kaltwarm

Posted By leon / June, 11, 2013 / 0 comments

Von Talioune haben wirs nach 3 Nächten weggeschafft, ich fitter als die Geli, haben uns aufgemacht Richtung Dünen bei Merzouga.

Der Weg dahin war gut warm, zwischendurch nicht allzu ansehnlich aber dann wieder nette Landschaft mit schönen Oasenstädtchen

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Nachmittagspause im Draa-Valley unter Palmen, wie gesagt für die arme Geli aber eher eine Notwendigkeit als ein Vergnügen

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dabei wars da ziemlich schön

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am Abend eher schon im Dunklen in Tazzerine angekommen, zustandsbedingt wieder Campingplatz, diesmal ein ziemlich netter, bis auf die Hitze ists auch schon langsam besser gegangen

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nächster Tag war dann wieder mein Magentag, wir haben uns immer wieder abgewechselt, besser einer ist zwischendurch fit als beide kaputt. Hab aber gleich von Hassan, dem Campingplatzbesitzer, eine Kräutermischung aus seinem Garten bekommen, zusammen mit ein bissl was aus der Apotheke hats so wieder weitergehen können. Natürlich wieder mit PAusen, diesmal in der Steinwüste und diesmal war ich der Leidende

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sind dann in Rissani vorbeigefahren und haben dort Wolfgang besucht, den haben wir ja schon in der Westsahara kennengelernt. Er hat da ein kleines Unternehmen und stellt aus Fossiliensteinen Waschbecken her, haben eine Werkstattführung und Tee bekommen. Hat uns dann noch ein Hotel mit Campingmöglichkeit bei Merzouga empfohlen, wie gesagt, da gibts Dünen, in Form der Erg Chebbi (Erg = Sandwüste), der größten Sandwüste Marokkos. Und da sind wir auch gleich hin, ist natürlich schon eine ganz andere Touri-Kategorie als im Süden, schon 10km vor Merzouga beginnt der Schilderwald zu Herbergen und Touranbietern

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müssen aber gestehen dass es dann aber trotzdem nicht ganz ekelhaft war. Andere mögen da auf Quads und Motorradln hupfen um sich in den Dünen einzugraben, wir haben das Yak unter ein paar Palmen gestellt

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den Ausblick genossen

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die Dünen mittels Füßen erkundet, wie gewohnt war sogar hier fast niemand außer uns

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am zum Hotel gehörenden Swimmingpool waren wir sowieso alleine, sogar der Hund hat daher mitdürfen wenn wir mal ins Wasser sind weil uns Dünen und Kamele im Hintergrund schon angeekelt haben (aus gerade gemachter Erfahrung: Achtung, Sarkasmus!)

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nur die kleine Sadot war immer dabei

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die hat sich schon bei unserer Ankunft in den Ferdl verliebt, hat auf Gegenseitigkeit beruht, ist dann 2 Tage nicht von unsrer Seite gewichen, hat auch vorm Bus geschlafen um den Ferdl gleich beim Aufstehen begrüßen zu können

ja und Sonnenuntergänge und nette Abendstimmung natürlich sowieso

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zusätzlich super freundliche Burschen beim Hotel, besonders Buchmain (?) hat uns sehr ins Herz geschlossen

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und von Omar haben wir eine Einladung zur Hochzeit seiner Schwester, die findet am 15. ganz in der Nähe von Merzouga statt. Haben wir uns lang überlegt, wär schon genial, passt aber halt überhaupt nicht zu unserer Route. Und dauert außerdem 4 Tage, erster Tag im Haus der Braut, dann 3 Tage beim Bräutigam. Müssen wir daher leider auslassen, zeitgleich hätten wir auch noch eine Einladung von Jaouad nach Kenitra, Jaouad ist einer der beinden Royal Marines die wir nahe der Grenze zu Mauretanien kennengelernt haben. Aber auch das wird ziemlich sicher nix werden, bräuchten viel mehr Zeit wie’s scheint.

