ein schlenkerer in den westen

Posted By leon / August, 6, 2015 / 1 comments

so, ich habe grad gar keine lust zum blog schreiben aber soeben 5,- fürs lahme w-lan bezahlt, also muss ich da wohl in den sauren apfel beißen und das ausnutzen. und zusätzlich wurde ich gerügt dass ich zu wenig schreibe, dachte immer es will eh keiner was lesen sondern nur bilder sehen, jetzt muss ich also zu allem übel auch noch mehr schreiben, wens nicht interessiert darf natürlcih gerne weiterhin beim rein optischen blogstudieren bleiben.

bin nach meinen letzten wanderungen im osten von finnland mal in den westen gefahren, an die ostsee nach oulu. da wollte ich hin weil mich tuomo aus dem finnischen t3-forum zu sich und seiner family eingeladen hat. bin da ziemlich verspätet aufgetaucht, hat immer wieder so stark geregnet dass ich für ein od zwei stunden pause machen hab müssen weil ich nix mehr gesehen habe, dazwischen dann aber wieder 15 minuten sonne und da muss man dann auch gleich stehen bleiben und sofort alles rausstellen was trocken werden muss

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bin dann wie gesagt erst am späten nachmittag nach oulu gekommen und hab mir daher nicht mal mehr die stadt angesehen sondern bin gleich zu tuomo, der hat sich mit seiner frau und seinem sohn da ein sehr schönes haus und eine riesige scheune renoviert, schon nett wieviel land man hier für relativ wenig geld bekommt. war sehr nett dort, hat was leckeres zu essen gegeben, fotos wollen sie keine im netz was ich natürlich respektiere, von ihren schafen darf ich aber eins reinstellen:

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nach dem essen sind tuomo und ich auch noch zu panno gefahren, dort hats auch familyvorstellung und hausführung gegeben und dann sind wir noch zu pannus werkstatt gefahren, ein teil einer alten lagerhalle in dem er mit freunden an bussen, käfern und sonstigen oldtimern schraubt, war sehr nett. und dann haben sie mir noch einen passenden schlafplatz am meer gesucht, da wars eigentlich schon fast zu kitschig

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war aber nur aus dem auto heraus zu genießen, wiedermal absolute moskitoinvasion. generell ist es halt so dass diese viecher normal im sommer am abend über alles herfallen, unter tags ist es ihnen zu heiß in der sonne. weil aber nie sonne scheint sind sie dieses jahr 24h aktiv, das ist ein wenig lästig. aber angeblich kommt immer anfang august der erste nachtfrost und dann ist es schlagartig vorbei, also wenn ich mich auch nicht auf temperaturen unter dem gefrierpunkt freue, wenn die viecherln dann weg sind halt ich das aus.

war also sehr nett mit den beiden und ihren familien, hab mir natürlich auch gleich ein paar tips geholt und bin denen auch nachgegangen, nämlich gleich mal in den syöte-nationalpark gefahren. syöte selbst ist ein skigebiet und, wie skigebiete das halt überall so an sich haben, im sommer sauhäßlich, nur wenn die hänge von den grasenden rentieren aufgesucht werden ist es selbst da nett

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also bezüglich schigebiet, dieser hügel (und noch ein zweiter dieser größe) warens dann auch schon, da gehen dann halt 17 verschiedene pisten auf jeder seite runter. und a propos rentiere, die gibts jetzt überall, meist trifft man sie so

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ich bin ja immer auf den kleinen strassen und sehr langsam unterwegs, auf den größeren straßen passiert natürlich viel mit den tieren weil die auch wirklich aus dem nichts und komplett verwirrt vors auto rennen. den ferdi muss ich jetzt halt immer an die leine nehmen wenn er eine witterung aufnimmt, wenn er dann angeleint ist ist die begegnung auch eine beiderseits sehr entspannte

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nur einmal hab ich bisher nicht aufgepasst und dann waren er und das rentier mal weg, er ist aber eh nach 2min wieder da gewesen, kein anzeichen dass er dem tierchen was getan hat also alles gut und ich pass besser auf.

ja und wandern war dann wieder sehr ok da, erstens viel schmerzfreier als bisher weil ich mir einen neuen rucksack gegönnt habe

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otso aus helsinki hat mir per facebook sehr geholfen da was um wenig geld zu finden, es gibt da auch eine sehr geniale plattform hier, so ähnlich wie willhaben aber es wird alles nur verborgt. da kann man sich dann super rucksäcke für 3,-/tag ausborgen, find ich sehr gut aber für mich nicht sinnvoll weil ich dann wieder zurückmüsste um den wieder abzugeben. aber otso hat mir dann einen rucksach gefunden dens für 70,- gegeben hat, alle anderen haben bei 300,- angefangen, bisher ist der top und ich mehr als zufrieden. und es gibt keine blutigen hüften und blaue schultern mehr.

nachdem in syöte niemand zu finden war der mir was über die wasserqualität in den flüssen, bzw wo diese zu finden sind, sagen konnte, hab ich mal die “lifesafer”-flasche, ein geschenk vom goldi, ausprobiert. da kann man angeblich jede brühe reintun, die läuft dann durch 2 filter und ist dann trinkwasser, ist natürlich praktisch auch wenns dann extrem nach plastik schmeckt

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also, gut berucksackt und ohne wasserprobleme aufgebrochen, da ist es jetzt um einiges hügeliger als bisher

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teilweise auch lange strecken sehr steinig

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wieder neue wege da drüber zu kommen

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aber nachdem alles immer nass ist ist das holz so rutschig dass es sowieso besser ist daneben raufzukrakseln

und – vielleicht auf dem foto nicht perfekt ersichtlich – schiefe sümpfe!!!

