uebern Atlas

Posted By leon / May, 4, 2013 / 4 comments

Von Marrakesch aus haben wir uns also auf den Weg über den Atlas gemacht, slowly slowly weil der Joschi und ich haben am Vortag noch Abschied von 2 Deutschen und einem Tiroler feiern müssen. Die haben wir zwar erst am selben Abend kennengelernt aber nachdem sie mit 2 Flascherl leckerstem Zeugs zu unseren Bussen gekommen sind haben wir sie schnell ins Herz geschlossen gehabt. Daher wie gesagt alles bissl langsamer, haben uns recht bald ein nettes Platzerl gesucht

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und sind erst am nächsten Tag weiter rauf Richtung Tizi n’Test, so heißt der Pass, schöne Strasse mit netten Kasbas

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Flüssen (wenn auch wenigen) für die Hunde

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Picknickplatzerl

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und Kindern die vor mir wegrennen obwohl ich ihnen nur Hauberl schenken will. Der brave Beat von Dwarf8 hat uns nämlich als Charity-Aktion einen riesen Sack voll Zwergerl-Hauben für Kinder mitgegeben, von denen wir glauben dass sie die brauchen könnten

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Dann weiter rauf, vorbei am Toubkal, mit so ca 4200m der höchste Berg Marokkos. Die Strasse ist wunderschön, war allerdings ein bissl enttäuscht, im Reiseführer war sie in den spannensten Tönen, nur für schwindelfreie Fahrer und so, beschrieben, ist aber sehr kommod und Busse fahren da genauso. Aber schön isses allemal

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Am Weg runter sind wir dann in Ermangelung eines besseren Schlafplatzes etwas abseits von einem Schotterweg stehen geblieben, hat sich dann herausgestellt dass der zu einem kleinen Dorf führt und sämtliche Dorfbewohner diesen Weg nach der Feldarbeit nach Hause gehen. Haben natürlich brav gefragt ob wir da stehen dürfen und dann auch bald das ganze Dorf kennengelernt, sind alle an uns vorüber gezogen. Und nachdem dann noch Aisha mit einer amtlichen Schnittwunde vom Feld gekommen ist und wir diese gleich mal desinfiziert und verbunden haben, hat sie uns gleich ins Dorf und zu sich nach Hause mitgenommen. Und obwohl wir grade gegessen hatten is natürlich wieder aufgetischt worden

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War ein super netter Abend, heiße Milch von der hauseigenen Kuh, Brot, Kekse, Nüsse und eine Einführung ins Brotbacken für die Geli

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die ganze Family hat sich rührend um uns gekümmert und nicht verstehen wollen weshalb wir im Auto und nicht bei ihnen schlafen wollen, Aishas Bruder war schon abgestempelt vor unseren Autos Wache zu sitzen damit nix passiert wenn wir nicht dort sind. Ging aber nicht, hatten ja die Hunde in den Autos, bzw war Fizco inzwischen auch schon am Weg ins Dorf, der hats nämlich eh nicht mehr bei den Autos ohne Joschi ausgehalten und sich verselbstständigt. Daher noch Gruppenfoto

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und jetzt endlich wieder Hauberl für die Kinder

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Dürfte also doch nicht auf alle so verschreckend wirken. Obwohl, ein winziges Buberl von der geschätzt 20-köpfigen Kinderbande die uns ins Dorf begleitet hat, hat immer panisch zu heulen begonnen wenn ich ihn angeschaut hab. Dabei schaut mein Aug gar nicht mehr so schlimm aus, nur das Naserl wird nimmer grad. Muss ich mir dann wohl in Wien noch mal brechen und richtig rum zusammensetzen lassen.

Am nächsten Tag noch mal kurzer Besuch von Aisha, haben ihr Desinfektionsmittel und Pflaster mit mündlicher Gebrauchsanweisung hinterlassen

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und dann wieder weiter, kurzer Besuch mit leckerem Essen in Taroudant

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und weiter Richtung Süden. Wollen natürlich immer nette kleine Wege am Wasser finden, weder unsere physische Karte noch die GPS-Karte, die ich aus dem Netz geladen habe, sind allerdings zuverlässig. Da gibts etliche Strassen die gibts gar nicht und dann wieder keine Strassen wo’s ganz offensichtlich schon ewig welche gibt. Das nervt zum Teil dafür gibts dann schöne ungeplante Umwege durchs Land

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und gleich mal einen übertrieben schönen Schlafplatz in den Dünen

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war beeindruckt wie souverän der Joschi mit seinem 2wd die Sandpisten (“einspurige befestigte Straße”) packt, der tuckert da einfach mit bissl Schwung überall rauf, find ich gut. Den Hunden taugts auch

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und der Ferdi kann beim Stuhlen schönsten Meerblick genießen

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in den Höhlen am Strand wohnen Fischer

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einen haben wir in der Früh dann kennengelernt, wenn ichs richtig verstanden habe fischt er in der früh, dann reitet er mit seinem Esel zur Feldarbeit und am Abend fischt er wieder. Der hat mir dann schon bissl leid getan, wir waren grad beim Fühstücksbeginn als er mit seinem Esel zur Arbeit Nr.2 vorbeigeritten gekommen ist.

und das wars dann auch schon wieder, Joschi ist noch der Auspuff abgerissen

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aber er hat das ganz gut fixieren können und gestern in Mirleft hats ein Mechaniker recht schön zusammengeschweißt. Touristenpreis € 5,- inklusive Material, das kann der Joschi sich leisten.

und nachdem der Ferdl seit gestern braune Flecken am Augapfel hat, haben wir schon wieder geglaubt dass das was schlimmes ist, hab aber gleich unserem Tierarzt in Wien Fotos geschickt und laut seiner Ferndiagnose ist alles halb so wild. Und wir amüsieren nicht mehr wie bisher alle Leute weil wir mit unseren roten Augen im Partnerlook auftreten und das ist ja auch ganz gut so

