliessen sich mit dem auto auf den weg zu machen. die katze unter meinem auto und ich bekommen hier jedenfalls genug attraktionen geboten, brauchen den campingplatz gar nicht verlassen.

die suche nach einsamkeit

Posted By leon / July, 10, 2010 / 5 comments

also wegen heimkommen: werde am 7.8. nachmittag in podersdorf eintrudeln wenns stimmt, wuerd mich natuerlich freuen den einen oder anderen da zu sehen, bin aber natuerlich niemand boese der keine zeit/bock hat, werd wahrscheinlich eh mit mehr als 2 leuten ueberfordert sein. und nach den ganzen monaten in muslimischen laendern sowieso nach 2 bieren umfallen.

ansonsten: war in damaskus schon am aufbruch als zwei hollaender am campingplatz eingetrudelt sind, yasper und ralf, ebenfalls mit t3 unterwegs

img_2904

mit denen wars dann ganz lustig, ausserdem haben sie mir geholfen den allrad am yak wieder zu aktivieren. hat meine abreise noch mal um 2 tage verzoegert, macht nix, hab ja nicht unbedingt einen fixen zeitplan. bin schon froh wenn ich einen ungefaehren plan hab was ich am aktuellen tag so vorhab

danach weiter in den norden zu den dead cities, sind staedte die aus unbekanntem grund verlassen wurden und jetzt als geisterstaedte herumstehen, hab mir gedacht da kann man sicher gut campen. in einem kleinen ort kurz davor hat mich dann aber romeo gefunden

img_2916-518-x-691

und dann war ich statt zu campen 2 tage bei ihm und seiner familie, exrem nette und liberale leute, hab einiges gehoert was ich mir in einem arabischen land sicher nciht erwartet haette. und auf dem bild gibts gerade ausgiebiges fruehstueck, ueberhaupt wurde ich da ziemlich gemaestet

und zwischendurch mal kurz die dead cities angeschaut

img_2929

waer tatsaechlich extrem genial da zu campen aber daran war in dem fall natuerlich nicht zu denken

daher nach 2 tagen weiter nach aleppo

img_2943

dort den stephan noch mal am abend getroffen, als ich um mitternacht zum auto zurueckgekommen bin hat mich der nette mann vor dessen garten ich gestanden bin schon erwartet und dann hats noch tee und futter bis 02:30 gegeben

wollt in aleppo eigentlich mein visum verlaengern lassen, ist eindeutig nur fuer 15 tage, die leute beim immigrations-buero haben aber gemeint dass ich bis zu einem monat gar nix machen muss. na mal schauen was die netten leute bei der ausreise dann dazu meinen.

jedenfalls nicht lang da geblieben weil ich jetzt eh so viel stadt gehabt hab in letzter zeit, wollte wieder mal ein paar tage ganz allein sein und hab mir gedacht im euphrat-tal ist das sicher problemlos moeglich. am ersten abend in die wueste neben bahnschienen gestellt, am abend besuch von ein paar kindern bekommen, in der frueh von einer sehr selstsamen bewaffneten sicherheitsmanschaft oder so die auf einer draisine dahergekommen ist. die waren eher ungut und wollten dann dass ich das auto stehenlasse und mit ihnen mit der draisine mitkomm, hab ich nicht gemacht und bin weg

img_2963

qalaat jabar, von der burg ist nicht mehr viel uebrig aber das setting kann man lassen. ausserdem lustig dass man zu einem wirten gehen muss der einen dann in die burg reinlaesst und gleich einsperrt, zu einer ausgemachten zeit laesst er einen dann wieder raus

weiter nach rusafa, hab gedacht dass das ruinen mitten in der wueste sind und ich da gleich ein einsames nachtlager find. sind auch ruinen in der wueste aber ein dorf gleich daneben, dieser traktorfahrer war dann nur der erste meiner begleiter

img_3002

wieder viele alte steine

img_3022

hab dann trotzdem da geschlafen, sind ja alle super nett, hat halt wenig mit meiner suche nach ein bissi fuer mich sein zu tun gehabt

am naechsten tag weiter den euphrat entlang nach zenobia, den naechsten alten steinen. das euphrat-tal ist schoen, allerdings ist alles was gruen ist, also alles links und rechts vom fluss, bebautes farmland. hab dann trotzdem einen schoenen platz am wasser gefunden

img_3102

und schon fast gedacht dass ich da allein bleib, besuch hat aber nicht lang auf sich warten lassen

img_3090

eine familie vom naechsten dorf, waren sehr lustig drauf, ausserdem wars mal eine auesserst willkommene abwechslung dass die maedls auch gelacht und mit mir geredet haben. also irgendwie kommuniziert besser gesagt, englisch hat niemand gesprochen und mein arabisch kommt auch nicht ueber die ersten hoeflichkeitsfloskeln hinaus

img_30921

die alte war am lustigsten, hat ausserdem immer meine sonnenbrille aufgesetzt und sich dann am meisten drueber abgehaut wie sie damit ausgesehen hat. haben mich zu sich eingeladen aber ich hab die ruinen noch nicht gesehen gehabt, daher dankend abgelehnt und am abend sind sie wieder abgezogen.

nach noch einem weiteren abendlichen besuch von einem schafhirten hab ichs dann in der frueh zu den ruinen geschafft und mir da einpassendes fruehstuecksplatzerl gesucht (is ein bissl ein suchbild)

img_3129

und danach weiter nach deir ez zur, kleine stadt aber sehr viel betrieb und am markt wird so viel geschrieen wie nirgendwo sonst

img_3137

hab da nur vorraete aufgefuellt und was gefuttert und dann…

img_3164

hab ich doch tatsaechlich…

img_3173

das stueck wueste und einsamkeit gefunden das ich schon seit tagen gesucht hab…

img_31801

und das geniesse ich gerade ziemlich, das wetter meints auch gut mit mir und schickt mir viel wind, dadurch ist die hitze ertraeglich und die moskitos lassen mich in ruhe. werd das noch ein bissi auskosten und mich dann schweren herzens quasi von all den wuesten auf der reise veranschieden muessen. waren oft muehsam, manchmal saumuehsam, aber auch immer schwer beeindruckend, wird mir schon ein bissl abgehen. und morgen, wenn ichs geschafft hab mich hier loszureissen, mach ich mich dann – mit kurzem zwischenstopp um diese wundervolle reiiseabschnittsdokumentation online zu setzen – auch schon auf in richtung tuerkei, sind keine 200km mehr von hier. schee wors wieder mal

img_3214