am dach der welt

Posted By leon / August, 14, 2009 / 10 comments

lange nicht zum schreiben gekommen, in xinjang ist internet und telefon gesperrt und in tibet bin ich zwar einmal ins internet gekommen, bevor ich was online stellen konnte ist die verbindung aber unterbrochen worden. viel is inzwischen passiert, deshalb wirds diesmal ein bisserl laeger:

guenther um 3:30 in bishkek vom flughafen abgeholt

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am weg dorthin natuelich noch eine nette begegnung mit der bishkeker polizei gehabt, diesmal den fuehrerschein aber zum glueck behalten, daher haben wir uns nach ein paar stunden schlaf auf den weg richtung torugart machen koennen, den pass zwischen kirgistan und china. kurz davor dann bei tash rabat, einer alten karvanserai, esther und jan getroffen

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die beiden sind jetzt mit uns durch china unterwegs, wollten ueber pakistan fahren, das war dann doch zu gefaehrlich und sie haben sich noch kurzfristig bei unserer reise angehaengt, meine chinesische reiseagentur hat die genehmigungen sicherheitshalber gleich fuer 2 autos eingeholt gehabt. und damit sind sie unterwegs, ein magnus deutz, ehemaliges feuerwehrauto, ein bisserl professioneller eingerichtet als der kleine bus

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wiedermal wunderschoene landschaft auf der fahrt zum pass

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und nach einem ziemlich problemlosen grenzuebergang sind wir bereits in china, an der grenze holt uns ein guide ab der uns bis kashgar bringt, er war am vorabend ein bisserl feiern und ist daher nicht so gespraechig

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beeindruckendes tal auf dem weg nach kashgar

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und in kashgar werden wir jack, unserem guide bis lhasa, uebergeben. jack ist nett und motiviert, leider war er noch nie in tibet und scheint keine grosse reiseerfahrung zu haben, hat ausserdem am meisten probleme mit der hoehe, er ist aber wie gesagt nett und motiviert und wir haetten es sicher schlimmer treffen koennen

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kashgar gefaellt uns ziemlich gut, von der alten stadt ist zwar nur noch wenig uebrig aber auch der neue teil passt, haben ziemlich viel an vorbereitungen zu tun, sehr viel seightseeing geht sich also nicht aus. so schauts hier aus, hier zb waren wir futter kaufen:

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guenther und ich vor mao

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leider kein foto gibts von der militaerpraesenz, nach den unruhen in uer黰qi anfang juli sind die strassen hier voll von militaertrucks und einheiten die auf den plaetzen herumstehen, mit holzknueppeln und finsterer miene, soweit eine finstere miene moeglich ist, sie sehen naemlich alle aus wie 16 oder 17.

am abend haben guenther und ich den “night market” inspiziert, da gibts futter und bierchen, war ganz witzig, haben ausserdem viel geld fuer luftballons zerschiessen ausgegeben

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am naechsten tag frueh tagwache weil wir uns den sonntaeglichen animal market angeschaut haben, da gibts unter anderem kuehe

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schafe

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esel

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und toechter?

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kamele wurden uns eigentlich auch versprochen, hats allerdings keine gegeben, haben wir dann auf der fahrt richtung tibet gesehen

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richtung tibet gehts bergauf

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erste ernstzunehmende paesse

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schmelzwasserflussquerungen

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die kleinen bekommen nach wie vor stofftiere

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die staedte sehen aus wie im western, breite staubige strasse, links und rechts lokale und werkstaetten und zwischendurch auch mal eine sau

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waehrend erster reperaturen an jan’s lkw wird der bus von den kindern vom mechaniker getestet, der kleine ist daraufhin gar nicht mehr aus dem bus rauszubekommen, links im bild uebrigens der powerranger der uns seit kashgar vor allem boesen beschuetzt und daher nicht verschenkt werden kann

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vor der einreise nach tibet suchen wir uns unseren ersten gemeinsamen schlafplatz