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Western Sahara

Posted By leon / May, 12, 2013 / 2 comments

von Sidi Ifni sind wir weiter Richtung Plage Blanche, einem glaub 80km langem Strand, am Weg dorthin bei einer Fischerhütte halt gemacht, da hätts eigentlich ein Schiffswrack geben sollen

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gabs nicht, den super freundlichen Fischer haben wir eigentlich auch nicht gefragt wo das hingekommen ist, haben ihm dafür ein Hauberl an seine Hütte gehängt. Und statt dem Wrack hat der Joschi plötzlich eine Schoki hergezaubert, das war sogar noch besser

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Dann ein Flussdelta runter zum Plage Blanche

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Da wars dann ganz nett aber auch nicht wirklich aufregend, wollten da eiegntlich noch weiter fahren aber die Fischer haben gemeint mit 2wd ist das unmöglich. Haben daher beschlossen weiter zum Fort Bou Jarif zu fahren, einem ehemaligen frnazösischen Fort mitten in der Wüste, keine Ahnung weshalb sie das grad dorthin gebaut haben. Laut Streckenbeschreibung “mit Vorsicht auch mit VW-Bus und Wohnmobil befahrbar, war dann stellenweise schon recht knapp mit Joschis Bodenfreiheit

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die aufregenden Action-Bilder hätt eigentlich die GoPro machen sollen aber das hat nicht ganz so funktioniert wie gedacht, muss man sich jetzt ganz arge Geländepassagen dazudenken. Im Endeffekt sind wir draufgekommen dass wir den Guide falsch gelesen haben, die Strecke wär tatsächlichausschließlich für 4wd gewesen aber beide Busse sind bravourös durchgekommen.

Beim Fort gibts dann einen Campingplatz, außerdem Bedouinenzelte, Kasba, Pool (haben wir erst bei der Abfahrt mitbekommen!!) und sonstige Annehmlichkeiten, wir waren aber sowieso teilweise die einzigen Gäste und haben uns ins letzte Winkerl verzogen

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und da kann man dann durch Kakteenwälder spazieren

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bei der Oase stundenlang Bücher lesen und den Hund schimpfen der nur Blödsinn macht

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das Fort inspizieren

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und leckere Kameltajine futtern

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das war quasi unser offizielles Abschiedsessen vom Joschi (auch wenn er eh noch 2 Tage mit uns unterwegs war), äußerst lecker und mal was anderes mit Licht und indoor und so.

Und weil aber die Wüste am schönsten ist wenn man ganz alleine ist haben wir uns am nächsten Tag wieder irgendwo ins Nichts gestellt und einen Wüstentag genossen

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viel nichtstun und dann noch die Besteigung des höchsten Hügerls in Sichtweite, sehr, sehr nett. Leider hat den Joschi das am nächsten Tag in Form einen Sonnenstichs eingeholt und sein erster Rückreisetag wurde mal mit viel schlafen begonnen. Hat sich dann aber bis am Nachmittag wieder halbwegs erholt, sind noch zusammen nach Guelmin gefahren und haben uns dann leider von Joschi und Fizco verabschieden müssen, war sehr entspannt mit den beiden, jetzt muss der Ferdl wieder ohne Spielkameraden auskommen und mit den furchteinflößenden Marokkanern fertig werden

Geli und ich haben dann noch in Guelmin – mit Unterstützung von Mustafa, der ist früher mit seinem LKW immer zwischen München und Salzburg unterwegs gewesen – unsere Vorräte aufgestockt um uns in Richtung Western Sahara aufzumachen. Sind erst ewig spät aus Guelmin rausgekommen und dann in Dunkelheit und Nebel gekommen, war zach, haben uns daher an ein vermeintliches Flussbett gestellt ohne zu wissen wo wir waren. Hat sich dann am Morgen als kleine Lagune herausgestellt, haben dann von Hassan Besuch und er von uns Kaffee und Melone bekommen

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hat uns erzählt dass da in der Saison im Schnitt 40 Wohnmobile von Deutschen, Belgiern und Holländern stehen, zum Glück sind wir nicht in der Saison da, so waren wir komplett alleine. Und mit Diablo hat der Ferdl ein bisserl seinen Trennungsschmerz vom Fizco mildern können. Vor der Weiterfahrt noch Abwasch bei der angeblichen Mineralwasserquelle

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Und weiter die Westsahara runter, bei Tarfaya Stop gemacht und die Casa Mar inspiziert, war ein kleiner Handelsposten erst der Engländer und dann der Spanier

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haben da auch Andi und Silvia getroffen, Andi ist aus Wien und Silvia aus Bologna, die beiden sind seit Jahren in der Welt unterwegs, seit kurzem ebenfalls mit Vw-Bus. Sind jetzt immer wieder zusammen gefahren oder essen gegangen, obwohl alles so weitläufig ist laufen wir uns immer wieder über den Weg, sehr lustig mit den beiden. Foto hab ich allerdings gar keins, Schande über mich, reich ich nach

und weiter runter, Layoune haben wir entlang der Küste umfahren, ist laut Meinung der Marokkaner hier besser die Stadt zu meiden. Können wir uns zwar nicht vortellen aber gut, Küste war sowieso wunderschön, gibts zum Besipiel die gestrandete Fähre, die früher mal zwischen den Kanarischen Inseln und der Westsahara unterwegs war

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und weiter runter, die Westsahra ist wunderschön und es gibt kaum Verkehr, dafür immer wieder Dünen die auf die Straße wandern

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Kamele die dasselbe tun

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aber zum Großteil natürlich nur die ewig lange Straße durch alle Erscheinungsformen der Wüste

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und vorgestern sind wir dann in Dakhla angekommen, das liegt auf einer 50km langen Halbinsel, gefällt und sehr, sehr gut hier. Akzeptable Sonnenuntergänge in der Lagune

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eine schöne und sehr saubere Stadt, nette Leute, ein angenehmer Souk und local style für die Geli, das langfrisitge Tragen so eines 5m-Tuchs wird aber noch bissi Übung erfordern

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nur der Wind und daraus resultierend der Staub in allen Poren freut Geli und Ferdl nicht besonders, ich bin dafür endlich mal aufs Wasser gekommen.