Naja und den Hund wollten sie uns sowieso mitschicken, wir waren knapp dran, zum Glück haben wirs aber letztendlich geschafft mit nur einem Hund wieder da wegzukommen. Aja und nebenbei wars der billigste Cmpingplatz bisher, 30 Dirham (€ 3,-) pro Nacht, für beide und mit Poolbenutzung, das gefällt. Für uns wars zwar um einiges teuerer weil wir gleich eine Komplettluxuscampingexperience draus gemacht haben und uns auch Frühstück- und Abendessen nicht selbst zubereitet haben, aber prinzipiell wie gesagt durchaus leistbar.

Danach weiter zur Thodra-Schlucht, die Touri-Sache geht weiter, viele Standln und Restaurants und eine unsrer Meinung nach nicht allzu umwerfende Schlucht

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Dafür gibts da wunderschöne Oasengärten, fast wie im Urwald

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und sehr bald hat uns dann auch Monsieur Bassou gefunden, der hat uns bissl herumgeführt

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da hat er früher mal gewohnt, inzwischen ist die schöne Lehmstadt im Vordergrund aber den moderneren Häusern im Hintergrund gewichen

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kurzzeitig wollten wir die Führung abbrechen, nachdem er uns sehr souverän durch seinen Gemüsegarten geführt hatte, wollte er uns anscheinend noch ein letztes Krauterl zeigen. Und nachdem sich das versteckt hat ist er Ewigkeiten unter ständigem “je ne sais pas”-Gemurmel wie ein Irrer und nicht mehr ansprechbar durch sein kleines Feld geirrt

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aber irgendwann hat er sich wieder beruhigt und wir mussten uns keine Sorgen mehr machen.

Sind dann wieder aus der Thodra-Schlucht raus um die Dades-Schlucht zu durchfahren, die läuft parallel und wir haben von allen Seiten gehört dass sie viel schöner ist. Nach ca 30km kommt mal der engste Teil der Schlcht, da geht bergauf

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viel schöner wirds dann aber erst später, irgendwann hört der Asphalt auf und eine schöne Piste führt wieder unten das Tal entlang

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und dann wirds etwas holpriger und geht bergauf, schönen luftigen Schlafplatz bezogen

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am nächsten Tag mit Mohammed dem Schafhirten gefrühstückt, er hat von seiner Frau Mama gebackenes Brot beigesteuert, wir Kaffee und Kekserl. Extrem geil waren seine Schuhe, er hat sich auf seine Schlapfen einfach ein Stück Autoreifen draufgeschustert, Semperit-Schlapfen nennt er sie in etwa, genau das richtige für die Gegend

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ihn und seine Schafe haben wir übrigens an dem Tag viel zu spät bemerkt und den Ferdl nicht rechtzeitig angehängt, als die Schafe dann da war er mal nicht zu finden. Aufgetaucht ist er dann als Schaf getarnt, er hat inmitten der Herde einfach mit seinen neuen Freunden mitgegrast, dürfte also recht anpassungsfähig sein.

nach dem ausgiebigen Frühstück weiter rauf, die Piste holpert wunderschön auf 2890m rauf

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holpert dann da oben über ein ebenfalls wunderschönes Hochplateau

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um dann durch ein noch einmal wunderschönes Tal wieder runterzuholpern

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und irgendwann hat man dann bei Agoudal laut Reisführer wieder die Zivilisation erreicht

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von da sind wir dann weiter nach Imlichil und haben uns dort in der Nähe zum Lac Isli, der ist schön und liegt auf ca 2200m, gestellt

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und nach einer recht frischen Nacht einen Spaziergang um den See gemacht, hat dann überraschenderweise gleich 3 Stunden gedauert. Schön wars natürlich trotzdem und die perfekte Spiegelung im Wasser hat nur der Ferdl hin und wieder zerstört

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und lauter frisch geschlüpfte Libellen gabs, oder grad schlüpfende, das hat ausgesehen wie in ‘Alien’

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am Weg weiter den Hohen Atlas runter (das war nämlich seit der Dades-Schlucht der Hohe Atlas) bzw den Mittleren Atlas rauf, die Grenzziehung hat sich uns nicht ganz erschlossen, wars grün

