cruising the tuerkische riviera

Posted By leon / July, 21, 2010 / 8 comments

bin von syrien ueber eine kleine grenze in die tuerkei gefahren, das war praktisch weil da hat niemand gewusst was er mit mir anfangen soll, dadurch ist auch keinem aufgefallen dass ich eigentlich noch 200 dollar dieselsteuer nachzahlen muss, also gut so.
und in der tuerkei hab ich mir gedacht dass ich moeglichst schnell an die kueste will, hab mir deshalb gleich mal tuerkische muntermacher reingehaut

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und bin ueber ein paar huegel an die kueste gefahren

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und da wars dann erst mal aus mit der romantischen vorstellung eines schoenen mittelmeeres das ich jetzt 3 wochen gemuetlich entlangtuckern kann. bin bei mersin ans meer gekommen und hab mich dann bald gefragt wann die stadt aufhoert, nach 50km hab ich dann einsehen muessen dass das schon lang nicht mehr die stadt ist sondern die kueste einfach so aussieht hier. 10m strand, kleiner asphaltierter gehweg und dahinter 4 reihen hochhaeuser und ferienclubs. und das ganze noch komplett versaut und eine milliarde touristen pro quadratzentimeter, zwar ausschliesslich tuerkische touristen aber das hats auch nicht besser gemacht. hab also schon das schlimmste befuerchtet fuer die naechsten tage, zum glueck is es aber nicht ewig so geblieben, zwischen silifke und alanya hab ich doch noch zumindest ein stueck von dem kuestenabschnitt gefunden den ich fuer den ganzen weg erhofft hab

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besonders wenns zwischendurch ins hinterland gegangen ist

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weil die kueste eine steilkueste ist

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ganz so bleiben wirds aber auch hier nicht, wird schon fleissig an einer autobahn, oder zumindest schnellstrasse, fuer den abschnitt gearbeitet

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und nicht ins hinterland gefahren sondern an der kueste geblieben bin ich weil vergangenes wochenende die geli noch mal vorbeigeschaut hat, flug hat sie nur nach antalya bekommen, habe mich schon darauf eingestellt hier bedingungen wie bei mersin vorzufinden. aber, hoechst erfreulich, antalya ist anders, die tausend russischen, deutschen und oesterreichischen touristen bekommt man quasi gar nicht zu gesicht weil sie alle in ihren clubs bleiben, alles ist bedeutend sauberer und die leute ziemlich genial. bei der suche nach einem campingplatz bin ich gegenueber vom oeffentlichen strand auf ein kleines waeldchen gestossen, da campen 4 oder 5 tuerkische familien aus ankara und der umgebung hier, hab ich mich dazugestellt

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und vom ersten moment an haben sich alle um mich gekuemmert, koennte den ganzen tag damit verbringen eine einladung nach der anderen zu fruehstueck, mittag-, abendessen oder zumindest cay wahrzunehmen

freitag abend ist dann geli angekommen und wir haben uns fuers wochenende in die berge verzogen, nur 10km im hinterland schauts dann wieder komplett anders aus, schoen naemlich und nette kleine doerfer

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leckere forellen um fast kein geld und die dazugehoerigen baeche

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und seit sonntag abend bin ich wieder allein, hab mir gedacht ich geh am montag noch zur werkstatt und fahr dann gleich weiter. in der werkstatt ist dann ein bisserl was repariert worden und ein bisserl was zerstoert worden, am rueckweg hab ich dann aber praktischerweise eray getroffen. eray ist auch mit t3 unterwegs, nachdem er ein italienisches nummerntaferl hat bin ich gleich mal stehengeblieben, hat sich dann herausgestellt dass er tuerke ist der im winter immer in italien wohnt, hat mich gleich am naechsten tag zum fruehstueck eingeladen und gemeint nachher zeigt er mir eine werkstatt bei der der schaden noch am geringsten gehalten wird. haben wir dann auch so gemacht, das ist eray am naechsten tag beim spureinsteller