Haben uns dann auch ein Surfcamp hier angesehen, muss man ein paar Kilometer Piste fahren und ist dann plötzlich in Europa. Komplett abgeschottet von allem trägt man hier nur Billabong, Quiksilver, Roxy und was es sonst noch an Surfermarken gibt, die Gäste werden direkt vom Flughafen hergekarrt und brauchen dann nix mehr tun, um €66,- pro Person gibts Vollpension, eine Stunde W-Lan kostet €5,-, gibt das neueste und beste Kite- und SUrfzeug und in der Mitte am Boden sitzt ein Rastafari der afrikanische Masken verkauft. Man will ja zuhause beweisen dass man in Afrika war. War irgendwie ziemlich strange aber auch lustig, besoners weil wir unseren Besuch um 11 am Vormittag mit einem Bierchen und einem Cocktail an der Beachbar gestartet haben

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Dort schlafen durften und wollten wir dann nicht, haben daher wieder mal ein super schönes Platzerl suchen müssen

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der Wind hat uns dann aber leider gleich in der Früh vertrieben, an Frühstück vorm Auto war da nicht zu denken.

Und heute sind wir wieder auf einem Campingplatz in Dakhla, Wäsche waschen und paar Sachen am Auto machen, außerdem müssen wir dann mal in die Stadt und ein bissl Vorräte zusammensammeln. Weil morgen früh gehts dann richtung Mauretanien und wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen, melden wir uns bereits in ein paar Tagen aus dem Senegal, inshalla!

Planaenderung

Posted By leon / May, 18, 2013 / 5 comments

Also erstens um gleich mal die Spannung rauszunehmen: wir sind nicht im Senegal sondern wieder back in Dakhla

und zweitens: erlebt haben wir dennoch genug, das wird also ein sehr langer Artikel, nur mal als Vorwarnung
oiso:

sind vor einer Wochen von hier aufgebrochen um ja bekanntlich durch Mauretanien in den Senegal zu fahren. Davor hatten wir schon zwei Tage Entscheidungsfindung wie wir tun sollen, wir hatten beinahe 4 Wochen gebraucht um in Dakhla anzukommen. Und das obwohl wir ziemlich Gas gegeben haben, eigentlich waren wir für unsere Begriffe viel zu schnell unterwegs und mussten einiges auslassen. Daher wurde nach langem hin und her beschlossen, dass wir ja eben doch unbedingt in den Senegal wollen, also laut Plan ein Tag Western Sahara südlich von Dakhla, Grenze Mauretanien und Nouadhibou, zweiter Tag Nouakchott (Hauptstadt Mauretaniens), dritter Tag Grenze Senegal und St. Louis. Da, ganz im Norden Senegals, bleiben wir dann eine Woche und dann müssen wir in der gleichen Zeit wieder rauf, jeweils ca 450km/Tag und dann auch noch die 1400km Western Sahara, alles Wüste, bissl zach aber gut.

Also mal die Western Sahara weiter runter, gut warm und gut windig

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wunderschöne Landschaft, kilometerlange weiße Strände, leider alles vermint und daher schwer zugänglich. An der Grenze hätt ich gleich mal viel zahlen sollen weil ich auf marokkanischer Seite 2 Stopptafeln überfahren habe (schuldig), konnte dann aber mit T-Shirts und Bacardi-Armbandln geregelt werden. Dann gibts 4km Niemandsland, irgenwie haben wirs geschafft die Piste ein bissl aus den Augen zu verlieren und als ich das Auto fast eingesandet hab, hat sich die Geli ein bissl mehr ins Hoserl gemacht als ich, sie hat nämlich den Abschnitt über die Minen im Niemandsland gelesen und mir ist erst bei der nachträglichen Lektüre etwas schlecht geworden.
Ansonsten ist alles recht glatt gegangen, war anstrengend aber ziemlich lustig, in Mauretanien beginnt Afrika, alle schreien, schimpfen, lachen und permanent hab ich von überall freundschaftliche Schulterkloper bekommen, die mich jedesmal fast in die Knie gezwungen haben. Die Geli hat sich inzwschen im Auto sitzend noch nicht ganz ihrer Verehrerschar aus Polizisten, Militärs, Grenzhelfern und sonstigen Gestalten erwehren können, nach jedem Stempel hab ich mal wieder schnell wen vom Auto verjagen müssen um die Arme zu retten, war also durchaus kurzweilig.
Aber wie gesagt, hat eiegntlich alles ganz gut geklappt und mit den letzten Sonnenstrahlen haben wir dann die letzten 50km nach Nouadhibou auch noch geschafft

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das liegt auch auf einer Landzunge wie Dakhla, das Setting ist genauso schön

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und gleich beim Reinfahren kommt uns der Erzzug entgegen, der schwerste Zug der Welt. Ist bis zu 3km lang und fährt das abgebaute Erz von Zouerat im Landesinnern zur Weiterverarbeitung und Verschiffung nach Nouadhibou. Hätten wir nicht geplant in den Senegal zu fahren, hätten wir trotzdem hierherkommen müssen, war für die Geli eine absolute Notwendigkeit diesen Zug für ihren Papa zu fotografieren, daher bitte lieber Heinz:

