zurück zum ursprung

By leon | October, 1, 2009 | 5 comments

viel zeit vergangen seit dem letzten blogeintrag, auch viel passiert in den letzten, sicherlich intensivsten tagen in nepal, deshalb wird’s wieder mal etwas länger, nur gleich mal vorweg als warnung

von chitwan sind wir nach nalang gefahren, einem bergdorf in dem lisa vor 5 jahren mal gearbeitet hat, hab dort allerdings nur eine nacht bleiben können weil das in pokhara professionell abgedichtete getriebe wieder ziemlich viel öl verloren hat. haben hier meg raj wiedergetroffen der hier seine zweite lodge hat, hat uns gleich mal mit einigem roxy, dem reisschnaps der hier von jeder familie gebraut wird, begrüßt. haben dann eine nacht gratis in seiner lodge schlafen können, ziemlich nette kleine zeltstatt mit theortischem himalaya-blick, die sicht war aber nie frei solang ich dort war

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hab mich dann am nächsten tag allein nach kathmandu aufgemacht, dort hat’s mit hilfe eines nepalesischen guides den ich in nalang kennengelernt hab mal zwei tage gedauert die beste werkstatt aussfindig zu machen, im endeffekt haben die mechaniker dort nach einem ganzen tag arbeit mit mäßig passendem werkzeug aufgegeben und das gleiche gemacht wie schon die mechaniker in pokhara, einfach silikon über die dichtungen geschmiert. bin mal gespannt ob das diesmal länger hält als eine woche… dafür bin ich nach dem rausfahren aus der werkstatt gleich mal mit der bremse ins leere gestiegen, erstaunlicherweise is aber nix passiert obwohl ich quer über die meistbefahrene strasse kathmandus gerollt bin und zwei stunden später hat die bremse wieder funktioniert, ein bisserl schlechter als vor der werkstatt aber alles “yes sir, no problem” also wird’s schon passen
für die 4km von der werkstatt zu meinem standplatz hab ich dann noch 2,5 stunden gebraucht weil kathmandu zur fesivalzeit verkehrstechnisch etwas überlaufen ist, der kleine ausflug nach kathmandu war also alles in allem nur mäßig gefällig

bin am nächsten tag dann wieder nach nalang gefahren, die letzten extrem schlechten 10km in das dorf hinauf sind immer ein erlebnis, weiß jetzt aber dass in der fahrerkabine 6 leute und das gepäck von 10 leuten platz haben

zurück in nalang hab ich diesmal nicht in der lodge sondern wie halt sonst auch immer im auo geschlafen, allein ist man hier nie, gibt immer ein paar kinder und manchmal auch erwachsene die mir interessiert beim zähneputzen, kaffeemachen, kaffeetrinken, lesen usw zuschauen, erstaunlicherweise gewöhnt man sich da ziemlich schnell dran
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die nachwuchsfußballmannschaft von nalang

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und die zukünftigen cheerleaderinnen

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es freuen sich hier alle immer wenn sie fotografiert werden und dann die fotos von sich auf der kamera sehen, sind generell alle extrem gastfreundlich und legen ihre schüchternheit ziemlich schnell ab

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und das ist die familie bei der lisa vor 5 jahren und auch jetzt gewohnt hat, die großeltern und der sohn der für das dasain-festival von kathmandu nach hause gekommen ist

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von nalang gings dann nach gorka, dort haben wir uns mit einer stunde und einem tag verspätung (haben uns schon an die “nepali time” bei der alles nicht so genau genommen wird gewöhnt) mit ramesh getroffen, war ja unser guide in chitwan und hat uns eingeladen das dasein-festival bei seiner familie in einem noch abgelegenerem bergdorf mitzufeiern. hat gemeint dass der weg dorthin nicht so schlecht ist, war dann aber stellenweise ein wenig gatschig, war genauso erstaunt wie alle anderen dass ich da durchgekommen bin

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und die flüsse noch mal um einiges breiter und tiefer als bisher, haben nasse füsse bekommen

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gibt von den flussdurchfahrten und dem schlamm auch ganz lustige kleine videos, werd ich versuchen hochzuladen wenn ich mal irgendwo eine bessere verbindung hab

sind jedenfalls ziemlich weit aber nicht ganz bis zum dorf gekommen, haben bei unserem schlafplatz noch eine ziegenschlachtung miterleben dürfen, im zuge des festivals werden etliche ziegen, schweine, hühner und büffel geopfert, allen muss mit einem einzigen schlag der kopf abgeschlagen werden sonst verheisst es unglück. die ziege wird aber davor 5x mit wasser besprenkelt, wenn sie sich dabei schüttelt heißt das dass sie mit der schlachtung einverstanden ist, wenn nicht wird sie in die freiheit entlassen. diese ziege hat sich kurz nach dem foto bei der dritten besprenkelung einverstanden erklärt und sich noch ein bisschen später auf unseren tellern befunden