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viel rauf und runter, immer wieder schöne Dörfer

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da gibts dann plötzlich auch richtige Wälder, in denen kann man auch gut schlafen und frühstücken

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und heut gabs auch den ersten Patschen

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hat mich bei den Pisten und teilweise dem Straßenzustand eh gewundert dass der so lang auf sich warten hat lassen. Reifen gewechselt und weitergefahren, kurz vor unserem Ziel war die Straße dann aber weg bzw der Hang da wo früher mal die Straße war

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waren nur 2 Guides da die uns zu tollen Quellen bringen wollten. Die Straße ist sicher schon lange weg und wird das auch noch lange sein, das dürfte aber kein Grund sein das an der Abzweigung 2h vorher zu erwähnen. Naja, also wieder zurück und wohl oder übel auf die Hauptstrasse, wir wollen nämlich nach Ifrane um den Beat da morgen vormittag zu treffen. Am Weg noch in Kenifra Reifen flicken lassen, wird ordentlich von innen gemacht und kostet € 2,50, also alle Reifen wieder fit. Dann, 8km vor Azrou, ein klackerndes Geräusch von hinten. Hab angenommen es ist ein Gleichlaufgelenk, konnte mich aber nicht entscheiden welches am schlechtesten aussieht. Daher den ersten Typ in einem Kaffee neben Straße gefragt obs da einen Mechaniker gibt, Sait, so heißt er, sagt nein, aber er ruft Mohammed an, der ist Mechaniker in Azrou und 20 Minuten später da. Schaut sich alles an, findet nix, wir machen eine Probefahrt, Vorführeffekt, das Geräusch ist weg. Ich nehm nach wie vor an ein Gleichlaufgelenk, welches wird sich wohl bald zeigen. Na jedenfalls gibts dadurch kein Problem und ich darf daher auch nix zahlen, auch wenn Mohammed extra hergekommen ist. Statt dessen glauben wir noch Tris (?) auf und fahren alle miteinander nach Azrou, da werden die Geli und ich noch auf einen Kaffee eingeladen. Das sind Sait, ich, Mohammed, Tris, die schauen aber in Wirklichkeit netter aus, bis auf Tris vielleicht

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danach gibts noch eine Führung zur größten Zeder Marokkos, dort sitzen auch gelangweilte Berberaffen herum

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und dann wird uns noch gezeigt wo unser nächster Campingplatz ist. Und wir haben eine Einladung um Saits Haus und Family kennenzulernen. Und wir sollen Mohammed jederzeit anrufen, egal wo in Marokko wir gerade ein Problem haben. Ein klein wenig ein anderes Erlebnis als wenn wir in Österreich irgendwo auf dem Land ein Problem hätten, wir sind wiedermal tief beeindruckt. Und saumüde, die Geli hat gerade w.o. gegeben und büselt schon, ich mach das jetzt auch endlich, morgen treffen wir wie gesagt den Beat in Ifrane, stellen diesen Artikel online, und nach vielleicht ein oder zwei Tagen in den Zedernwäldern hier oder/oder vielleicht einem Besuch bei Sait gehts dann weiter nach Fes. Das Auto wird schon so weit kommen, inshalla.

Mittelmeergezuckel

Posted By leon / June, 23, 2013 / 2 comments

Waren noch ein paar Tage in der Gegend um Ifrane und Asrou, wie schon erwähnt, da hats ausgesehen wie bei uns, viel Wald (Zedernwald), bissl Wiese

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und auf jedem Haus ein paar Storchennester