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naja und dann hab ich auch den restlichen tag mit eray und seinen freunden verbracht, am abend dann auch die altsatd angeschaut

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auch nett, touristen nur direkt am hafen und alle leute genial

ja und heut wollt ich wieder weg und bin aber immer noch da, wieder den ganzen tag mit eray und seinen freunden unterwegs und am abend gehts wieder zu meinen familien am strand. also mein antalya-fazit bisher bestaetigt zwar die komplette nicht-existenz von netten straenden und natur aber die leute hier schaffen es in beeindruckender art und weise diesen mangel mehr als wett zu machen

freude, schoener goetterfunken…

Posted By leon / July, 30, 2010 / 7 comments

…europa hat mich wieder. zumindest mal im geografischen sinn, im politischen ist das ja so eine sache mit der tuerkei. die tuerken die ich gefragt hab wuerden sich eher zu europa zaehlen obwohl nur 4% des landes auf dem europaeischen kontinent liegen.
aber wie auch immer: bin dann noch ein paar weitere tage in antalya geblieben, wollt noch den beginn von einem dj-festival abwarten und ausserdem wars so lustig mit allen leuten. da haetts dann sogar einen fernsehbericht ueber mich geben sollen, quasi ich bin um die welt gefahren nur um aufs tolle festival zu kommen, ausserdem haett ich interviews machen sollen. ist dann aber immer verschoben worden, am ersten abend waren auch so ca 150 leute statt den erwarteten 4000 da, der dreh wurde dann auf den 2.tag verschoben aber da wars mir dann zu bloed und ich hab beschlossen doch mal aufzubrechen.
na und weil ich so ein toller gast war haben eray, sein mitbewohner nuri und sein areitskollege ahmet befunden dass sie mich noch ein bisschen begleiten muessen, sind also alle vier nach olympos weitergefahren

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von links nach rechts sind das nuri, ahmet, die bestizerin von dem lokal vor dem wir gestanden sind (auch eine freundin von den dreien) und eray. und am abend sind noch erays cousine eylem und tebriz (oder so aehnlich) dazugekommen

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waren also genug leute ums lustig zu haben und olympus selbst ist auch ganz nett

aber irgendwann dann halt doch abschiedsfoto, den gelben t3 hat eray aus italien hergebracht

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hab mich dann mit vielen guten tipps und ratschlaegen weiter auf den weg gemacht, ist allerdings nicht leicht hier schnell voranzukommen, bin immer wieder von straenden und so aufgehalten worden. weil, was den massentourismus betrifft, der ist westlich von antalya auch nicht mehr so wirklich ausgepraegt

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ja und, wie immer, hinterland mit schoen und syncro-gerechten strecken

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von dem platz bin ich dann aber leider weeggestampert worden, macht nix, hab ich mich im wald versteckt

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hab mir dann zwischendurch mal angeschaut wie viel zeit ich noch hab und hab dadurch erst bemerkt wie sehr ich herumgetroedelt hab, war zwar sehr sehr angenehm aber hab dadurch ein bissl einen stress aufgerissen und musste quasi alle tipps in den wind schlagen, alle plaene canceln und doch ein bissl ans kilometermachen denken

und diesen plan hab ich dann auch einen tag lang wunderbar verfolgt. als ich nach foca gekommen bin (uebrigens auch sehr schoen) hab ich dann allerdings erfahren dass da am naechsten tag ein rockfestival startet und ganz unbesucht hab ich das auch nicht lassen koennen. also ein bisserl in foca geblieben, hatten da sogar einen vorreservierten parkplatz fuer mich

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location fuers festival war eine halbinsel mit buehne quasi schon am wasser