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ich hätt ja vermutet dass, wenn man einen sumpf kippt, unten ein see und oben kein sumpf mehr ist. aber das gibts wirklich auch in schief, rinnt natürlich ständig bissl was ab aber die wasserwurzeln halten den großteil des wassers, faszinierend.

und als ich am gipfel dieses “berges” angekommen bin hab ich bemerkt dass mein moskitonetz nicht mehr am rucksack hängt, habs zum glück “nur” 3km davor verloren also 6km umweg bis ichs dann, von einigen regengüssen durchnäßt aber sonst in ordnung, wieder gefunden hab

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und das war gut so, hab mir wieder so einen lean-to-shelter gesucht und diesmal nicht das innenzelt sondern das moskitonetz aufgebaut, und das war natürlich ein massiver qualitätssprung, da haben der hund und ich platz ohne ende. das netz ist riesig, zusammengepackt dadurch auch nicht kleiner und leichter als das zelt aber was solls, es hängt ja jetzt angenehmer an mir. und das zelt muss ich natürlich auch mitnehmen, mit meinem hund kann ich immer nur hoffen dass ein schlafplatz unbesetzt ist, wenn schon wer da ist oder wer nachkommt muss ich das zelt daneben aufbauen.
aber war hier nicht der fall was gut war weils auch die ganze nacht geregnet hat, gut kalt wars auch, da steh ich dann sogar freiwillig um 6 auf und mach feuer

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die arbeitsteilung schaut da so aus dass ich aufstehe, der hund sich nicht mal bewegt, während ich dann feuer mach und unser beider frühstück vorbereite grunzt er aufgrund der wärme freudig unter dem schlafsack und beginnt sich zu strecken, den gesamten abbau schaut er mir dann noch schwanzwedelnd von unterm schlafsack zu und erst wenn ich ihm den auch noch wegnehm gähnt er mal 10min und trottet dann zum frühstück. würd ich auch so machen an seiner stelle.

auf den fotos schauts jetzt so aus als würds da nie regnen, stimmt nicht, ich mach halt immer nur in den regenpausen fotos. der regen bedingt halt auch dass es wirklich oft ein gestapfe bis zu den knöcheln im matsch ist, sogar die bordwalks stehen oft bis zu 10cm unter wasser

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und die bretter sinken natürlich noch weiter ein wenn man draufsteigt

aber oft reissts am abend ein bissl auf und dann gibts auch schönes abendlicht

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diese frau mutter mit kind ist aus metall

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hab dann aber 10min später die beiden originale im wald aufgeschreckt, war da aber leider grad ohne kamera unterwegs. einen herrn papa hab ich bisher nicht gesehen, nur die entsprechenden fußtapser in der früh vor dem bus

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war dann auch noch in der nähe in einer schlucht ein bissl wandern, obwohl eher spaziergehen, wr auch eine empfehlung, auch nett

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da gibts im winter viele eiswasserfälle und eiskletterer

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wollte jetzt eigentlich schon 1000x paddeln gehen, das ist hier im normalfall wirklich ein absolutes paddelparadies, ich könnte 10x/tag stehebleiben und hätte schöne seen mit inseln und so, auch meine schlafplätze wären meist perfekte einstiege

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leider hats halt meist tageshöchsttempertur 12 grad und regnet. das ist, trotz allen anstrengungen gute laune zu behalten, natürlich bitter.

und außerdem bitter ist, dass ich, weil mir das wetter doch auch schon auf die nerven gegangen ist und ich sowieso wieder waschen hab müssen, heut nach rovaniemi gefahren bin um ein letztes mal “stadt” in lappland zu haben, und kaum roll ich auf den campingplatz reisst es auf und es ist, wenn auch nicht durchgehend sonnig und nach wie vor nicht sehr warm, der schönste tag seit wochen.

rovaniemi ist bei weitem nicht die schönste stadt ever aber ganz lustig, hier oben wirds halt doch etwas ruher und weniger stylish als in den städten im süden finnlands, alle sind irgendwie rocker und selbst im supermarkt spielts hardrock, find ich lustig. ansonsten wie gesagt häßlich, nachdem offiziell der weihnachtsmann hier wohnt gibts eine riesen weihnachtsmann-industrie aber die lass ich aus, und ab morgen wirds dann eh wieder ruhiger. prinzipiell macht lappland 30% des finnischen festlandes aus aber mit 180.000 einwohner leben da nur 3% der finnischen bevölkerung. von denen 60.000 in rovaniemi. bleiben 120.000 für ein gebiet größer als österreich, das sind nicht viele. und am allerwenigsten, nämlich niemand, lebt in dem riesigen gebiet das “ukk-nationalpark & saariselka wilderness” genannt wird, deshalb muss ich da natürlcih unbedingt als nächstes hin. und wer weiss, der berni hat mir versprochen dass das wetter besser wird, die reiseführer versprechen dass die moskitos anfang august verschwinden, kann also nur absolut perfekt werden da oben!

grosses abenteuer

Posted By leon / August, 13, 2015 / 1 comments

bin dann von rovaniemi wie geplant in den norden gefahren, richtung ukk-nationalpark und saariselkä-wilderness. saariselkä selbst ist der ausgangpunkt für alle markierten wege, ist nach lahti das zweitgrößte schigebiet finnlands, dementsprechend hübsch ist es im sommer

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und weils da so hübsch ist und auch so spät war hab ich gleich mal eine nacht dort am menschenleeren liftparkplatz verbracht

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wieder viele rentiere, hund und rentier entspannt

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der höhere der zwei schiberge ist übrigens ganze 435m hoch. hab mir dort in der natioanlpark-infostelle eine karte der gegend geholt und wollte ein paar infos bekommen, die gelangweilte dame dort hat mir außer „unmarked trails only suitable for groups of expert hikers“ allerdings nicht sehr viel sagen können. weil ich da aber da hin wollte und mir schon gedacht hab dass im unmarkierten gelände nicht viel los und vermutlich kein handynetz sein wird, hab ich auch noch bei einem „outdoor equipement rental“ gefragt ob sie mir ein gps borgen können, die hatten aber nix. und nachdem ich schon ungefähr wusste wo ich gehen will hab ich auch noch gefragt ob sie mir was zu der strecke sagen können, haben aber nur gemeint dass es vermutlich 7 tage dauert und sie mir einen guide buchen können, der muss mich aber erst begutachten und schauen ob er die tour mit mir machen will und ob ich das schaffen kann. und wir müssen bis auf einmal immer in hütten schlafen, also tour ohne hund.

habe demnach keine sehr verwertbaren infos bekommen aber wie gesagt eine gute karte, die hab ich studiert und mir im internet sicherheitshalber noch ein paar tutorials für richtige kompassbenutzung angeschaut, hat mich eigentlich nie wirklich interessiert und hatte ich bisher nicht wirklich gebraucht. und dass ich das noch gemacht hab war gut so, so hab ich auch gelernt dass die abweichung vom magnetischen und tatsächlichen nordpol in skandinavien beträchtlich sein kann, in meinem fall gleich 13 grad. hab ich am kompass den mir der justin für meine asienreise geschenkt hat gleich als korrekturwert voreinstellen können, ohne dieses wissen hätt ich mich die nächsten tage ziemlich gewundert wo ich herumirre. und dem berni hab ich alle infos wann ich wo sein werde geschickt damit nix passieren kann.
hab in saareselkä auch noch alles was ich an essen brauch besorgt und mich dann zum ausgangspunkt meiner tour aufgemacht, der liegt im nordosten des parks, direkt an der russischen grenze. am weg dorthin wurde ich immer wieder ein wenig wehmütig wenn ich gesehen habe wie nah ich an murmansk bin, das wäre ja, bevor das mit dem russlandvisum zu mühsam wurde, ein wichtiger punkt meiner tour gewesen