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die Stadt selbst, mit ca 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Mauretaniens, ist ganz anders, schon viel afrikanischer, laut, viel Verkehr, alle fahren irgendwie und mit irgendwas

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hat uns auf Anhieb gefallen, wir lieben die höfliche marokkanische Mentalität aber es geht halt fast nix über afrikanische Lebensfreude. Haben uns dann mal bei Ali einquartiert, der hat einen Campingplatz im Innenhof, eine Oase mitten im Stadtzentrum

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sogar mit Aufenthaltsraum, war mal windgeschütztes Kochen ausserhalb vom Bus möglich

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außer uns war aber keiner da, einerseits ist nicht Saison (das ist Herbst), andererseits bleiben aufgrund der Reisewarnungen die Touristen aus

am nächsten Tag wollten wir ja eigentich gleich weiter nach Nouakchott, waren aber beide komplett fertig vom Vortag und haben ordentlich verschlafen, außerdem hat uns ja Nouadhibou wie gesagt ganz gut gefallen, daher beschlossen das einen Tag zu verschieben und statt dessen ans Ende der Halbinsel, das Cap Blanc, zu fahren. Da geht eine schöne Piste runter, vorbei an Kamelen und so

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die Piste haben wir aber auch gleich grandios verloren, war dann ein bissl ein Kampf durch Weichsand und Steinfelder, kurz vorm Ziel haben wir sie wiedergefunden

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am Cap gibts wieder Sturm und die Luft voll Sand, außerdem Steilküste und einen wunderschönen Strand

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angeblich gibts da auch Mönchsrobben, haben wir aber nicht gesehen. Dafür das ziemlich geniale Wrack der United Malika

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von Till und Carmen, einem linzer Paar das wir in Dakhla getroffen hatten, wussten wir dass man da rauf kann. Die beiden haben uns außerdem mit 1000 Infos, GPS-Daten und 2 Guidebooks versorgt, danke noch mal an dieser Stelle! Aber zurück zum Schiff: haben vor dem Wrack gewartet bis sich Moussa an Deck gezeigt hat, nach harten Preisverhandlung von unten nach oben schreiend, bei denen ich eigentlich kein Wort verstanden habe, hat er zwei aneinandergebundene Leitern runtergelassen

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befestigt waren sie oben african style

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er hat aber gemeint das angescheuerte Bandl hält 100kg. Gut zu wissen wenn ich 80 hab und die 2 Leitern wahrsch 30. Aber alles gutgegangen und es war ziemlich genial dann diese Rostlaube zu durchwandern

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fühlt sich recht strange an durch die schrägen Gänge zu marschieren und sich leere Schlafräume, Essräume, Maschinenräume usw anzuschauen

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Moussa

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und zwischendurch knallt dann eine Welle dagegen und Schiff und Strand rüttelts mal gscheit durch

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bei der Rückfahrt waren wir etwas aufmerksamer und habens tatsächlich geschafft die richtige Piste zu finden

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ja und am nächsten Tag wollten wir nach Nouakchott, also frohen Mutes mal tatsächlich recht zeitig (für unsere Verhältnisse) aufgestanden und ab auf die Straße. Nachdem Nouadhibou wie gesagt auf einer Landzunge liegt mussten wir mal 50km in den Norden zurück, und da hat sich dann halt leider gezeigt wie das mit dem guten Yak und voller Beladung und Surfzeug oben drauf bei dem Gegenwind hier aussieht, schlecht nämlich. Dritter Gang und 50km/h

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Daher stehenbleiben und Lagebesprechung, wir wussten beide wie’s aussieht, aussprechen wollte es aber keiner von uns. Runter wären wir gekommen, insgesamt ca 2500km (mit Western Sahara) bei den Bedingungen gegen den Wind rauf, und das mit Zeitdruck, ist allerdings unerträglich. Dazu kommt dass wir nicht mal den Hund rauslassen haben können, der Sand war schon für uns extrem schmerzhaft und der Hund hat halt alles in die Augen bekommen. Also schweren Herzens – für diesmal – Abschied von unseren Senegal-Plänen genommen, da waren nicht nur die Hundeaugen feucht.
Sind daher zurück nach Nouadhibou, wollten wenigstens noch ein bisserl in Mauretanien bleiben, haben uns da extrem wohl gefühlt. Wieder zu Ali, der hat uns dann auch seinen zweiten Campingplatz gezeigt und der war sogar noch viel genialer

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direkt an der Lagune, wunderschön und ein perfekter Platz zum Chillen. Wäre da nicht der permanente Sturm und der Sand in Haaren, Achseln, Augen,… Haben oft gefragt ob das normal ist und unterschiedlichste Antworten bekommen, meistens ‘nein, nein, im Herbst weht kein Wind’ oder so. Seit wir jedenfalls in die Western Sahara gekommen sind blästs durchgehend.
Bei der Rückfahrt vom Campingplatz hat uns dann der Ali noch einen Schleichweg gezeigt

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Da hat dann die Bergeausrüstung endlich mal wieder Sinn gemacht und wir haben seinen Mercedes wieder auf festen Boden gebracht.

Und nach einer weiteren Nacht in Nouadhibou haben wir uns also wieder auf den Weg zurück gemacht, mauretanische Grenze problemlos, das Niemandsland, nachdem ich ja jetzt wusste weshalb so viele Autos herumliegen, hat mir diesmal mehr Respekt eingeflößt

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wir haben aber diesmal die richtige Piste gefunden, wurden auch entsprechend von den Grenzposten gebrieft und mit “viel Glück” verabschiedet.