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war ziemlich ok, genau die richtige groesse, karte 5 tage inkl camping 35€, bier 1,5€, kebab 1,5€. so haett ich das in oesterreich bitte auch gerne. einziges manko, und fuer ein festival von nicht geringer relevanz, war die qualitaet der bands, war eigentlich nur eine gut. aber war der erste von 5 tagen, wollten die veranstalter wahrscheinlich noch nicht ihr ganzes pulver verschiessen.

war aber nur einen abend am festival, wie schon erwaehnt muss ich ein bissl weiterkommen, will naemlich noch die evi in athen besuchen. also falls die griechen wieder die tankstellen oeffnen, wenn die weiterstreiken muss ich das canceln sonst sitz ich naemlich naechstes wochenende ohne treibstoff auf einer griechischen autobahn statt im podo. aber egal, bin also gestern weiter und, wie schon erwaehnt, gleich bis zur kontinentgrenze gekommen. nachdem istanbul von der kueste aus ein ziemlicher umweg gewesen waere hab ich daher diesmal die dardanellen dem bosporus vorgezogen. grad noch in asien

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dauerts nur 10min nach europa

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und da bin ich jetzt, traraa, und schlag auf schlag gehts weiter, faehre hinter mir und griechenland direkt vor mir, in einer stunde bin ich also auch politisch ohne zweifel in europa. und unfassbarerweise voraussichtlich in einer woche zuhause. kinder, wie die zeit vergeht.

it’s all said and done, it’s real, and it’s been fun

Posted By leon / August, 5, 2010 / 14 comments

so, also nachdem das mein letzter blogeintrag wird gibts diesmal hier keine nette reisegeschichte mit schoenen bildern, statt dessen viel text und natuerlich viel pathos, also wer da nicht drauf steht der versaeumt gar nix wenn er jetzt nicht weiterliest, nur mal so vorab.

dennoch sehr kurzer bericht der letzten reisetage: athen ist ausgefallen, die griechen haben ihr tanklasterproblem nicht in den griff bekommen, waer ihnen zu wuenschen dass sie das bald mal schaffen. habe dadurch 3 extra strandtage in nordgriechenland gehabt, schoen und nett wie immer, bin ja nach wie vor ein grosser griechenlandfan. ausserdem sehr erfreulich dass ich waehrend griechenland ein mail von meiner reifenfirma, general tires, bekommen hab, die wollten mir schon in dubai einen neuen reifensatz spendieren aber irgendwie hat das dann alles nicht geklappt, mein erster reifensatz hat aber alles brav durchgehalten und jetzt bekomme ich den neuen reifensatz wenn ich ankomme, das ist auch hoechst willkommen. aber zureuck zum thema, mazedonien auch sehr nett, bin ich aber mit kurzen pausen nur durchgefahren, serbien ebenfalls schoen, besonders palic, und jetzt bin ich auch schon in ungarn. und morgen gehts ueber die grenze nach oesterreich, erstmal in niederoesterreich die familie wiedersehen, uebermorgen dann nach podersdorf und ein paar freunde treffen und am sonntag sollte ich dann, nach inzwischen 28 laendern (davon 23 mit auto), mehr als 16 monaten und knappen 68.000 km, wieder in wien eintrudeln

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68.000 km klingt gar nicht so viel, muss man aber bedenken dass so ca ¼ offroad war, zb so:

gatschpartie-link

ok, so schlimm wars zum glueck nicht oft aber halt manchmal

und jetzt ist mein kopf grad ziemlich voll und eigentlich ueberfordert mit den eindruecken dieser 16 monate. haette gedacht dass es ein seltsam ungewohntes gefuehl wird je naeher wien kommt und je westlicher alles wird, statt dessen fuehlt es sich irgendwie ganz normal an waehrend die 16 monate reise komplett unrealistisch wirken. so unwirklich wie es mir letzten april vorgekommen ist dass ich in tibet aufs everest-basecamp fahren werde, genauso unwirklich scheint es mir jetzt dass ich dort war. aber gleichzeitig auch unglaublich genial. jedenfalls ein weltklasse gefuehl bei dem jeder versuch von mir es hier in worte zu fassen sowieso scheitern muss weil ichs ja selbst noch nicht ganz begreife.