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der abzweig in den park direkt an der finnisch-russischen grenze

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paar km schöne dirtroad zu meinem ausgangsparkplatz

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hab eine 5-tages-tour geplant, hatte aber eben keine allzu genauen infos zum zustand der eingezeichneten unmarkierten pfade, daher sicherheitshalber für 6 tage futter für mich und hund mitgenommen, ich kann mir nicht vorstellen dass das weniger als 30kg gewogen hat

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der hund braucht, wenn er den ganzen tag draußen und nass ist, schon mal 800g/tag, also schon mal 5kg hundefutter, ich muss auch was essen, wasser ist zum glück aus allen flüssen trinkbar. also schwer.
hab mir auch noch aus gaffa und einer plastikaktenhülle einen wasserdichten kamerahalfter gebastelt, is viel schneller als jedesmal hüftgurt öffnen und die kamera aus der hosentasche holen

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so also fantastisch ausgerüstet und bei eigentlich gutem wetter in die tour gestartet, gleich mal per hängebrücke über den fluß lotto

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lotto, geradeaus ist russland

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und nach ca 30min hats ein wenig zugezogen. hab mir gedacht ich zieh trotzdem mal sichheitshalber regenjacke an und tu das regencover auf den rucksack, bevor ich das auch nur annähernd geschafft hab waren rucksack und ich komplett durchnässt, der waldboden innerhalb von 2min eine suppe und weils so lustig war hats dann auch noch gehagelt. naja, guter start. sind also im regen weitergelatscht, zwischendurch hats dann zum glück doch auch wieder regenpausen gegeben. schöne, glasklare seen

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urwaldiger wald

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in den sümpfen natürlich alles zusätzlich überflutet also durchwaten

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dem hund taugt das eh

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am nachmittag ists dann auch noch recht schön geworden, hab an einer lagerfeuerstelle ein paar sachen trocknen können

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so luxeriös wie bisher sind die lagerfeuerstellen leider nicht mehr, meist kein werkzeug und als holz muss man sich fallholz suchen, natürlich nicht leicht was sinnvolles zu finden wenns nur regnet. ABER durchaus luxeriös war unsere erste übernachtung in einer hütte

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bin da recht früh hingekommen, hütten sind normalerweise immer belegt und daher mit hund nicht benutzbar, bei der hab ich aber im hüttenbuch (in das sich schon immer alle aus sicherheitsgründen eintragen) gesehen dass schon 11 tage niemand mehr da war, daher (erfolgreich) drauf gesetzt dass an diesem abend auch niemand mehr kommt und hier quartier bezogen

schöne lagerfeuerstelle am see

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ofen der alles trocken bekommt, war auch alles naß

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und gemütliches matrazenlager

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war äußerst gemütlich da und sehr wichtig, die nacht hats wieder komplett durchgeschüttet

was am nächsten tag das navigieren durchaus erschwert hat, die pfade waren oft nicht zu erkennen weil unter wasser, in den sümpfen gabs natürlich gar keine orientierungspunkte

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da hab ich nur an meinem ende des sumpfes mit kompass und karte einen punkt am anderen ende anvisieren können, dann durch den sumpf auf den punkt zulatschen und hoffen dort wieder einen pfad zu finden. und spätestens da hätten mir die 13 grad abweichung einen ziemlichen strich durch die rechnung gemacht.
aber so war alles gut, zwar nicht ganz einfach aber ich hab immer gewusst wo ich bin. im regen weitergestapft bis zum grenzschutzgebiet zu russland, da hat sich jetzt der berni ein foto von einem russischen grenzstein gewünscht, das kann ich ihm nicht liefern, nur die markierungen im wald die die sperrzone anzeigen

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und da, entlang der sperrzone, war auch eine forststrasse, nach dem ganzen tümpelgelatsche eine autobahn für die füße

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und a propos füße, in meinem letzten beitrag hab ich wohl fälschlicherweise einen rentierabdruck einem elch zugewiesen, ansonsonten wüsste ich zumindest nicht wer ausser einem elch einen solchen abdruck haben sollte

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aber gesehen haben wir keinen. bei einem lean-to-shelter versucht die schuhe und socken wieder bisserl trockenener zu bekommen

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da wärs auch zum übernachten gemütlich gewesen

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hab mir aber gedacht ich muss weiter sonst geht sich das in 5 tagen nicht aus. und wusste nicht ob ich irgendwann wieder handyempfang gehabt hätte um den berni zu sagen dass es länger dauert, wär blöd wenn er dann nach 5 tagen einen suchtrupp schickt obwohl alles in ordung ist

also weiter, einige kleinere flussquerungen

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der versuch die soeben angetrockneten schuhe zu schonen

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und die einzigen minuten in denen ich meine kasweißen haxen dem tageslicht aussetze, ich glaub nicht dass es schon mal einen sommer gab in dem ich weniger mit kurzer hose und flip flop unterwegs war. habe übrigens inzwischen erfahren dass es auch nach hochofiziellen angaben der schlechteste sommer in finnland seit 1962 ist.

bin dann zu einer hütte gekommen wo ich das einzige mal in 4 tagen menschen treffen hätte können, als ich ankam hab ich schon die angeln draußen gesehen, als ich reingeschaut hab dann auch aufgetürmtes essen und bierkisten. da hat auche eine quad-spur hingeführt, waren also finnische angler die sicher nicht nur für eine nacht hier waren. und die hab ich jetzt schon öfter beim wandern angetroffen, sind nur dort wo sie ihr ganzes zeug mit boot oder auto oder quad hinliefern können und zeigen sehr bestimmt dass sie sicher auch niemand fremden da haben wollen und das will ich mir dann auch nicht antuen. Daher, ohnen denen noch begegnet zu sein, gleich weiter.
auch bissl breitere, aber ganz seichte flüsse zu queren

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und dann über wunderschöne hochebenen und hochtäler, so hab ich mir lappland immer vorgestellt