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leider zu nah an einer militaerbasis, muessen deshalb wieder weg, esther, jan und jack schlafen im nahen dorf, guenther und ich fahren ein bisserl weiter und schlafen draussen

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am naechsten tag gehts uns allen ziemlich schlecht, haben auf 4400m geschlafen und das alle nicht so gut vertragen, haben aber einen extrem anstrengenden tag mit der fahrt nach tibet vor uns, muessen eine lange strecke fahren da wir durch aksai qin kommen, einer provinz in der wir nicht anhalten duerfen. wir muesen erst mal auf eine hochebene, sieht eigentlich aus wie in der wueste

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tierkadaver, wahrscheinlich ein verendeter schweinetransport

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der tag verlangt uns und den autos so ziemlich alles ab, wir ueberqueren 6 (!!!) paesse ueber 5000m, darunter auch gleich den hoechsten unserer tour, den quishan la mit 5380m, nicht von der tafel verwirren lassen

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am tag darauf gehts uns besser und sogar die strasse meint es ploetzlich gut mit uns

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jan’s truck braucht einen mechaniker, guenther und ich fahren voraus nach ali, hauptstadt der gleichnamigen provinz, ohne guide gibts ploetzlich keine probleme mehr an checkpoints, bei essensbestellungen, usw… in ali angekommen spielen wir mal eine partie pool mit den locals, wir gewinnen obwohl ich’s schaffe keine einzige kugel zu versenken

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tibetischer wasserkocher, findet man hier ueberall

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trotz erster zusagen dass die strassen nun bis lhasa asphaltiert sind muessen wir herausfinden dass uns noch 700km nicht-asphaltierte strasse bevorstehen, wie schlimm das wird wissen wir da zum glueck noch nicht.
freuen uns erstmal als naechste station zum kailash, dem quasi heiligsten berg der buddhisten, zu fahren, dort uebernachten wir und gehen am naechsten tag einen teil der kora, der umrundung des heiligen berges, die ganze geht sich leider nicht aus weil wir unserem zeitplan sowieso schon hinterherhinken. erste befuerchtungen dass man den gipfel bei der kora gar nicht sieht stellen sich zum glueck als unbegruendet heraus

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andere pilger

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lastenyaks, sie bringen zeugs zu einem auf 5000m gelegenen kloster und zu zwei verpflegungszelten am weg

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wiedermal unterschaetzen wir die hoehe und kommen alle mehr schlecht als recht wieder zu unserem schlafplatz (der auch auf 4600m liegt), am naechsten tag fahren wir zum manasarowar lake, einem heiligen see ganz in der naehe. ausnahmsweise muessen wir mal nur 40km fahren, nachdem aber am weg leider meine wasserkuehlung im bereich vom komplett verbauten hinteren waermetauscher ein bisserl undicht wird und sich das kuehlwasser im innenraum verteilt dauern auch diese paar kilometer wieder ziemlich lange. zum glueck ist jan dabei, ich beschraenke mich bei der reperatur faehigkeitsbedingt auf eine assistentenrolle. kurz spaeter haben wir zum glueck wieder mal einen schlafplatz ausseerhalb einer stadt

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und eigene wachhunde

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am weg weiter nach saga gibt der erste stossdaempfer den geist auf, bei der schadensbegutachtung wird gleich ein loses motorschutzblech prognostiziert und befestigt, obwohl wir uns so ziemlich im nichts befinden laesst publikum nicht lange auf sich warten

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danach gehts weiter nach saga, der haesslichsten drecksstadt die es gibt, wir kommen wie immer in der nacht an, alles stinkt, ist laut und alle sind betrunken, laut guenther sind die hotels genau solche drecksloecher wie die gesamte stadt, war noch nie in tichuana aber ungefaehr so stell ichs mir vor

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und heute haben wir es endlich geschafft, haben die schlechten strassen hinter uns, haben dafuer den gesamten gestrigen tag, die nacht (bis auf 2,5 stunden schlaf waehrend einer strassensperre) und den heutigen vormittag bei den mit abstand schlechtesten bedingungen und einem schnitt von vielleicht 15 km/h durchfahren muessen, so hats zb heute vormittag ausgesehen