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nachdem also etliche viecher geschlachtet werden wird man im zuge des festivals (das mehrere tage dauert) auch permanent eingeladen, bekommt dann eine schüssel fleisch ohne beilage und roxy, der wird ununterbrochen nachgefüllt wenn man auch nur einen schluck davon gemacht hat, ob man grad beim frühstücksfleisch oder beim abendessensfleisch sitzt ist dabei egal
das dorf von ramesh ist nur zu fuß zu erreichen, sind also raufgewandert, bei jedem dorf bei dem wir vorbeigekommen sind haben wir so eine schaukel gesehen

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auch die wird von jedem dorf nur für die dauer des dasain-festival aufgestellt, wer da runterfällt fliegt ziemlich weit

die familie von ramesh

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seine nichte und sein neffe, verzogen aber herzig

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am ersten abend waren wir vorerst mal bei den nachbarn auf fleisch und roxy

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und erste nepalesische tanzstunden

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nach dem abendessen bei der familie hat das dorf dann noch ein kleines welcome-fest organisiert, wir waren die ersten ausländer die hier über nacht geblieben sind. neben dem obligaten roxy haben wir noch tikas und blumenketten bekommen, bei dem fest sind die burschen auf einer seite gesessen

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die mädels auf der anderen seite

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und wir tanzend dazwischen

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den großteil der zeit wird immer ein einziges lied gesungen, dabei singen quasi die frauen gegen die männer, eine seite beginnt zu singen und die andere seite muss eine antwort darauf finden, das geht dann ein paar stunden so

blick beim aufwachen aus dem zimmer von ramesh, zum ersten mal waren die 8000er frei

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an zweiten tag des festivals bekommen die jungen von den alten familienmitgliedern einen tika auf die stirn und spezielle blätter in die haare oder hinter die ohren, soll glück bringen

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ich wurde auch gesegnet

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am abend gabs wieder eine party, am nächsten morgen haben wir uns dann wieder auf den rückweg gemacht

am abend nach langer zeit wieder mal einen schönen und ruhigen schlafplatz am fluss gefunden
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ramesh hat noch ein hendl zum abendessen besorgt, selbstredend auch ein bisschen roxy (oder “nepali water”, wie er auch genannt wird), nach etlichen kilo fleisch und genausovielen gläsern roxy in der letzten woche sieht man lisa nicht unbedingt auf den ersten blick an dass sie eigentlich vegetarierin ist

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haben dann noch etwas kultur angehängt uns uns in gorka-city den tempel und ehemaligen palast angeschaut, erstaunlich was man entdeckt wenn man sich die holzschitzereien genauer ansieht

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und von gorka sind wir wieder nach chitwan zurückgefahren um ramesh zurückzubringen, morgen machen wir uns von hier aus nach lumbini, dem geburtsort buddhas, auf, der ist gleich an der grenze zu indien, in spätestens drei tagen sollte ich also endlich in den genuss der berühmt defensiven indischen autofahrmentalität kommen

und kommentare kann ich leider weiterhin von hier nicht beantworten, jürgen ich muss dich leider entäuschen, sind weder ein paar noch fährt lisa nach australien mit, probleme mit moskitos gibts so gut wie gar keine und jan freut mich immer zu hören wie’s euch geht ;)

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5 Responses to zurück zum ursprung

  • zurken

    Ist nicht enttäuschend, dass ihr kein Paar seid, dann hab ich ja noch Chanden :)

    Bist du das da auf der Schaukel?

    Die Tempelfigur, ist die ein Transvestit? Sie sieht aus, als habe sie auch reichlich roxy getrunken, und was kommt ihr da aus dem Mund raus? Das, woran ich denke?

    Das „dasein-festival“, was n das? Sauf- und Fressorgie, also Picknick auf nepalesisch? Gab es noch nüchteren Momente? Jednfalls voll das Leben da bei euch!!

  • Michi

    Hallo Leon,
    Diese Schaukeln haben wir in den Bergdörfern in Laos (beim Akha-Stamm) auch gesehn. Alles sehr coll, was du so machst!! Viel Spaß auch in Indien!

  • jo

    wie hat die ziege geschmeckt? sie schaut irgendwie tollwütig, nicht dass dir was eingfangen hast….

  • leon

    so, kann aus indien endlich wieder antworten

    was die tempelfigur darstellen soll ist jedermanns phantasie überlassen, deine vorstellung lieber jürgen ist dabei sicher die jugendfreiste ;)

    das dasein-festival ist ein fest zu ehren des sieges des guten über das böse, eine gute gottheit ist dabei sehr blutdürstig deshalb wird so viel geschlachtet. und eigentlich ist es dafür da dass alle nepalesen einmal im jahr zu ihrer familie zurückfahren und eine woche mit den verwandten verbringen. und klar gabs nüchterne momente

    @ michi: cool, müss ma mal fotos vergleichen. wie is der wind zur zeit und wie gehts dem tommy?

    und die zeige hat mäßig geschmeckt, wird ja alles verarbeitet was dran ist und eine halbe stunde nach der schlachtung ist das noch alles erwas zäh…

  • Guenther

    rockn roll, leon….
    spitzensache ;)

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