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und als wär das nicht alles schon genial genug dann auch noch mit sonnenschein und einer feuerstelle mit holzvorrat, die quadspuren sind bis hierher gegangen, da kann sich dann die parkverwaltung um feuerholz kümmern

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also abendessen gemacht und wieder alles annähernd getrocknet

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und dann eine trockene, aber saukalte nacht im zelt verbracht. komplette schiunterwäsche, kaputzenjacke, socken, haube, trotzdem noch irre kalt im schlafsack. zum glück hab ich noch ein lebendes 30kg-wärmepacket das auch in den schlfsack kommt wenn ihm zu kalt wird, dann geht’s.
und in der früh dann schon wieder sonne, an dieser stelle erstaunlich wenige moskitos, beim gemütlichen sonnenfrühstück am lagerfeuer wieder alles ausbreiten können

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und weiter gehts

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kristallklare kleine seen mit rentier

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schöne schluchten

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und dann wieder runter in den wald

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der ukselmapää, keine 700m hoch und trotzdem liegt da noch schne, das sollte anfang august nicht so sein

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schöne wald-stein-landschaften, wenn auch ziemlich gatschig

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wie immer wunderschöne klare seen

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und dann auch wieder ein einfacher pfad dem fluss entlang

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naja und eh klar, kleine sümpfe

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wieder lagerfeuer- und schlafstelle, diesmal mit massivem moskitobefall

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habe beim zurückkommen dann auch noch finnische wandergruppen angetroffen, die waren alle mit netz über dem kopf, netzhemden und teilweise handschuhen gegen die kleinen biester ausgerüstet, das ist durchaus gerechtfertigt. arm ist natürlich auch der ferdinand, der wird an den haxen und im gesicht auch gepiesakt ohne ende. Habs schon mit magnetabschirmung am halsband, lavendelöl (tipp von einem huskyzückter hier), tannenzapfenöl (tipp von meiner tierärztin) versucht, nutzt alles nichts oder nur sehr kurz, deshalb moskitonetz oder bewegen.

wieder kalte nacht, diesmal eben auch mit noch viel mehr tierchen die auch gern ins zelt wollten, konnte leider nicht festhalten was da wirklich abgeht, muss man erlebt haben

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am 4ten tag weiter, auch mal mit dem luxus einer kleinen brücke statt nasser flussquerung

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hab mich dann für einen sehr kleinen pfad entschieden, der war dann sehr bald auch keiner mehr, wollt aber trotzdem da lang und deshalb wieder querfeldein durch die sümpfe

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die sehen bei sonne viel harmloser aus, habe aber sehr bald bemerkt dass dieser schein trügt. Das querfeldeingehen hat sich auch durchaus bezahlt gemacht, bin dann lange wunderschön drchs gestrüpp einem fluss entlang

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war mir auch immer sicher dass ich richtig bin, weg war halt keiner (mehr) da, das hat sich dann auch bestätigt als ich plötzlich mitten im nichts über 2 alte wegweiser gestolpert bin

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schöne badestellen

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das bad ist dann aber nur eine kneippkur geworden, ist ein bisschen frisch da gewesen das wasser

weiter den muorravaarakanjoki runter, wird dann auch etwas schneller

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und dann, schon wieder zurück am flusslauf des lotto, wieder rentiere ohne ende. prinzipell wie immer gemütlich

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bis dieses rentierkalb uns zu interessant gefunden hat und ständig näher gekommen ist

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und das hat dem hier gar nicht gefallen

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der ist dann 3x wie ein irrer auf uns zugaloppiert um dann 10m vor uns wieder abzubiegen, untermalt von seinen komischen rentierlauten. Das war ziemlich beeindruckend und ich hab mir ganz schön ins hoserl gemacht, hatte aber auch keine ahnung was ich in so einem fall tun soll. was man bei bärenbegegnungen macht liest man überall, rentiere greifen aber normal nicht an, ist auf jeden fall am hund gelgen. hab versucht immer ruhig dazustehen und selbsicher auszusehen, mit einer hand am verschluss der leine um den hund loszulassen, der kann ja fliehen und ich glaub auf mich hats der bock ja auch nicht abgesehen gehabt. leider hat der hund, obwohl auch komplett ruhig neben mir, so gewirkt als wenn flucht so ziemlich das letzte wäre an das er denken würde wenn ich ihn losleine, aber wer weiss, viell hat er ja wie ich nur so getan als ob.
und zu unserem glück und meiner grenzenlosen erleichterung hat der rentierpapa dann nach dem dritten mal auch befunden dass es jetzt reicht und uns ziehen lassen. belohnt wurden wir durch irre schöne letzte kilometer am lotto

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nur um dann, die hängebrücke zum parkplatz schon vor augen, durch einen letzten einmündenden fluss zu müssen. der sieht da jetzt nicht schlimm aus

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war er aber, relativ tief, sehr hohe fließgeschwindigkeit und schlechte ufer. Bin den sicher 2km flussaufwärts gegangen um eine bessere stelle zur querung zu finden, hab ich aber nicht. also hund flussaufwärts an mich gehalten, der kann bei der strömung schwimmend nicht dagegenhalten, und (diesmal beschuht) durchgewackelt. hüfthoch wars nicht ganz aber hoch genug

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und erst danach bin ich draufgekommen dass es doch viel gescheiter und sicherer gewesen wäre, einmal den hund und einmal den rucksack rüberzutragen. was soll ich sagen, selbst ich bin anscheinend nicht vollkommen.

und das wars dann auch mit unserem großen abendteuer, nach 4 tagen ohne handyempfang und ohne menschenbegegnung (bis auf die fischer die ich aber eben auch nicht gesehen habe) hab ich mich  beim berni per sms abgemeldet, aufregend wars, schön wars.

hab dann auch an ort und stelle noch mal geschlafen, am nächsten tag direkt an der grenze eine dieselleitung, die geleckt hat, zurechtgebogen (hat die grenzbeamten nicht sehr gefreut dass ich das direkt bei ihnen mache) und bin ab nach inari, da war ich von gestern auf heute auf einem campingplatz mit unfreundlichen besitzern aber schöner lage am inarijärvi, dem größten see lapplands