Auf marokkanischer Seite wars ziemlich langwierig, zum Glück hat aber keiner das eigentlich notwendige, nicht länger als eine Woche zurückliegende, Gesundheitsattest für den Hund sehen wollen. Das ist irgendwie bie der ganzen Senegal-Aufregung in unseren Köpfen verlustig gegangen, wär blöd gewesen.
Und dann eben wieder Westsahra, wunderschöne, verminte Landschaft, diese Schilder weisen angeblich darauf hin

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und nachdem ja wie erwartet windbedingt Richtung Norden nicht viel weitergeht, sind wir recht bald zu einem kleinen Fischerdorf 80km nach der Grenze abgebogen. Winzige Fischerhütten, daneben eine moderne Geisterstadt mir Geistermoschee

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und dahinter eine gar nicht mal so hässliche Bucht
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dachten dass die 2 Hütterl oben von Fischern sind, waren aber Jaoud und Jamal von der königlichen Marine, haben uns also gleich beschützt an unserem weissen Sandstrand. Noch leckersten Fisch von den Fischern geholt

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den die Geli dann vorzüglichst zubereitet hat. Gestern dann bissl Chilltag in der Bucht, Geli am windgeschützden Teil der Bucht sonnend oder beim Auto lesend

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und ich wieder mal ein bissl am Wasser

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war aber irgendwie strange, habe die Fischer in ihren kleinen Booten beim Vorbeifahren freundlichst begrüßt, die haben mich aber nur völlig perplex angestarrt, hab dann bissl Angst gehabt dass sie mich harpunieren wollen weil sie nicht wissen ob ich sie angreifen will oder so.

Nach der Surfsession gabs jedenfalls Tee, selbstgebackenes Brot und Kichererbsenbrei bei Jaoud und Jamal

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wir durften sogar mit ihren Waffen herumhantieren, kenn mich nicht aus mit sowas aber ich glaub das hätt nicht mal mehr das österreichische Heer vor 30 Jahren verwendet. Die armen müssen 3 Monate da Dienst schieben und haben dann 25 Tage frei, auch etwas langweilig denke ich. Von außen sehen die Hütten übrigens ziemlich runtergekommen aus

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sind aber durchaus gemütlich innen , halt nur das drin was man wirklich braucht. Die zwei Dackelmischlinge sind übrigens ihre Wachhunde Shakira und Rosalinda.

Am Nachmittag haben wir uns dann wieder aufgemacht, wieder dritter Gang und fast 4 Stunden für knapp 200km, daher noch mal kurz vor Dakhla Pause gemacht, wieder ohne Plan auf eine Piste eingebogen und quai wieder das selbe, Traumstrand

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und wieder wir und ein Zelt mit 2 Burschen von der königlichen Marine die auf uns aufpassen

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ja und heut haben wirs dann nach Dakhla geschafft, in 3 Tagen rauf was wir in 1 Tag runtergefahren sind, das ist ein massiver Qualitätssprung! Die nur 400km haben uns jetzt auch gezeigt dass unsere Entscheidung mit Sicherheit richtig so war, der Senegal muss noch warten und so haben wir endlich keinen Zeitdruck mehr, merken jetzt schon dass uns das sehr, sehr gut tut. Theoretische Pläne für den kommenden Monat Marokko gibts wieder genug aber hier reinschreiben brauch ich sie sowieso nicht weil beim nächsten Eintrag sind sie sicher wieder komplett verworfen. Und das war jetzt glaub ich der mit Abstand längste Blogeintrag den ich je geschrieben habe, Respekt an jeden der es geschafft tatsächlich hat bis hierher durchzuhalten!

das Meer aus Chille

Posted By leon / May, 28, 2013 / 5 comments

Haben also noch ein paar entspannte Tage in Dakhla verbracht, bissl surfen, bissl essen, viel schlafen. Haben da natürlich wieder Silvia und Andi getroffen

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denen gefällts in Dakhla mindetens genauso gut wie uns, ich nehm an dass sie noch immer da sind.

Und nachdem wir uns ja den nördlich Teil Marokkos auch noch anschauen wollen haben wir uns dann wieder auf den Weg rauf gemacht, Wind und Sand, 50km/h und 16l auf 100km, gebe zu dass mir das ein bissl am Popsch gegangen ist. Aber irgendwann ab Höhe Laayoune ists dann windtechnisch viel besser geworden, war dann sehr versöhnlich, wir haben die Westsahara schon SEHR gern gehabt. Und zusätzlich zum abnehmenden Wind gibts natürlich permanent wunderschöne Strände und direkt an der gestrandeten Armas-Fähre hats diesmal spitzen Swell

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Wind war da plötzlich keiner  mehr, wäre perfekt mit SUP gewesen, kommt das nächste mal in aufblasbarer Version mit ins Gepäck.

Außerdem natürlich genialste Dünenlandschaft

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auch in groß

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und als wir mal eine kleine Kaffeepause gemacht haben, hat uns Wolfgang gefunden, der ist grad mit seinem Mercedes-Bus am Rückweg von Benin nach Bayern

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hatte in mali einen Motorschaden und hat da in Bamako wochenlang auf einen neunen Motor aus Deutschland warten müssen, angekommen ist dann aber auch der falsche. Läuft aber trotzdem irgendwie, wir sind dann also 2 Tage im Schneckentempo-Einklang zusammen weitergefahren. Natürlich wieder mit netten Schlafplätzen und adäquaten Sonnenuntergängen, das freut die Fotografin

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Kurz vor Tan-Tan sind Geli und ich dann wieder alleine weiter, eine Piste runter zum Plage Blanche

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am Weg gibts wieder ein altes französisches Fort, immer nett da durchzulatschen

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und weiter die Piste, nicht unbedingt eine Autobahn