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bei der Weiterfahrt Richtung Fes sind wir wieder über kleine Wegerl durch den Wald gefahren und wie erwartet haben sich die Gleichlaufgelenke wieder gemeldet, diesmal zumindest so laut dass wir gewusst haben dass es sich um links hinten handelt. War aber nicht ganz schlimm und wir konnten noch klopfend nach Sefrou rollen, da haben uns dann gleich die Polizisten zum Mechaniker geleitet. Wie erwartet war ein Gelenk hinten links außen hinüber, das andere schwer angeschlagen, hatte zum Glück 2 neue dabei, war ja nicht das erste Mal dass mir die eingehen. Unerwartet war allerdings dass die Werkstatt super schön war, Hassan der Mechaniker wusste was er tat und auch die Werkzeuge dazu hatte, also ein entspannter Nachmittag unterm Orangenbaum in Sefrou

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und gekostet hats € 10,-. Sind dann weiter nach Fes, haben uns da bei einem Campingplatz etwas außerhalb einquartiert und ausnahmsweise mal einen Guide für den nächsten Tag bestellt, in der Hitze und mit Hund ists gut wenn man weiss wo man Schattenparkplätze findet und so. War dann allerdings auch sehr mühsam, alle Guides schimpfen alle anderen Guides und behaupten dass keiner ein offizieller Guide ist außer ihnen selbst, ich wollt das alles eh schon längst abblasen, die Geli wollte aber unbedingt, hab mich dann gefügt, sollte sich (viel später) als gute Entscheidung herausstellen. Also mit Guide in die Stadt, vorher noch eine Töpferkoopertive anschauen, ich etwas angefressen weil wir plötzlich volles Touri-Programm auf Deutsch mit noch 2 Österreichern und 2 Deutschen hatten, aber gut. Im Auto wars allerdings unerträglich heiß, unser kleiner Hosenscheisser musste daher mit in die Medina, hat zu Beginn auch gut funktioniert, Fes ist ziemlich genial, die älteste Gerberei ist zwar die größte Touri-Attraktion aber deshalb nicht weniger beeindruckend

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rechts liegen die Tierhäute (die gelben Dinger), links im weißen Teil werden sie mittels Taubenmist und Kalk gebleicht, dann in den Farbtrögen in Farbe getränkt

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angeblich für die Gesundheit unbedenklich, kann ich nicht beurteilen, bin jedenfalls froh dass ich das nicht 6 Tage die Woche machen muss.

Hab dann die Geli alleine bei der Führung lassen müssen, dem Hund wars doch irgendwann zuviel in den engen Gassen voller Leuten, Esel, Handkarren, Musikkapellen,… und hab im Cafe auf sie gewartet.

Der Campingplat da war ganz nett, gab sogar daneben einen öffentlichen Pool den man mitbenutzen durfte, war sehr lustig da, die armen Fassis (so nennen sich die Leute aus Fes) müssen aber durch die Bank dermaßen extremposen dass sie den Schwimmbadaufenthalt nicht sehr entspannt genießen können.
Außerdem gabs natürlich wieder eine kleine Freundin für den Ferdl

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die hat wiedermal uns, das Auto und den Ferdl bewacht, wenn wir mit Auto weg waren und unseren Tisch dagelassen haben hat sie inzwischen den bewacht und auf uns gewartet. Ein Engel