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und war jetzt gerade hier im siida, einem spitzen museum zur samenkultur, inari ist eine der wichtigsten orten der samen (urbevölkerung lapplands) in finnland.
jetzt werd ich diesen ewig langen artikel noch hochladen und mich dann weiter in nordosten aufmachen, vielleicht mach ich noch eine ganz kurze wanderung ganz an der nördlichsten spitze finnlands, einfach weil ich mich noch nicht damit auseinandersetzen will dieses land verlassen zu müssen, dann werd ich nach norwegen düsen und dann gezwungenermaßen etwas gas geben müssen bei der rückfahrt durch schweden. bin dafür zur geistigen und körperlichen vorbereitung darauf schon seit tagen am köttbullar mampfen, das gibts hier nämlich lecker und fertig abgepackt ums in den topf zu werfen und 5 minuten später dampfend auf dem teller zu haben.

nicht ans nordkap

Posted By leon / August, 21, 2015 / 0 comments

hab meine gestohlen geglaubte gopro überraschenderweise in den unergründlichen tiefen des yaks wiedergefunden, das ist natürlich hocherfreulich, deshalb gibts ab jetzt hin und wieder auch ein paar fischauge-bilder

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allerdings ist das gehäuse beim objektiv zerkratzt, also mit künstlerischer unschärfe in der bildmitte. und wer weiss, vielleicht wurde mir ja gar nichts gestohlen und regenjacke, 2 taschenlampen, gps, bluetooth-boxen, neopren,… tauchen auch noch irgendwo auf, haha.

war dann in sevettijärvi, ganz im nordenosten finnlands, nur noch kurz wandern und bin dann bei nirda nach norwegen gekommen. hier mal auf der karte der weg in skandinavien bisher eingezeichnet damit man sich da was drunter vorstellen kann:

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hatte ja lang hin und her überlegt ob ich mir norwegen antuen soll, ist schon noch mal einiges zu fahren und alles was ich übers nordkap gelesen und gehört habe hat mich ziemlich abgeschreckt. das ist da oben halt ein (recht teurer) touristenauflauf, auch ein wenig unverständlich weshalb dem so ist, das nordkap ist eine insel, allerdings nicht die nördlichste. und der nordkapfelsen, also das ding wofür man eintritt zahlt und wo man parkt und fotos macht, ist nicht mal der nördlichste punkt auf dieser insel. und trotzdem denkt man sich ob man sich das nicht doch kurz antuen sollte wenn man schon mal so nah dran ist und alle immer davon reden. hab dann im t3-forum den tipp bekommen ans nordkinn zu fahren, das ist ein bisschen östlich vom nordkap und der nördlichste festland-punkt, ausserdem fast keine touristen, das hat sich ausgezeichnet angehört, also auf richtung nordkinn (nordkyn).

kaum über die finnisch/norwegische-grenze sieht alles gleich komplett anders aus, weniger wald, weite ebenen, und ab der küste dann überhaupt fernblick in alle richtungen

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nach 2 monaten wald ist das ein geniales gefühl, gleich überall auf jeden hügel rauf, alles schön bis auf die aggro-vögel, die haben uns im sturzflug angegriffen wenn wir ihren nestern zu nahe gekommen sind

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hat noch einiges geregnet, daher die erste nacht in norwegen noch nicht viel von der mitternachtssonne gesehen

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also, mitternachtssonne hab ich sowieso schon verpasst, da bin ich 2 wochen zu spät dran, aber abenddämmerung geht zumindest direkt in morgendämmerung über

bei viel besserem wetter aufgewacht, war ein sehr netter schlafplatz am meer

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schlafplatzsuche ist da oben sowieso sehr angenehm und einfach, im normalfall ist es fast überall schön und überall gut befahrbar, also einfach von der strasse runter und stehen bleiben. dann am nordkinn nach oben, wunderschöne landschaften

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felsige hochplateaus

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und dann doch immer wieder einiges an regen

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so wie beinahe überall in norwegen sind tagesetappen auch da oben schwierig in kilometern zu messen, es geht eigentlich ständig steil rauf und runter, kann man schon mal ein paar stündchen unterwegs sein für 100km

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aber ich habs ja nicht eilig. im norden vom nordkinn liegt dann der ort meham, von da kann man eine wanderung zum nordlichsten festlandpunkt machen

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meine infos zu der wanderung waren sehr spärlich, einmal steht in einem guidebook “die 25km lange wanderung (10km pro strecke)”, einmal steht “die 8h-tour (eine richtung, rückfahrt mit hurtigruten)”. für finnland und schweden habe ich einen lonely planet, für norwegen aber nur die fantastischen bücher “die schönsten routen zum nordkap” und “mit dem wohnmobil nach nord-norwegen”. da ist alles immer sehr dramatisch beschrieben, beim nordkinn, dem einzigen gebiet das mich interessiert hat, gibts dann passagen wie: “eine schranke am weg lässt nichts gutes erahnen”, “mit schrecken denkt man daran dass es auch ab und zu autopannen gibt”, “doch plötzlich [...] wird man zu einer entscheidung gezwungen: es geht nur noch nach links oder rechts”,…
also keine verwertbaren infos zu der wanderung, in einem dieser spannenden womo-reiseführer steht zumindest dass es beim steintor am flughafen losgeht. also zum flughafen (für kleine propellermaschinen), da gibts das steintor

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daneben irgendwas auf norwegisch und als markierungen ein rotes T. also losgelatscht, geht gleich mal ordentlich rauf

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oben wunderschöne seen

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und noch mehr seen

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aber kein weg. die markierungen waren da, aber nicht mal ein kleiner pfad, dafür gar nicht so läppische flussquerungen, hat mich doch sehr gewundert weil da ja mehrere leute diese wanderung machen wollen sollte man meinen. sehr bald war dann auch das schöne und gut zu gehende grün weg und es ist 3/4 der strecke über ziemlich anspruchsvolle geröllfelder gegangen, zwischendurch auch immer mit bissl regen also doppelt unangenehm. hab mir etwas sorgen um den hund gemacht, der ist sowieso kein feinmotoriker, zusätzlich zu den wackeligen und rutschigen voraussetzungen musste auch immer noch ein holzprügel mit dabei sein, damit kann man sich noch besser verspreizen

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sorgen waren aber unbegründet, er ist da nicht sehr elegant aber ohne verletzungen durchgestakst. gab dann eine lange regen- und nebelphase durchs geröll, als sich der nebel dann wieder lichtet liegt das ziel vor augen

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und als er sich noch weiter lichtet linkerhand auch das eigentlich angepeilte

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da haben mich doch tatsächlich die markierungen auf den falschen landfinger gelotst