ja und eine andere sache die mich natuerlich auch extrem gefreut hat war die unglaubliche unterstuetzung von so vielen leuten waehrend der ganzen zeit, hatt sowohl aufgebaut wie auch praktisch weitergeholfen. also vielen lieben dank liebe familie und freunde, ihr habts ja ein bissl was mitmachen muessen mit mir, planung, autoausbau, blogbasteln usw., und dann natuerlich die groesseren und kleineren problemchen waehrend der reise, habts euch gut geschlagen. und danke liebe reisebegleitungen, hat mich immer wahnsinnig gefreut besuch zu bekommen, besonders guenther und michi waren in den zwei fuer mich schwierigsten zeiten (tibet physisch, australien psychisch) mit dabei. Und natuerlich auch den reisebegleitungen die unterwegs dazugekommen sind oder bei denen ich zu gast war, hoffe die meisten von euch bald mal wiederzutreffen. danke auch an die mitglieder der diversen australischen und besonders natuerlich des oesterreichischen t3-forums (www.vwt3.co.at) fuer die technische und logistische unterstuetzung. und danke meinen sponsoren (haett ja nie gedacht dass ich diese worte mal verwenden werde), von dwarf8 gibts ein paar leiberl (die hab ich noch gar nicht gesehen, warten bei der mama) und von general wie schon erwaehnt einen reifensatz.
und danke euch allen die diesen blog lesen und mich damit motiviert haben ihn zu schreiben! ich fuehre ja kein tagebuch oder sonst irgendwelche aufzeichnungen von der reise, ist also auch fuer mich spitze das jetzt zu haben. und ich hoffe natuerlich dass ich damit ein bisschen inspirieren und/oder unterhalten konnte.

Ja und – obwohl ich mich hier bemuehe niemanden namentlich zu erwaehnen weil das einfach viel zu viele waeren und ich das dann persoenlich nachholen werde – muss ich doch auf jemand ganz besonderen naeher eingehen: also, DANKE DANKE DANKE liebes yak! ich weiss ich habs dir nicht immer leicht gemacht. ich hab dich schwerst beladen und mit deinen gemuetlich 70ps ueber und durch fast jede moegliche und unmoegliche oberflaechenkonsistenz dieser erde gequaelt, durch schnee und wueste, vom niedrigsten punkt der erde bis zum hoechsten befahrbaren pass. ich habe dich zweimal in einen container gesteckt und zweimal bist du da ziemlich laediert wieder rausgekommen. Und wenns dann mal zu viel fuer dich war hab ich dich in die haende von ganz fuerchterlich groben und unwissenden menschen gegeben weil ich sogar nach unseren gemeinsamen 16 monaten noch immer keinen plan von autos habe.
ABER vergiss bitte auch nicht die schoenen zeiten, und die haben ja sowas von ueberwogen! ist doch viel lustiger durch die welt zu fahren als weiterhin oesterreichischen panzern am schlachtfeld starthilfe zu geben. als wenn die bis zum schlachtfeld kommen wuerden. viel schoener bist du jetzt ausserdem weil dich alle moeglichen leute auf 3 verschiedenen kontinenten dekoriert haben. und, auch wenn du’s nicht immer zugeben wolltest, ich hab doch gemerkt dass du dich auch am wohlsten gefuehlt hast wenns mal wieder abseits weitergegangen ist. also hats uns beiden gefallen

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und damit ich jetzt nicht noch mehr schwachsinn von mir gebe lass ich das schreiben jetzt lieber sein und schliesse mit einem benjamin franklin-zitat das ich mir ungefragt von lutz’ homepage ausborge (danke lutz!) und das mich seit dem iran (da hab ichs naemlich entdeckt) begleitet:

the man who trades freedom for security does not deserve nor will he ever receive either

amen