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der allerdings die Angewohnheit hat recht ungeniert grob zu spielen, das hat dazu geführt dass sie sich in einem unbeobachteten Moment durch meine Hose in mein Wadl verbissen hat und da mit ihren spitzen Welpenzähnen gehangen ist. Und kurze Zeit später denselben Überraschungmove an Gelis Hüfte wiederholt hat. Ich hab mir natürlich nix dabei gedacht, außer Aua vielleicht, die Geli ist da aber zum Glück vorsichtiger und hat mal die Tropenärztin in Wien gefragt ob das was ausmacht und die hat gemeint wir müssen uns auf jeden Fall eine Tollwutimpfung holen. Prinzipiell sind wir beide geimpft, das bedeutet aber nur, dass man nach einer möglichen Infektion nicht nur 24 Sunden sondern 48 Stunden hat um sich quasi ‘akutimpfen’ zu lassen. Gut, war schon Abend, daher am nächsten Tag am Vormittag an der Rezeption nach dem nächsten Krankenhaus gefragt, der hat uns aber nicht ins Krankenhaus geschickt sondern uns empfohlen uns an unseren tatsächlich sehr wiffen Guide vom Vortag zu wenden, der war nämlich zufälligerweise grad da. Also unserem Guide, Abdelaziz, die Situation erklärt, er hat gemeint auf zur nächsten Apotheke den Impfstoff kaufen. Bei der ersten Apotheke haben wir erfahren dass das nicht Sache der Apotheken und Spitäler ist, Tollwutimpfung bekommen wir im Rathaus. Konnte Abdelaziz nicht glauben, daher zur nächsten Apotheke, die Dame dort war ein bissl mehr up to date, hat bestätigt dass das Sache der Gemeinde und nicht des Gesundheitswesens ist, allerdings gibts das Zeug nicht mehr wie früher beim Rathaus sondern 12km außerhalb von Fes, bei einem Kommunalgesundheitsdings. Ok, also mit Abdelaziz da rausgefahren, lange gebraucht um das versteckte Gebäude zu finden, da war allerdings niemand daheim weil grad Samstag war. Mit viel, viel Mühe und Herumgestikuliere hats Abdel dann geschafft den Wachmann des Gebäudes ausfindig zu machen, der war recht mürrisch und unkooperativ, nach langem hin und her haben wir zumindest folgendes erfahren: Tollwut gibts anscheinend viel, die Impfung gabs früher in Fes im Rathaus, ist gratis, nachdem das aber brav von den Fassis genutzt wurde ists der Gemeinde anscheinend zu teuer geworden. Haben daraufhin das Impfzentrum nach draußen verlegt, dann überlegen sich die Fassis 3x ob sie sich impfen lassen oder sich denken es wird schon nix sein. Und außerdem ist Samstag und Sonntag geschlossen. Dass die Impfung innerhalb von 24h erfolgen muss war jedem Beteiligten bewusst aber für die Öffnungszeiten unerheblich.
Naja, großes Unverständnis unsererseits, wie gesagt ist Abdel aber nicht blöd und hat so lange mit der Touristenpolizei (vor der alle Angst haben) gedroht und gechimpft bis viel, viel später ein mürrischer Arzt aufgetaucht ist und uns tatsächlich die Impfung reingehaut hat. Die 24h waren da zwar mit dem ganzen Herumgetue schon abgelaufen aber wie gesagt hatten wir ja zum Glück 48h. Und das Bittere an der Sache ist natürlich, dass wir die Impfung nur bekommen haben weil wir Touris sind, als Marokkaner darf man sich am Wochenende nicht beißen lassen, wenn doch kann man nur hoffen.

Also für uns alles gut ausgegangen, das ist unser braver Abdel

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waren dann noch 2 Tage in Fes, hat uns super gefallen, am Abend haben wir den Hund im Auto am Camping gelassen und sind mit dem Taxi rein, war viel entspannter so. Und ich hab ENDLICH auch ein Chamäleon entdeckt

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die Geli hat ganz am Anfang der Reise eins beim Vorbeifahren gesehen und ist mir jetzt 2 Monate mit dieser Begegnung in den Ohren gelegen, jetzt hatte ich sie wie gesagt auch, sind schon cool diese Viecher.

Nach Fes sind wir dann rauf an die Mittelmeerküste, wollten endlich wieder ans Meer. War ein recht langer Weg durchs Rifgebirge, hatten auch bei Einbruch der Dunkelheit einen super Schlafplatz, wollten dann aber doch am Meer aufwachen und sind daher entgegen unserer Vorsätze noch bissl in der Nacht weiter. Sind auch an die Küste gekommen, nach Al Hoceima, wollten da irgendwo schlafen aber die Schlafplatzssuche war etwas schwierig und erfreulicherweise haben sich dann bei den steilen Küstenstrassen dort die Gleichlaufgelenke rechts hinten gemeldet. Und das recht eindringlich, mussten also an Ort und Stelle unser Quartier aufschlagen, war dann aber im Endeffekt eh recht gefällig dort