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macht nix, hab ich lustig gefunden, am falschen nordkap und dann noch nicht mal den nördlichsten punkt gefunden. hat dann auch erklärt weshalb da außer uns niemand unterwegs war. also wieder zurück übers geröll, schön wars trotzdem, anstrengend genug sowieso.
bin dann noch ein letztes stück weiter in den nordosten, durch den ort gamvik und dann zum nördlichsten leuchtturm auf dem festland, anscheinend auch der nördlichste festlandpunkt an den man mit dem auto kommt. also doch 2 von den unzähligen nord-superlativen die es hier gibt geschafft, immerhin. spätestens da hätt ich mir jetzt viele wohnmobile erwartet, dem warerfreulicherweise nicht so

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ausser mit vielleicht 5 auto, die sind auch irgendwo einsam in der gegend rumgestanden. und dann hats auch aufgeklart und ich hab in der nacht einen netten blick auf den leuchtturm gehabt

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bei tag sieht der so aus

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da kann man auch nach belieben über alle hügel latschen, natürlich ständig unter beobachtung

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und von dieser seite sieht man dass ich am vortag komplett falsch war, vorne mein landfinger, dahinter der richtige

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sollte man doch meinen dass ich nach der ganzen wanderei eine besere orientierung hätte, dem ist nicht so. und das war dann auch der scheitelpunkt der meiner tour, danach wieder richtung süden, schneeballschlachten auf den hochebenen

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überall schön

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wollt an dem tag weit fahren, ist nicht aufgegangen weil mir dieser platz gleich zu gut gefallen hat

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also gleich dageblieben, auf den höchten hügel in der gegend gestiegen

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und von dort den sonnenuntergang genossen

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dort hab ich allerdings auch bemerkt dass mein getriebe übertrieben saftelt, bei den preisen in norwegen wollt ich da mal auf keinen fall einen getriebeschaden haben und hab deshalb am nächsten tag tatsächlich mal eine längere etappe gemacht um nach schweden, und damit in ein “billigeres” land zu kommen, selbstverständlich noch immer alles teuerer als bei uns. nachdem das wetter spitze war hab ich zwischendurch natürlich trotzdem ein bisserl in der barentsee paddeln müssen

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allerdings vorsichtig, einerseits ist das meer da natürlich saukalt und andererseits sieht man durchs klasklare wasser ekelhafte riesenquallen, keiner der anwesenden norwegischen wohnmobilfahrer hat mir sagen können ob die giftig sind oder nicht

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dann weiter runter durchs hinterland, bei jeden hügel den man sieht hofft man dass die strasse dran vorbeiführt

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war aber für norwegische verhältnisse dann eine ganz gemütliche etappe. war extrem froh mich dafür entschieden zu haben norwegen auch nach anzusehen, war kurz aber schwer beeindruckend.
am weg nach schweden gehts dann ein ganz kurzes stück durch finnland durch, da hab ich auch glecih getriebeöl bekommen und deshalb da gleich nach rücksprache mit franz nachgefüllt (was beim ersten mal etwas mühsam ist weil dafür das schaltgestänge runter muss und ich das davor noch nie machen musste). und weil das wetter wieder gepasst hat und ich zufällig so ein schönes platzerl gefunden hab bin ich auch gleich mal da hängengeblieben

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immer wieder mit besuch von der örtlichen rentier-gang

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genieße hier jetzt seit gestern nachmittag unseren privatsandstrand, die erste morgentliche paddelrunde war gleich 12km lang, hab ja auch einiges nachzuholen. also, morgentlich nach meinen verhältnissen. und morgen vormittag gehts dann endlich nach schweden, in den muddus-nationalpark, da gibts was zum wandern, einen großen fluß der viell zum paddeln taugt und vermutlich auch irgendwo w-lan damit ich das hochladen kann. und ab jetzt nur noch so perfektes wetter wie die letzten paar tage, inshallah.

swedish (de)lights

Posted By leon / August, 28, 2015 / 0 comments

schon wieder so viel passiert, wie soll sich das alles in einem post ausgehen… werde versuchen mich kurz zu fassen

bin wie geplant vom kurzen finnland-zwischenstopp nach schweden, und da gleich in den muddus-nationalpark, gefahren. hab mir eingebildet da gibts eine 12km-runde, bin um 17:00 angekommen und das hätte ja ganz gut gepasst für einen abendspaziergang. hab dann aber, schon am weg, einen deutschen getroffen der mir gleich mal erklärt hat dass die 26, und nich 12 km lang ist. außerdem dass in dem nationalpark nicht nur leinenpflicht, wie überall sonst, sondern generelles hundeverbot herscht, “aber ihr deutschen macht ja sowieso immer was ihr wollt, wahrscheinlich weil ihr glaubt ihr seid arier oder so”. eine durchaus überraschende und kuriose anschuldigung wenn man bedenkt dass doch er der deutsche war und wusst dass ich kein deutscher bin…
der war aber generell komisch, bin deshalb schnell weiter und hab mir gedacht ich geh halt nur ein stück (“den canyon? das schafft der hund nie!”), hab dann am weg bei einer hütte einen tschechischen hippie getroffen, wir waren dann beide der meinung das es eh nicht wirklich dunkel wird und ich ruhig weitergehen kann. ganz sicher war ich mir aber nicht, bin deshalb die leichten passagen gelaufen, hatte nicht viel zeit das schöne abendlicht zu genießen

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oder den hund schwimmen zu lassen

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und bin nach 4 1/2h ziemlich fertig in der dämmerung angekommen, 15 später wars stockdunkel. das war wohl nicht so schlau. dafür gleich dort neben dem fluß geschlafen und am nächsten tag endlich mal ohne trockner wäsche waschen können

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und dann weiter nach jokkmokk. da hab ich gleich mal wieder den tschechen, vita, getroffen, der ist mit petra und chris in seinem mercedes-bus unterwegs, verdienen sich einen teil ihrer reise mit straßenmusik. nachdems eh schon nachmittag war haben wir gleich gemeinsam einen lagerfeuerplatz für den abend gesucht, pia, eine wienerin, haben wir bei der touriinfo auf noch eingesammelt

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musik und lagerfeuer, war gut

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am nächsten tag hab ich noch alle aufs sup gestellt und das yak hat ein porträt von sich bekommen

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und dann sind die 3 nach westen weitergefahren, bin mit pia noch ins ájtte-museum in jokkmokk gegangen und hab sie dann noch ein stück weiter in den süden mitgenommen, die hat da einen bus zu einer wanderroute genommen

der vildmarksvägen, “wilderness route”, ist angeblich die schönste strasse schwedens, ca 350km macht sie von vilhelmina einen halbkreis zur norwegischen grenze und dann runter nach sundsvall. ist auch schön da, gibt lauter seen die inneinander übergehen, die übergänge selbst auch nett