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und dann auch etwas sandverweht

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jetzt bin ich zwar immer für offroad zu haben wenns irgendwo hingehen muss, aber wenn ichs mir sparen kann bin ich auch nicht bös. Gehe zwar davon aus dass das mit vermindertem Reifendruck auch ohne einsanden irgendwie gegangen wär aber während ich noch kurz überlegt hab ob oder ob nicht hat die Geli eh schon beschlossen dass die kleinen Dünen eher zum schlafen als zum befahren einladen

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haben daher nicht lang rumgeredet, kurz mal den nächsten Hügel rauf und wieder mal einen genialen Nachmittags- und Nachtplatz bezogen

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haben also das Meer aus Chille dem Meer aus Wasser vorgezogen (sinngemäß zitiert nach T.M.) und da wiedermal quasi nix gemacht, war gut.
Gibt da etliche für einen Geologen vermutlich interessante Steinchen, konnt ich mir aber eh nicht genauer anschauen, hat alle gleich der Ferdl für sich beansprucht

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die Geli hat dann wieder eine Wahnsinns-Tajine auf den Tisch gezaubert, da freut sich der Leon

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und die Nacht war dann noch taghell weil der fetteste Vollmond geschienen hat den wir beide (wahrscheinlich auch wir drei, vom Ferdi können wirs nur vermuten) je gesehen haben

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alles problemlos aus der HAnd fotografierbar

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am nächsten Tag wieder zurück über die Piste

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ist ja eh schön aber irgendwie sind wir hier immer nur auf Pisten unterwegs die im ersten Gang oder Geländegang gefahren werden müssen

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ich hätt gern mal so eine Piste wie viele in Tadschikistan oder Kirgistan oder so, wo man gemütlich mit 40 oder 50 dahintuckern kann und die Lanschaft genießt. also Landschaft genießen geht hier natürlich auch, aber eben sehr langsam und mit bissl mehr Fokus auf die Strecke.

Wie auch immer, so sind wir wieder zurück auf die Straße gedüst und zum samstäglichen Kamelmarkt in Guelmin, die Marktstandler haben uns schon 2 Tage vorher mit ihren Waren überholt

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den Markt haben wir natürlich um eine Stunde versäumt aber paar Kamele waren noch da

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die weißen kommen aus Mali und sind auch als Rennkamele zu verwenden, gar nicht so teuer, 20.000 Dirham, ca 2000€. Die kleineren gibts ab 900€

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die kommen aber nicht auf die Rennstrecke sondern in die Suppe, haben aber noch bissl Galgenfrist, die Heiratssaison beginnt im Juli und zu jeder Vermählung muss ein Kamel dran glauben. Erfahren haben wir das alles von Ali und Baled (oder so), die tingeln mit ihren Kamelen und ihrem Schmuck zwischen Mali, Mauretanien und Marokko herum, nach ewig langem gemütlichen Gequatsche und Herumgehocke haben wir auch brav was von ihnen mitgenommen

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direkt neben dem Kamelmarkt ist der Obst- und Gemüsesouq, der hat zum Glück noch offen gehabt

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und Gewürzsouq gibts natürlich auch

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haben da wieder brav zugelangt, macht bei den Obstpreisen mehr Spaß als zuhause, am Ende war nur der Ferdl not amused dass sein Fressnapf umfunktioniert wurde

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und von Guelmin aus haben wir wieder bissl Höhenmeter gemacht, den Antiatlas haben wir bei der Fahrt runter ausgelassen, holen wir jetzt nach und wurden gleich von den ersten Palmen und schönen Orten empfangen

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und seitdem kommen wir aus dem schauen nicht mehr raus, ist hier ein Fleckerl schöner als das andere. Sind mal als Basis nach Tafraoute gefahren, der einzige Ort der hier in der Saison vor Touristen und Wohnmobilen überquillt, nachdem wir spät angekommen sind haben wir mal wieder einen Campingplatz angesteuert und stellen fest dass das Platzangebot derzeit ausreichend ist

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die Aussicht vom Campingplatz kann auch so gelassen werden

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außerdem alle super nett und mit Mohamed und seinem Kollegen gits hier endlich mal einen schönen Campingplatz der von Locals geführt wird. Der Ort ist auch schön, wenn auch sehr touristisch, nur im Teppichladen sind der Ferdl und ich eher unbeteiligte Zuschauer

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allerdings glücklicherweise mit Vetorecht, anosonsten müssten wir aus Platz- und Geldmangel schon wieder am Heimweg sein.

Wollten dann gleich mal die bemalten Felsen hier ansehen, haben uns aber nicht sehr genau mit der Wegbeschreibung befasst und daher eher einen Kletterausflug gemacht

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aber wunderschön isses trotzdem überall, lauter Granitblöcke in allen Größen und Formen liegen zwischen lauter Palmen in ebenfalls allen Größen und Formen herum

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das blüht die Fotografin natürlich auf als wie

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und ich überleg mir entweder meinen Campingsessel mit auf unsere Spaziergänge zu nehmen oder ihre Akkus zu verstecken, da geht gar nix mehr weiter bei den ganzen Motiven.

Haben keine Ahnung gehabt wo die bemalten Felsen eigentlich sind und sind dann bei Sonnenuntergang ohne Sichtung wieder zurück, macht aber nix, war natürlich trotzdem schön. Am Rückweg scheint mich noch eine Schlange in den Knöchel gebissen zu haben, zumindest vermuten wir das anhand des Schmerzes und der 2 Bisslöcher. Ist aber nicht wirklich angeschwollen oder so, vielleicht wars ja ein Baby oder sie wollte nur mal probebeißen. Dabei haben wir zur Sicherheit eh immer FlipFlop an, naja, zum Glück is wie gesagt nix passiert.