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Am nächsten Tag pumpernd in Al Hoceima Mechaniker gesucht und auch schnell gefunden, Machid (?) und Abdul waren nicht ganz so professionell wie Hassan in Sefrou aber auch super sympathisch, Problem war natürlich dass ich kein Gleichlaufgelenk mehr hatte, dass alle gleichzeitig eingehen hatte ich ja nicht geplant. Hatte allerdings noch das angeschlagene aber nicht ganz demolierte das eine Woche vorher auf der anderen Seite ausgebaut wurde, haben das also rechts eingebaut, bisher hält das auch noch ganz gut. Und weils da so nett war hab ich auch noch alle Filter getauscht und dort Ölwechsel machen lassen, die 10.000km haben wir inzwischen erreicht

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und dann am Abend weiter nach Cala Iris, das ist auf anderen Seite vom sogenannten Al Hoceima Nationl Park, da gabs dann einen Campingplatz, leckeren Fisch und schöne Strände

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wildcampen ist am Mittelmeer schwierig, die Marokkaner sind hier aufgrund der illegalen Flüchtlinge die nach Europa wollen recht unentspannt. Haben aber erfahren dass es an einem Strand im Nationalparkt, bei Badis, vielleicht möglich ist, daher eine zur Abwechslung sehr gemütlich Piste dahingefahren

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und da wars dann auch nicht ganz schlecht, direkt am Strand gestanden mit dem Luxus einer eigenen Bambus-Strandhütte, außer uns nur ein paar Fischer, ein winziges Dorf und die Royal Marines

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und 40 Spanier, der Felsen im Hintergrund gehört nämlich Spanien. Da kommt dann auch in der Früh ein großer spanischer Militärhubschrauber der die Inselcrew versorgt, über die 10 Meter breite Grenze darf nämlich niemand. Naja, wie die Spanier meinen. Wir habens jedenfalls genossen, der Ferdl natürlich sowieso

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nur die Royal Marines waren da etwas mühsam und nicht sehr sympathisch, mussten dann am nächsten Tag auch wieder weg von dort.

waren dann noch einen weiteren Tag in Cala Iris und sind dann weiter die Küste rauf Richtung Tanger und Chefchauen, slowly slowly, die Küste ist nämlich recht zerklüftet. 600m rauf, 600m runter, 500m rauf, 500m runter, 800m rauf, 800m runter

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also mal 2 Tage lang nur im 2ten Gang unterwegs, zwischendurch sind uns immer wieder Julie und David aus Frankreich über den Weg gelaufen

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die beiden haben wir das erste mal in Fes getroffen, dann bei Cala Iris, dann auf der Strecke nach Chefchauen und jetzt sind sie ebenfalls hier, in Chefchauen nämlich. Hier gefällts uns auch sehr gut, wunderschöne Stadt im Rifgebirge

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das Stadtbild ist geprägt von den blau und weiß angefarbelten Häusern

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shopping

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am Campingplatz recht interessante Leute, hier hat mir gestern auch zufällig ein Irak-Kurden-Österreicher erzählt dass ein Freund von ihm an Tollwut gestorben ist nachdem er einen Babyhund von Marokko mitgenommen hat und der ihn gezwickt hat, also gut dass die brave Geli etwas umsichtiger ist als ich

sonst wie gesagt nett, nur gestern wars etwas mühsam, kleines Autoproblem, Kurzfassung: komisches Geräusch, Mechaniker kommt direkt zum Camping, Problem war keins also gleich erledigt, 2 andere Probleme von ihm beanstandet, falsches Werkzeug, 5 Stunden Mühsamkeit bis ich ihn physisch vom durch ihn lädierten Bus wegzahren musste, er will 250, ich denk Dirham und finds viel aber gut ich will ihn loswerden, er meint Euro, großes Gezeter und ich nicht sehr locker, will dann die Polizei rufen weil der Typ spinnt und daraufhin haut er ab.