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von wildnis kann halt meist nicht ganz die rede sein, gibts schon sehr viele ferienhäuser an den seen. aber auch fleckerl die weniger verbaut sind und man direkt am wasser schlafen kann, schöne morgenstimmung und wie schon alle tage davor wieder perfektes wetter

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andre richtung auch nicht schlecht

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deshalb gleich wieder supen vor genialer bergkulisse

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hab jetzt immer in einem wasserdichten sack schuhe und essen mit, damit ists viel gemütlicher die inseln und gegenüberliegenden ufer zu erkunden

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dann weiter rauf

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und parallel zur norwegischen grenze führt die strasse dann über eine geniale hochebene, da kann man, wie in norwegen, einfach drauflosstapfen und kommt in irre schöne täler

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bergkulisse richtung norwegen

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schneefelder ohne ende

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war so schön da, hab gleich beschlossen da zu bleiben und das yak in die botanik gestellt

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da waren mir dann aber zu viele beißende fliegen, daher ein stück weiter richtung dem markantesten berg in der umgebung

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und mich vor den gestellt, da war der blick aus dem wohnzimmerfenster auch ok

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und am nächsten tag wollt ich noch immer nicht weg weils einfach viel zu schön da war, deshalb rucksack für einen gemütlichen tagesausflug gepackt und wieder losgestapft, könnte hier jetzt 1000 bilder reinstellen, war halt wieder alles wunderschön, berge

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täler

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seen und flüsse

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schneefelder für den ferdinand

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auch in groß und dick, da hab ich ihn aber sicherheitshalber nicht draufgelassen

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riesige-adler-flugshow

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vielleicht gibt ja einen ornithologen (joschi?) der mir trotz des pixeligen bildes sagen kann um welche adler es sich da gehandelt hat?

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und keine menschenseele, hundetechnisch praktischerweise nicht mal rentiere, owohl ich da mein erstes komplett unversehrtes rentiergeweih gefunden hab

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in das tal wär ich auch noch gern gestapft aber irgendwann geht dann leider das tageslicht aus

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also irre schön da. hab dann noch mal da geschlafen und bin am nächsten tag, erstmals seit norwegen mit regen, wieder runter

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und dann weiter nach östersund, einkaufen (endlich gute englische bücher gefunden!), tanken, ein paar sachen im internet erledigen, war dann schon recht spät als ich weggekommen bin, hab dann aber recht bald einen traktorweg gefunden den ich zu einer lichtung reingeholpert und -gerutscht bin

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noch kurze abendrunde mit dem hund und da steht doch tatsächlich ein elch vor uns und schaut uns blöd an. hab zuerst nicht gewusst ob da nicht irgendein lustiger einen holzelch (sieht man immer wieder in lebensgröße vor den häusern stehen) mitten in den wald gestellt hat, war schon richtung finster und das ding hat sich ewig nicht bewegt. aber dann irgendwann doch und ist im unterholz verschwunden. hatte natürlich wieder mal keine kamera dabei, macht nix. am nächsten tag hab ich dann auch lauter solche hütten im wald gefunden

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ofen, sitze, ein fenster zum rausschauen das auf keine lichtung sondern in den wald schaut

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und ein schleckstein den nur ein elch erreichen kann

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dürfte da also wohl gehäuft elchsichtungen geben

und als ob das nich alles schon genug wär hat die nächste sichtung auch nicht lang auf sich warten lassen. dank der neuen bücher hab ich gleich mal sehr lange gelesen, und als es dann zeit für eine letzte pipi-runde war

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hat doch tatsächlich der himmel verrückt gespielt. zuerst mal lang mit diesem einen tanzenden polarlichtstreifen

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und dann war plötzlich einfach überall nur noch diskohimmel

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direkt über mir ein sich ständig verändernder kreis der in alle richtungen abgestrahlt hat

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das war so irre hell und hat sich so schnell bewegt und verändert, zusammen mit den tierschreien aus dem wald war das irgendwie eine weltuntergangsstimmung wie in melancholia von lars von trier. aber eine gute weltuntergangsstimmung. ohne bezugspunkt und mit meinem fehlenden fotografischen geschick ist es aber irgendwie schwer das auf einem foto darzustellen

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mit bissl wald im bild kann man sich mehr drunter vorstellen. da hätt ich viel für ein stativ gegeben

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und weil das einfach nicht aufgehört, hab ich mich halt wieder ins bett gelegt und von da aus bestaunt und fotografiert

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netterweise bekomme ich, schon seit ich unterwegs bin, immer vom chefmeteorologen der kuffner sternwarte ein sms wenn ein sonnensturm im anflug ist, an dem tag aber nicht, offensichtlich war das ein sehr seltenes “chs crossing”, eine interaktion mit dem sonnen-magnetfeld. wenn wer diese erklärung nicht versteht liegts vermutlich daran dass ich selbst noch eine benötige. aber: irre wars.

und nach dieser ganzen aufregung bin ich heut weiter in den hamra-nationalpark, hier ist es ruhig und nicht aufregend, auch mal nett, obwohls wieder ununterbrochen schüttet. schnell gehts jetzt mit dem runterfahren, bissl zu schnell für meinen geschmack aber irgendwann muss ich dann halt leider doch wieder zurückkommen…

wiedersehen und abschied

Posted By leon / September, 3, 2015 / 1 comments

so, ich sitze in südschweden, heute nacht geht meine fähre von trelleborg nach rostock. und da ich einfach mal davon ausgehe dass in deutschland nichts weltbewegendes mehr passieren wird – und ich ausserdem weiss dass ich zu faul bin einen letzten artikel online zu stellen wenn ich mal zuhause bin – nehme ich das zum anlass die reise onlinetechnisch auch mit diesem artikel zu beenden.

war ja zuletzt noch im hamra-nationalpark, bin da noch ein letztes mal auf boardwalks durch moore und an moorseen vorbei spaziert

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und bin dann nach glava gefahren, einem 2000-einwohner dorf nache arvika. das ist auf der höhe stockholms im westen an der norwegischen grenze (ca 1h von oslo entfernt). weil da in glava wohnt romeo, den ich 2010 in syrien kennengerent habe, seit 10 monaten in einem flüchtlingslager.