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einige autos um uns herum liegengeblieben, so schlimm wie den hats zum glueck sonst niemanden erwischt

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fazit der strecke bisher die autos betreffend, teilweise (notduerftig) repariert:

jan:
2x kotfluegelhalter abgerissen
tankhalter abgerissen
dachtraeger abgerissen
2x reifen kaputt

leon:
beide hinteren stossdaempfer zerstoert
kuehlwasserschlaeuche beim hinteren waermetauscher kaputt
bremsfluessigkeitsverlust beim linken hinterrad
widerliche bremsgeraeusche beim rechten vorderrad
vorgluehanlage kaputt
oelthemperaturanzeige spinnt
auspuffendtopf kaputt
dichtungen an beiden hinterachsen undicht
motor stirbt ohne joker ab

und das ist nur das was mir bisher aufgefallen ist und jetzt grad einfaellt, ich hoff das meiste in lhasa reparieren zu koennen, passende stossdaempfer zu finden wird wahrscheinlich am schwierigsten, gibts laut ersten mechanikeraussagen in ganz tibet nicht

und bisheriges gesamtfazit:

wahnsinnig beeindruckend, sehr anstrengend und viel zu wenig zeit fuer land und leute, wir kommen fast nur zum fahren und schlafen, wird sich aber hoffentlich jetzt aendern, sollte jetzt auch oefters gelegenheit finden was online zu stellen, dann muss ich niemanden mehr mit so unertraeglich langen beitraegen nerven. aber freut mich wenn wirklich wer bis hierhergekommen ist ;)

allen zweiflern zum trotz…

Posted By leon / August, 19, 2009 / 20 comments

…bin ich mit dem bus nach lhasa gekommen und zwar dermaßen stilvoll!!!

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diesem foto vor dem potala-palast, dem früheren sitz des dalai lhama, ist natürlich eine kleine shoppingtour vorausgegangen, bilder unter anderem davon sollte es inzwischen in der picasa-gallery geben, kirgistan und tadjikistan sind auch nachgeholt

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in lhasa angekommen haben wir laghpha (falls man  ihn so schreibt), unseren guide ab hier, kennengelernt, er ist tibeter und kennt sich sowohl in lhasa (wo er auch wohnt) als auch auf der strecke bis kathmandu so aus wie sich das für einen guide gehört, eine sehr willkommene abwechslung

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jack ist nach wie vor bei uns, er hat noch kein zugticket für die rückfahrt nach kashgar bekommen und begleitet uns weiterhin ein bisschen, am ersten abend in lhasa waren wir mit ihm hot pot essen, so was ähnliches wie fondue, es gibt einen pot mit einer scharfen und einer milden suppe, reingehalten wird so ziemlich alles, yakrolle war am besten, fischhäute hätten nicht sein müssen

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nette werkstatt gefunden um das auto ein bisschen zu pflegen, stossdämpfer habe ich neue wenn auch zu schwache, bessere muss ich versuchen mir nach nepal schicken zu lassen, der rest ist laut den mechanikern super, will mir keine sorgen machen und glaube ihnen einfach dass sich alles selbst repariert hat, hab auch gleich mal ölwechsel machen lassen und alle filter getauscht also sollts fürs erste wieder passen. jans lkw hat ein bisserl länger gebraucht, ist jetzt aber auch wieder fit

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gebetsmühlen in der nähe des potala-palastes, das stadtbild ist geprägt von pilgern die die kora um die heiligen plätze der stadt gehen

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wie hier die kora um den jokhang-tempel, links und rechts ist alles voll mit ständen sowohl für touristen als auch tibeter, es ist quasi der religiöse wie auch wirtschaftliche mittelpunkt der stadt

und zum abschluss weils so schön war noch mal ein büdl in einserpanier mit laghpah und pinguin