Und gestern haben wir uns dann auf den Weg in die Ait-Mansour-Schlucht gemacht, was soll ich sagen, auch sehr schön, Palmendschungel in einer engen Schlucht und nur das Raschln der Palmblätter zu hören

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im einzigen Lokal ein leckeres Berber-Omlette im – eh klar – Palmengarten bekommen

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und dann die Schleife zurück durch die Timulguelchte-Schlucht wieder auf Piste, wieder nicht ganz nach meinem Gemütlichkeitsgeschmack aber schon viel besser

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und die Landschaft entschädigt durchaus

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außerdem bin offensichtlich ich eh der einzige der da so durchzuckelt, zumindest lässt das einzige Verkehrsschild in der ganzen Schlucht darauf schließen

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zwischendurch schöne Dörfer

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und am Ende auch wieder versönliche Teerabschnitte

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Wollten eigentlich da irgendwo schlafen aber sind dann schneller unterwegs gewesen als geplant, daher noch mal die bemalten Felsen gesucht

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und per Auto und Piste auch schnell gefunden. Da hat ein Belgier 1984 20.000 Liter Farbe verpritschelt, hat uns gut gefallen

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daher gleich mal unseren Schlafplatz vor den fettesten Felsen aufgeschlagen

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hinter uns die Felsen, vor uns genialste Steppen-Palmen-Steinlandschaft

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und wieder niemand da außer uns, hat uns auch wieder gefallen. Und wieder leckeres Happi-Pappi

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Da könnte jetzt der Eindruck entstehen dass nur die Geli kocht, für alle die das denken: so isses. allerdings: ich bin der fleissigte Zuarbeiter ever, ich baue auf, schnipsle und rühre was das Zeug hält, nur die kreative Tätigkeit der Auswahl und Zusammenstellung dieser Dinge ist mir ein Rätsel, das lege ich also – ohne bitteschön faul zu sein – in berufenere Hände.

Waren dann heut noch im Ameln-Tal, da ists auch nett, und werden morgen weitertuckern, wohin werden wir uns beim Abendessen mal ansehen. Das hat doch was wenns nicht pressiert.

Und klar weiss ich dass das jetzt noch länger als der letzte Artikel geworden ist aber so gehts jetzt anscheindend weiter daher höre ich einfach auf das noch extra zu erwähnen und schau lieber dass ich diesen literarischen Erguss heut noch online bekomm damit wir dann im Ort noch ein leckeres Abendessen bekommen, hab eh schon Hunger!

das Aisha-Special

Posted By leon / June, 2, 2013 / 4 comments

so, jetzt gibts viel Info über beinahe nur 2 Tage, für uns aber ganz spezielle, folgendes nämlich:

als wir, noch zusammen mit Joschi, vor einem Monat oder so über den Atlas gefahren sind, haben wir ja einen Abend in einem kleinem Dorf bei Aisha & family verbracht. War super nett und wir haben etliche Fotos gemacht. Haben sich alle drüber gefreut die am Display zu sehen, so sehr, dass wir vor ein paar Tagen beschlossen haben einen kleinen Umweg zu machen. Also in Tafraoute Fotos ausdrucken lassen, 6 Stück an der Zahl, gleich alle in einen Rahmen, und auf Richtung Atlas, das kleine Dorf dort heißt Ait Maalla.

Der Weg dahin quer durch den Antiatlas wieder wunderschön, nette Kashbas

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nach einem kleinen ungeplanten Umweg sind wir mit dem letzten Tageslicht wieder an unseren Schlafplatz vor Ait Maalla gekommen, die ersten Kiddies die uns entgegengekommen sind haben sich gleich gefreut uns wiederzusehen und ins Dorf rauf begleitet.

Ganz sicher waren wir ja nicht wie das so ist wenn wir da uneingeladen plötzlich wieder auftauchen, nachdem wir aber gleich von der ganzen Aisha-Sippe freudigst abgebusselt und umarmt wurden (die Gelis war von den Frauen besonders ins Herz geschlossen worden, fast wie eine verlorene Tochter), hat sich dieser Zweifel aber eh gleich zerstreut. Nach dem Joschi haben sie natürlich auch gleich gefragt, haben sich dann aber zum Glück damit zufrieden gegeben dass wir nur zu zweit sind.

Und dann hat natürlich gleich das Gelage angefangen, “Vorspeise” war mal frisches Brot mit Oliven- und Arganöl, dazu Tee und heiße Milch. Wenn wir mal kurz zu essen aufgehört haben, wurden wir (besonders ich) gleich mit “mangez, mangez, mangez” eindringlichst dazu angehalten weiterzufuttern. Als wir wirklich nicht mehr konnten gabs dann noch 2 riesen Stück Torte für jeden von uns.

Naja, und als nach dem ersten Essen die ganze Family mal beinand war haben wir die Bilder ausgepackt, auf dem Foto sieht man wie sehr sie sich drüber gefreut haben

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Aisha ist übrigens die in der Mitte mit dem blau-grünen Kleid. Und nein, sie haben sich natürlich viel mehr gefreut, das war ein riesen Gekreische und Aisha hat nur noch husten können weil sie sich immer beim Lachen verschluckt hat. Nur in der Sekunde in der ich die Kamera gezückt hab haben alle ein ernstes Gesicht aufgezogen. Hat sich dann aber eh bald gelegt die Kiddies waren natürlich die ersten die vor der Kamera lachen haben können

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und immerhin eine halbe Stunde oder so nach dem Kuchen gabs dann Tajine für alle

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wieder das gleiche Spiel, “manchez, manchez, manchez”. Und als mir wirklich schon schlecht war wurde mir noch ein Batzen Fleich, der aber eigentlch kein Fleisch sondern ein Riesen Batzen Knorpel war, aufs Brot gepatzt, das haben nur wir (Gelis Stück war wirklich Fleisch) bekommen und mussten es daher natürlich essen, ich hab sehr, sehr lange mit verkrampften Lächeln gemampft bis ich das Ding so klein hatte dass ichs runterschlucken konnte.