romeo hat mich damals in einem internetcafe aufgegabelt und mich zu seiner familie eingeladen, ich wurde dort königlich bewirtet und hab da 2 tage mit ihm und seiner familie verbracht. das ist romeo damals inklusive syrischem frühstück für champions

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und das ist romeo heute in schweden

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wir waren in den jahren dazwischen immer in kontakt, als der krieg in syrien begonnen hat habe ich – erfolglos – versucht ihn nach österreich zu bringen, das außenministerium hat mich damals zwar schriftlich beglückwünscht wie toll das ist dass ich mich für ihn einsetze, war aber nicht gewillt, auch mit mir als bürge (damals noch im sicheren angestelltenverhältnis), ihn nach österreich einreisen zu lassen. glück für romeo, über den wasserweg und dann eine filmreife weiterreise als italiener “fabio ricci” ist er nach schweden gekommen, was mit sicherheit derzeit das weit bessere land für einen flüchtling darstellt.
und hier ist er jetzt eben seit 10 monaten und wartet auf seinen bescheid, das dauert in der regel ca 12 monate. wenn er den hat kann er sich eine wohnung suchen die ihm gezahlt wird und geht 1-2 jahre in kurse hier, kann daneben auch schon arbeiten und parallel die staatsbürgerschaft beantragen.

dass es den ca 200 flüchtlingen hier gut geht kann natürlich nicht gesagt gewerden, es sind flüchtlinge, sie haben teilweise fürchterliches erlebt, viele sind schon lange von ihren kindern und familien getrennt oder haben diese im krieg verloren. aber im vergleich zu österreich ist der umgang mit ihnen hier einfach so viel besser, im ganzen ort herrscht eine wahnsinnig nette stimmung, alles ist offen, das flüchtlingheim mitten im ortszentrum und irgendwie kennen und grüßen sich alle. platz gibt es genug, auch viele freie betten, von zeltlager geschweige denn gar keinem dach über dem kopf kann hier nicht die rede sein.

ja und so habe ich hier 2 sehr intensive tage mit romeo und seinen syrischen freunden verbracht

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wie er links mit meiner sonnenbrille heißt weiss ich nicht mehr, ansonsten romeo, dann ammar, dann abo rakan. gab natürlich noch viele mehr aber irgendwie bin ich gar nicht zum fotografieren gekommen. irgendwie dachte ich dass ich hier in der einen oder anderen weise helfen kann, stattdessen war das wieder syrische gastfreundschaft. ich wurde rund um die uhr bewirtet und umsorgt, dass ich im auto und nicht bei ihnen am zimmer schlafe hab ich mir schwer erkämpft, dass das auto mit einem im flüchtlingslager schwer überforderten hund einen kilometer weiter parkt ebenfalls. und dass ich mich in der nacht nicht von einem ihrer freunde hier mit dem auto zu meinem auto bringen hab lassen sondern alleine durch den “dschungel” gegangen bin, war schon fast eine beleidigung.

war auf jeden fall einerseits sehr, sehr nett mit allen, hab herrlichen cay und hummus bekommen, bilal, der imam, hat ein bisschen was aus dem koran gesungen und es war herrlich wieder so viel arabisch zu hören. und außerdem natürlich auch sehr hart mir die ganzen geschichten über den krieg anzuhören, die zustände bei der flucht, die zertörungen, die familien und den verzweifelten und beinahe hoffnungslosen wunsch, irgendwann wieder in syrien leben können.

sehr schön für mich war dabei zu hören dass es allen familienmitgliedern romeos, die ich ja auch alle kennengelernt hab, den umständen entsprechend gut geht. der jüngste bruder ist in berlin, romeo hier, der älteste (freiwillig) mit den eltern in syrien, ihr haus ist in ordung und in einer “relativ” sicheren umgebung.

sehr viel sehr bittere und sehr viel sehr, sehr schöne eindrücke also, habe glava mit viel zum nachdenken und sickern lassen verlassen.

nachdem ich von einem freund erfahren habe dass der landweg über dänemark und die 2 dazu notwendigen brücken 85,- kostet, und die fähre trelleborg rostock nur 20,- teuerer ist und ich mir fast 500km spare, hab ich die für heute nacht gebucht. nacht deshalb, weils dann mit dem hund viel einfacher wird, ich gehe davon aus dass alle anderen passagiere indoor schlafen und wir das kalte deck für uns alleine haben.
dadurch war aber auch klar dass ich von glava quasi direkt in den süden weiterfahre, den besuch bei einem freund in stockholm hab ich abgesagt, das wären doch fast 600km umweg gewesen. statt dessen bin ich relativ direkt an die mittlere westküste bei varberg gefahren, und seit gestern nachmittag dingle ich da bei mäßigem wetter – aber zumindest keinem wirklich starken regen – die strände entlang

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das war zb bei halmstad, tylösand heißt der strandort und ist in einem normalen sommer gesteckt voll, jetzt natürlich gar nix los. und gestern abend bin ich dann noch ein stück weiter in die nähe von vejbystrand gefahren, da ab ich einen schönen platz neben einem naturschutzgebiet

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und da kann ich wetterbedingt zwar nicht paddeln oder baden aber super mit dem hund gehen

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außer pferden und und hasen ohne ende gibt da wieder kühe

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alle vogelarten, schwäne, graugänse, möwen, raben, kormorane

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krabben

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und sonstiges getier, ein richtiges astrid-lindgren-schweden. der hund bleibt also an der leine und am nachmittag machen wir uns dann auf um die letzten 130km nach trelleborg zurückzulegen. nach einer gemütlichen und nicht zu kalten überfahrt inshalla gehts dann nach berlin, da treffe ich die lisa wieder mit der ich 2009 durch nepal und indien gefahren bin. und dann hätte ich eigentlich in darmstadt noch ein date mit jan gehabt, mit dem ich ja auf der gleichen reise durch tibet gefahren bin, habe aber erst vor kurzem auf google maps gesehn was für riesen umweg das ist, das haben wir deshalb vorerst mal verschoben.

naja, was bleibt zu sagen, sehr schön wars, skandinavien hat mich sehr viel mehr beindruckt als ich erwartet hätte. ich freu mich dass wieder ein paar leute mitgelesen haben, hoffe natürlich dass der ferdinand und ich bald wieder an dieser stelle was berichten können. pläne gibts noch gar keine außer dass es gerne wieder wärmer und trockener sein darf, bis dahin aber mal letzte grüße von der stürmischen, regnerischen und schönen schwedischen westküste

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