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qomolangma – berg der berge

Posted By leon / August, 23, 2009 / 12 comments

haben ja leider einen ziemlich knappen zeitplan in china, haben deshalb lhasa nach 3 tagen wieder verlassen müssen, erst mal wieder zurück nach lhatse, sehr netter ort, im innenhof von einem netten guesthouse mit super netter familie sind der günni und ich schon bei der hinfahrt fast einen ganzen tag ohne beschäftigung abgehangen, haben wir bei der rückfahrt wiederholt.
am nächsten tag mal kurz von esther und jan getrennt, günni, laghpah (unser guide) und ich sind richtung mount everest – bzw qomolangma wie er hier heißt – basecamp aufgebrochen, esther und jan sind es ein wenig chilliger angegangen, sind schon in die nähe der nepalesischen grenze gefahren, entspannen und fotografieren.
von dem punkt an dem wir uns getrennt haben waren es nur noch 100km bis zum basecamp, die aber sehr mühsam, 3x auf über 5200m und danach jedesmal wieder unter 4000 runter, dazu waschbrettpiste also ziemlich zaach – aber ausgezahlt hat sichs, hier unser erster blick auf den berg der berge

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das hat schon basecamp geheißen, hier hat der kleine bus mal warten müssen

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wir sind mit einem “umweltfreundlichen pendlerbus” noch 3km weiter gefahren, dort war eine militärbasis und angeblich war dort das richtige basecamp, nachdem aber zur zeit überhaupt keine gipfelstürmer da waren können wir das nicht mit sicherheit verifizieren, egal, war ziemlich genial nur zu zweit am letztmöglichen fleckerl ohne genehmigung zu sein

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hier haben wir geschlafen, neben einem kloster auf 5000m, haben zwar nicht viel geschlafen aber erstaunlicherweise sonst gar nix von der höhe gespürt, die 3 wochen höhentraininghaben sind also doch für was gutgewesen

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eigentlich hätten wir die gleiche strasse zurück fahren sollen, es gibt aber einen shortcut zu dem ort an den wir mussten, anfangs laut laghpah für uns nicht fahrbar, irgendein wahnsinniger fahrer hat dann aber gemeint wir schaffen das schon mit dem bus, waren natürlich begeistert weil die strecke kürzer ist und keine waschbrettpiste. wär ich aber nie gefahren wenn ich vorher gewusst hätte was uns erwartet, die ersten 10km konnte ich nicht mal im ersten gang fahren, nur in der geländeuntersetzung mit teils rauchender kupplung, als die strasse besser geworden ist hats dann so ausgesehen

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links gehts ein bisserl runter und die strasse ist nicht unbedingt waagrecht, war durchaus ein prickelndes erlebnis, mit dem ganzen gewicht auf dem dach wär ich solche schräglagen auch im flachen nie gefahren, hier gabs halt keine alternative, erstaunlicherweise is aber alles gut gegangen

laghpah hats kaum mitbekommen, wenn er bei uns mitfährt sitzt er hinten und schläft meist, wenn er uns was mitteilen will läuft die kommunikation über günther und das seitenfenster ab

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die kleinen freuen sich genauso wie wir dass wir die strasse überstanden haben

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nein, nicht ganz, wollen geld von uns, war leider fast in ganz tibet so

danach über unseren letzten 5000er pass gefahren, haben noch kleine gebtetszettelchen dem wind anvertraut und damit unser glück beschworen
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und heut haben wir uns  eine wunderschöne strasse richtung nepal runtergeschraubt
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nur ein kleines stück war baustelle, wollten uns eigentlich warten lassen bis die arbeiter am abend fertig sind, haben uns letztendlich aber doch schon früher durchgelassen

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und jetzt warten wir in zanghmu, einer der seltsamsten städte überhaupt, gebaut mitten am abhang, auf den grenzübertritt morgen früh

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sollte also in der nacht nichts ausergewöhnliches mehr passieren – und davon ist nicht auszugehen weil sich der günther am hotelzimmer gerade von den scharfen tibetischen speisen erholt und die hiesigen bars daher auch hier von uns verschont bleiben – dann sind wir morgen abend schon im touristengewimmel von kathmandu. seltsame vorstellung.