Danach: Verkleiden. Die Geli wurde gleich mal in was adäquates gesteckt und damit ich daneben nicht so abstinke wurde mir auch was gebracht

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Von links oben sind das übrigens: Saina, Gicherg, Fatima, Geli, Leon, Hussein, Abdullah, Mohammed, Malika, noch mal Fatima, Omaima und Ibrahim. Das sind drei Kleinfamilien, Aisha und ihre 2 Brüder inkl Familie die in dem Haus zusammen wohnen.

Und damit die Geli auch weiter optisch eine Berberfrau wird (während des ganzen Abends haben wir übrigens brav die Berbersprache gelernt), wurde sie dann noch mit Henna zugekleistert

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wie man sieht haben da zum Teil 6 Damen an ihr gewerkt, erst wird eine Schablone auf Hande und Füße geklebt, dann der angerührte Henna-Teig draufgeklatscht. ich hab auch 2 Röschen auf den Handinnenseiten bekommen, sehr schön.

aber bei der Geli hats länger gedauert, wird dann wenn alles da pickt wo’s picken soll mit Tüchern eingepackt. Und nachdem sie sich so eh nimmer bewegen hat können wurde auch das Gesicht noch bearbeitet

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nachdem die Hände in den Tüchern nicht schnell genug trocken werden wollten hat der Tajine-Ofen noch mal eingeheizt werden müssen

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aber irgendwann wars dann fertig, Fatima ist zufrieden

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und so schauts übrigens jetzt aus

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Während der ganzen Prozedur hab ich erst begriffen, dass die Djellaba (das Gewand das ich da anhab) keine Leihgabe sondern ein Geschenk ist, das war mir ziemlich unangenehm, ich nehm an dass das einiges kostet und die Family hat ja fast nix. War aber nicht möglich das abzulehnen und dann hab ich mich natürlich sehr drüber gefreut.

Na und die Geli ist natürlich weiter gecatwalked, modern inklusive eben erwachter und ihr zur Seite gestellter Omaima

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klassisch

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und Gipsy-Style

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Da wars dann schon fast 1/2 2 und die Kinder sowie die Männer sind eh nur noch schlafend in den Ecken gelehnt, wir haben uns daher verabschiedet, haben natürlich wieder ein wenig drum kämpfen müssen im AUto schlafen zu dürfen aber sie warens ja schon gewohnt, war also leichter als beim ersten Mal.

Haben aber noch versprechen müssen am nächsten Tag noch mal zum Brotessen zu kommen, haben daher brav nur 6 Stunden geschlafen und sind dann in unsrer neuen Einserpanier (Geli hat auch noch ein Kleid geschenkt bekommen) wieder rauf ins Dorf, die waren nicht so fertig wie wir, haben auch schon alle einen halben Arbeitstag hinter sich gehabt.

Na jedenfalls gabs wieder leckeres Brot (“manchez, manchez, manchez”), diesmal auch mit Marmelade, Tee, Oliven- und Arganöl, dann eine Führung durch Haus und den Stall

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während die Nachbarn zur Bilder-Sichtung vorbeigekommen sind

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dann noch eine kleine Dorfführung, ob wir dem Dorf oder das Dorf uns gezeigt wurde weiss ich nicht genau. War aber sehr nett, auch der örtliche Muezzin hat uns ein Stückerl begleitet

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Jedenfalls redet dann Aisha noch kurz mit einem Typen, wir müssen warten und nach 10min kommt der mit einem frisch gerupften Händerl zurück. Das konnten wir jetzt aber nicht mehr weitermachen, besonders ich war von den Fressorgien heillos überfordert, haben uns daher den Abschied erkämpft. Der wurde dann auch akzeptiert, nur noch Babyeselbesichtigung

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und natürlich wird jedes Foto gleich begutachtet

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haben uns dann zu Mittag auf den Weg gemacht, allerdings nur auf einen kurzen, haben dann sehr bald unter einem Argan-Baum Rast gemacht weil ich völlig fertig war. Diese Kletterziegen wollten dann auch unseren Baum ergattern

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der Ferdi hat sie aber aus dem sicheren Auto weggestarrt. Und alles war wieder voll von eher widerlichen spinnenartigen Riesenkäfern

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aber auch die haben wir überlebt. Nachdems mir allerdings nach einem Schlaferl nicht wirklich besser gegangen ist hat die brave Geli mal geschaut wo der nächste Campingplatz ist und 50km weiter, bei Taliouine, auch einen gefunden, sind da also mit letzter Kraft hin. Da ists schön, das ist der Blick auf den Atlas vom (wiedermal beinahe leeren) Platz

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Flussbett für den Ferdi gibts auch

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Und mir ists am Abend wieder besser gegangen. Alledings nicht lang, nachdem dann nämlich die Geli in der Nacht ihr erstes Speibsi gemacht hat, hab ich natürlich nachziehen müssen, den gestrigen Tag haben wir am Klo verbracht, kniend und sitzend. Und zwischendurch versucht vor dem Auto dem Schatten nachzukriechen, es war zum Glück einer der heißesten Tage bisher.

Aber heut gehts zumindest ein bisschen besser, wir können kurze Strecken zurücklegen ohne uns zu übergeben und haben sogar schon erfolgreich bissl Reis mit Gemüse zu uns nehmen können. Wenn die Genesung also so fortschreitet sollten wir es morgen auch schaffen uns wieder ins Auto zu setzen, inshalla.