Aber egal, habs geschafft meinen Ärger dabei rauszulassen und meine Urlaubsstimmung wiederzufinden, die Pläsierchen die er dem armen Yak zugefügt hat werden bis Wien kein Problem darstellen, inshalla, und am Abend waren wir wieder sehr gemütlich in der Stadt, lecker essen und die Geli wurde von 2 steinalten marokkanischen Gipsymusikern niedergeplärrt, war sehr lustig

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und heute wollen wir eigentlich nach Tanger weil da morgen abend fürchterlicherweise unsre Fähre ablegt, wie ich aber gerade sehe ists schon recht spät, wir haben da Slackline und Hängematten und unsre ganze Wäsche hängen und müssen noch ins Internet, also mal schaun was sich noch ausgeht. Irgendwas schnell und/oder nach Plan zu machen fällt uns nämlich von Tag zu Tag schwerer also mal schauen, die 120km nach Tanger sollten morgen auch zu schaffen sein.

nachsatz: wir fahren morgen.

cruising home

Posted By leon / July, 9, 2013 / 2 comments

So, nachdem der letzte Artikel nicht wirklich ein Abschluss war gibts spät aber doch noch kurze Info zu unseren letzten Reisetagen:

sind dann von Chefchauen doch nicht mal bis Tanger gekommen ohne dass die vom bösen Mechaniker in Chefchauen verpfuschten Bremsen ruhig geblieben sind, daher in Tetouan noch mal zum Mechaniker. Das war aber gut, weil das war wieder eine super nette Mechanikererfahrung und ich musste ihm am Ende ein bissl Geld aufzwingen, dieser Schrauber wollte nämlich gar nix haben. Also noch ein gutes Mechanikererlebnis am letzten Tag im Land, ist doch schön.

durch das ganze hin und her sind wir dann leider sehr spät in Tanger angekommen und konnten mit Mohammed, den wir natürlich wieder treffen wollten, nur noch schnell einen Tee trinken bevor wir uns von ihm und – nachdem er ja auch unser erster Kontakt in Marokko war – gefühltermaßen auch vom Land verabschieden mussten

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das Prozedere bei der Fähre war etwas langwierig, sind auch recht spät weggekommen, dafür war der Ferdl diesmal ein Held und hat sich 2 Tage am Hundedeck erleichtert als wär er dort zuhause, ein ganz klein bisschen mutiger ist er also doch geworden in den drei Monaten ;)

na und dann sind wir komplett entspannt, wenn auch müde, in 2 Tagen nach Wien getuckert, zuerst nach Villach meine Mutter besuchen, dann noch in Ternitz bei meinem Bruder vorbeischauen, und Freitag abend waren wir dann zuhause. Und sind seit Samstag krank, das kann dann eigentlich nur psychosomatisch sein ;)

Bleibt nicht mehr viel zu sagen, wer hier mitgelesen hat dem muss man eh nicht mehr sagen dass die Reise absolut weltklasse war, zaacher Beginn aber bis auf ein paar Knochenbruch-, Tollwut- und Gegenwindproblemchen ist ja dann alles genial gelaufen. Der komplett neu zusammengeschraubte Motor macht aus dem Yak keinen Ferrari, hat aber die gesamte Strecke einen halben Liter Öl und ein Vierterl Wasser gebraucht, das lob ich mir.

UNd natürlich fühlt es sich jetzt an als wären wir gerade mal vor einer Woche aufgebrochen, ich glaub unter einem Jahr kann ich nicht mehr auf Urlaub fahren, hehe. Also, ich freu mich dass ein paar Leute unsere kleinen Abenteuer mitverfolgt haben, freue mich sogar über die, von denen ich jetzt weiß dass sie nur die Bilder angeschaut haben ;)
A propos, wir sind bemüht hier in Kürze noch ein paar Fotos mehr reinzustellen, kann aber sein dass das noch 2, 3 Wochen dauert. Inzwischen ein passendes Abschlussfoto das der Joschi soeben in meinem Posteingang deponiert hat

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Und ansonsten hoffe ich natürlich dass bald mal wieder eine Reise ansteht und ich hier wieder was neues berichten kann, INSHALLAH!!!

Es danken für die Aufmerksamkeit Frau Angelika, Herr Ferdinand und Herr Leon